Zeitbombe Aluminium

Im Gespräch mit Bert Ehgartner

(c) Bert Ehgartner

Er ist Medizinjournalist, Autor, Filmproduzent und Dokumentarfilmer. Mit seinem Dokumentarfilm „Die Akte Aluminium“ machte er auf das inzwischen nahezu allgegenwärtige Aluminium und dessen Gefahren für die Gesundheit aufmerksam. Die Rede ist von Bert Ehgartner. Wäre das Amt für einen neuen Gesundheitsminister zu besetzen und hätte Frieda maßgeblichen Einfluss darauf: Bert Ehgartner wäre ein Wunschkandidat dafür! Aber abgesehen davon, dass er Österreicher ist und auch in Österreich lebt, hätte er es als Politiker wohl auch hierzulande nicht leicht, sich gegen Lobbyinteressen durchzusetzen.

Neben einer Reihe von Büchern rund um das, was der Gesundheit schadet, aber auch, was ihr helfen kann, sind Bert Ehgartner auch weitere Filme zu verdanken. Die Themen kreisen um Allergien und deren Auslöser, um Korruption, um Vegetarismus, innovative Sanierung von Gebäuden und immer wieder direkt oder indirekt um die Situation des Gesundheitswesens. Im November 2015 erschien sein derzeit aktuellstes Buch mit dem Titel „Die Hygienefalle – Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien“. Ein weiterer Film zum Thema Aluminium „Aluminium – Unter die Haut“ ist in Arbeit und wird ab Ende 2017 als DVD erhältlich sein. Zudem gründete Bert Ehgartner das Institut Al-ex, eine Abkürzung für „Al-ex Institut zur Wissensvermittlung im Umgang mit Aluminium“.

Weder die Bücher noch die Filme von Bert Ehgartner haben an Aktualität verloren. „Die Akte Aluminium“ wurde immerhin von ARTE, dem ORF, 3sat und Phoenix im Öffentlich Rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt. An Aufklärung über „Risiken und Nebenwirkungen“ zu diesem Metall, das u.a. als eine entscheidende Ursache für das Entstehen von demenziellen und anderen neurodegenerativen Erkrankungen sowie insbesondere auch von Brustkrebs in Betracht gezogen wird, mangelt es also nicht.

Aluminium-Boom trotz vieler Risiken

Dennoch ist Alu nach wie vor buchstäblich in aller Munde. Kaum ein Industriezweig verzichtet auf das „faszinierende, rostfreie und einfach zu verarbeitende“ Metall: Joghurtbecher, Laugengebäck, Aludosen, Tetrapacks, „arzneilicher Hilfsstoff“ in Medikamenten und Impfseren, Werk- und Baustoff für die Bau- und Automobilindustrie oder sogar als Treibstoff für Raketen. Und die Wachstumskurve steigt weiter an. Abgesehen von den gesundheitlichen Risiken, ist allein die Ökobilanz dieses Metalls ein Grund zum Wundern. Während nämlich bei der steuerzahlenden Bevölkerung die Daumenschraube in Sachen Energieeinsparungen- und verordnungen immer enger gedreht wird, bleibt die Industrie davon weitgehend verschont. Die Herstellung von Aluminium verbraucht große Mengen an Rohstoffen und Energie und kann, wie 2010 in Ungarn geschehen, zudem noch zu gravierenden Umweltkatastrophen führen. Nach einem Dammbruch in einem Aluminiumwerk wurden mehrere Orte im Westen Ungarns von einer Lawine aus ätzendem Bauxitschlamm überschwemmt.

Der Film „Die Akte Aluminium“ ist inzwischen als DVD erhältlich, aber auch auf Internetkanälen in voller Länge zu finden. Frieda sprach mit Bert Ehgartner über seine Arbeit, seine Erfahrungen und seine Pläne.

Frieda: Wie kam es, dass Sie sich beruflich so auf gesundheitliche Aufklärung spezialisiert haben?

Bert Ehgartner: Mich hat der Bereich Medizin, speziell die Gesundheitsprävention, stets interessiert. Als junger Journalist gibt man gerne und bereitwillig all das wieder, was von den Experten kommt. Doch nach ein paar Jahren – und einer intensiveren Ausbildung in wissenschaftlicher Medizin – wurde ich zunehmend skeptisch, was mir die Experten erzählt haben. Ich interessierte mich dann mehr für die Hintergründe: Warum verbreitet ein Mediziner so eine Botschaft? Was hat er persönlich davon? Und was von diesen Aussagen lässt sich auch wirklich beweisen?

Frieda: Worum geht es in Ihrem nächsten Film über Aluminium schwerpunktmäßig?

