Wo und wie Frieden gelingt

Ein Blick über die "Grenzen" hinweg...

Island photo
Foto: http://pixabay.com/en/users/leovalente

Berichte und Bilder von kriegerischen Konflikten und Verbrechen prägen die Medien in hohem Maße. Eher selten hingegen wird der Blick auf die Regionen gelenkt, in denen Frieden ganz oder weitgehend gelingt. Bei dem Suchbegriff „Friedlichstes Land der Welt“ spucken die Suchmaschinen u.a. Erhebungen des  Institutes for Economics and Peace (IEP) aus, das den Global Peace Index jährlich erstellt. Damit werden 163 Länder nach ihrer Friedfertigkeit eingeschätzt. Wie schon in den Jahren zuvor landete Island 2016 auf dem ersten Platz. Deutschland schaffte es im IEP-Ranking 2016 gerade mal auf Platz 16.

Für diese Bewertung spielen die innergesellschaftliche Sicherheit, der Umfang nationaler und internationaler Konflikte und der Grad der Militarisierung eine Rolle. Als friedenssichernd gelten solide strukturierte Institutionen, eine gut funktionierende Regierung, sehr niedrige Korruptionsraten, eine geschäftsfördernde Umgebung und die Pressefreiheit. Für Touristen ist Island zwar eine finanzielle Herausforderung, aber die oft hochpreisigen Angebote für Reisende sorgen auch dafür, dass das Land sich „Billigtourismus“ vom Halse hält, der wohl unweigerlich wieder zu mehr Umweltverschmutzung  führen würde.

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Der Schutz ihres Lebensraumes ist den Isländern wichtig. Das ist ein gemeinsames Anliegen, der Konsens also, der die Menschen in ihrem Bewusstsein vereint. Island besitzt übrigens keine Armee.

Der Wandel ist schon da! Der Rest lässt sich erdenken und gestalten!

Christoph Burkhardt schreibt in seinem Buch „Durchbruch“: „Als Kognitionspsychologe bin ich seit Jahren auf der Suche nach den Denkgewohnheiten, die in komplexen Problemen zur Lösung führen. Ich hatte Glück, schon in meinem ersten Semester an der Universität Heidelberg in die Komplexität von Problemen einzutauchen. Mein Professor war Joachim Funke, ein absoluter Experte für komplexes Problemlösen, der uns Neulinge am ersten Tag mit einer überraschenden Nachricht erwartete. ‚Sie werden für Ihre Studien eine Ratte brauchen‘ sagte er direkt nach einer kurzen Begrüßung. Auf der Folie an der Wand erschien das Bild eines Rattenkäfigs. ‚Wir wissen, dass Experimente mit Tieren kritisch gesehen werden, aber an dieser Universität sind sie unumgänglich‘ sagte Professor Funke und blickte in teils verwunderte, teils erschrockene Gesichter. ‚Wir bieten Ihnen dieses Rattenset an, es kostet 25 Euro. Tragen Sie sich einfach in die Liste ein, wenn Sie unser Angebot wahrnehmen möchten‘.

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Obwohl ich mich dabei überhaupt nicht wohl fühlte, trug ich meinen Namen ein. Als die Liste wieder bei Professor Funke angekommen war, sagte er nur trocken ‚Sie müssen lernen, Autoritäten zu misstrauen!‘. Wir waren, bis auf einige wenige, alle auf einen Erstsemester-Streich hereingefallen. Forschung an Ratten war nicht einmal erlaubt am Department. Den Streich fand ich nur mittelmäßig gelungen, aber Professor Funke hatte großen Spaß. Viel interessanter war allerdings, was als nächstes kam. Auf der nächsten Folie hatte Professor Funke eine Art Comic-Maus in einem Käfig abgebildet, der wie eine sehr billige Pixar-Animation aussah. Professor Funke erklärte, dass es keinen Bedarf für uns gab, eine echte Ratte zu trainieren. Wir könnten eine Software nutzen, die eine digitale Ratte zu Experimentalzwecken mit ausgeklügelten Algorithmen ausgestattet habe. An dieser Stelle war ich sicher, es müsse sich um einen weiteren Scherz handeln, doch Professor Funke meinte es vollkommen ernst. Die digitale Ratte ließ sich konditionieren und trainieren wie ihre lebenden Artgenossen.“

Lernen, „Autoritäten“ zu misstrauen…!

Um die Geschichte der Kriege – und auch die leichte Manipulierbarkeit der Menschen – besser nachvollziehen zu können, bietet die Seite der Schweizer Psychologin Doris Wolf reichhaltiges Material. Das neue Buch der Forscherin mit dem Titel „Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens“ ist kürzlich erschienen und erhältlich bei lulu oder beim dewe-Verlag.

Ein weiteres Beispiel für friedliches Miteinander ist Auroville, eine Stadt im Südosten Indiens mit inzwischen knapp 3000 Einwohnern. Der Trailer zu dem Filmprojekt „Pioneers of Dawn“ zeigt, dass viele begeisterte Menschen buchstäblich über Jahrzehnte aus dem Nichts eine Oase geschaffen haben. In Auroville gibt es weder Geld noch Polizei. Entscheidungen werden – im Kreis – über Konsens, also eine eindeutige Mehrheit, getroffen. Dort mag gewiss auch nicht alles Gold sein was glänzt; allerdings zeigt Auroville, wie gemeinschaftliches Leben auch im größeren Stil gelingen kann – sogar ohne Hierarchien, sofern der gemeinsame Konsens stimmt…

„It’s the end of the industrial period…(…) – BUT IT’S ALSO THE BEGINNING OF SOMETHING NEW!“

(c) Mit freundlicher Genehmigung von Regisseurin Cosima Lange

Website zum Filmprojekt: pioneersofdawn

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