B. E.: Im nächsten Film geht es um ein absolutes Tabuthema: Die Impfungen. Zwei Drittel davon enthalten Aluminiumverbindungen. Die werden gebraucht, um das Immunsystem zu schocken – und die Bildung von Antikörpern zu veranlassen. In den letzten Jahren zeigen immer mehr Studien, dass dieser Effekt auch nach hinten losgehen kann. Das Immunsystem ist ein Schutzengel, wenn es intakt ist, aber es kann auch kippen und zu einem gefährlichen Drachen werden, der den eigenen Körper angreift. Möglicherweise hat ein Teil der Menschen, die an Asthma, Multipler Sklerose, Rheuma, Hashimoto oder entzündlichen Darmerkrankungen leiden, eine Impfung zu viel bekommen.

Frieda: Kommt Ihnen Ihr Engagement nicht manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen vor? Wodurch beziehen Sie immer wieder Kraft und Motivation, um weiterzumachen?

B. E.: Speziell die Reaktionen auf meine Bücher und Filme zum Thema Aluminium haben sehr wohl gezeigt, dass sich etwas ändern lässt. Die Kraft der Bilder und Fakten kann die Menschen sehr wohl zum Nachdenken bringen – und sie konkret ihr Verhalten ändern lassen, speziell auch ihr Einkaufsverhalten. Das hat in diesem Fall die Kosmetikindustrie zu spüren bekommen. Bei Deodorants mit Aluminium brach der Umsatz weg und die großen Konzerne waren gezwungen, neue Produkte zu entwickeln. Da sieht man, welche Macht von den Verbrauchern ausgeht.

Frieda: Die Verbrauchermacht ist sicherlich etwas, das wir alle nutzen können und auch sollten. Aber es gibt ja kaum noch Lebensmittel, die nicht irgendwie mit Aluminium, Formaldehyd oder anderen giftigen Substanzen im Herstellungsprozess zu tun hatten. Dann kommen noch Glyphosat, die Nanotechnologie und etliche Kombinationswirkungen dazu. Gibt es da Ihrer Ansicht nach überhaupt noch einen Ausweg und wenn ja, wie sähe der aus?

B. E.: Bei Aluminium kann man einige wenige wichtige Regeln beachten – und damit schafft man eine starke Reduktion der Belastung: Auf die Verpackung achten, keine stark gefärbten Produkte verwenden, möglichst wenig Fertigware und dafür mehr regionale Produkte möglichst aus Bio-Landwirtschaft. Damit reduziert man gleich auch die Glyphosat- und sonstige Pestizid-Belastung. Wir sollten darauf achten, dass wir mit unserem Haushaltsgeld nicht weiter die Konzerne füttern.

Diese versuchen mit TTIP, CETA & Co. derzeit den „totalen Freihandel“ durchzusetzen und die für sie unberechenbaren Demokratien auszuhebeln, indem sie Politiker umschmeicheln und für ihre Zwecke einkaufen. Wenn die Politiker weiter eine Politik der Lobbys machen und hier nicht endlich gegensteuern, geht der Trend zu den Protestparteien ungehemmt weiter.

(c) Bert Ehgartner
Die Hygienefalle – Schluss mit dem Krieg gegen Viren und Bakterien, 252 Seiten, Taschenbuch 19,99 Euro, Verlag Ennsthaler

Frieda: Wie kamen Sie auf die Idee zu Ihrem neuen Buch „Die Hygienefalle“ und worum geht es dabei konkret?

B. E.: In der Hygienefalle beschreibe ich ein vollständig neues Medizin-Verständnis: Die Abkehr von einer Medizin, die immer nur Krieg führt: gegen die bösen Keime, gegen entartete Zellen, gegen hohes Cholesterin oder Blutdruck. Eine Medizin, die aus Angst ständig Antibiotika verschreibt, weil sich die Ärzte vor der schrecklichen Komplikation fürchten, auch wenn diese vollkommen unwahrscheinlich ist. Eine Medizin, in der Säuglinge mit Impfungen traktiert werden, die beinahe 100 Jahre alt sind und nach wie vor noch nach den uralten Rezepten hergestellt werden. Impfungen, deren Hauptwirkung oftmals die Nebenwirkung ist.

Ich plädiere in der Hygienefalle stattdessen für einen Friedensschluss mit Viren und Bakterien, denn 99,9 Prozent davon sind nicht gefährlich, sondern nützlich und lebensnotwendig. Der neue Ansatz, den ich in meinem Buch beschreibe, ist noch weit von der allgemeinen Umsetzung in den Arztpraxen entfernt. Aber warum sollten nicht die Menschen klüger sein als die aktuelle Medizin? Eine Revolution beginnt immer bei einer kleinen Gruppe – und wenn sie genug Kraft und Weisheit hat, so schwappt sie auf die Mehrheit über.

Frieda: Vielen Dank für das Gespräch!

Buch kaufen

 

Weitersagen auf

Monetäres für FRIEDAs Kaffeekasse