Welchen Verfassungsschutz brauchen wir?

Radikalisierung, Vatersuche, Muttertrauma und Ödipuskomplex...

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Foto: http://pixabay.com/en/users/cocoparisienne

Ein neuer Beitrag aus FRIEDAs SENFonie: Unser so genannter Verfassungsschutz hat immer mehr mit der Radikalisierung Jugendlicher und mit (potenziellen) Terroristen zu tun. Warum sind junge Männer oft besonders gefährdet für radikale Strömungen? Und kann es die Lösung sein, sie unter Generalverdacht zu stellen, um zu beobachten, wann sie es denn auf die Spitze treiben, um sie dann vor ein Strafgericht zu zerren und ihnen den Rest des Lebens zu versauen? Oder geht es womöglich darum, die „innere Verfassung“ dieser jungen Menschen zu ergründen, um herausfinden zu können, warum sie sich überhaupt in fanatischen Gruppen, ob rechts, links, islamistisch oder sonstwas, organisieren, schlimmstenfalls dann auch für terroristische Ziele instrumentalisieren lassen?

Verfassungsschutz als Kontrollinstanz oder Schutz der seelisch-geistigen Verfassung?

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Wie im Gesundheitsbereich, wo zumeist nur an den Symptomen herumtherapiert und weniger die Ursachenkaskade aufgedröselt wird, sieht es auch beim Thema Gewaltprävention aus. Ob die aktuellen Trends in Richtung „Frühsexualisierung“ und „Gender-Mainstream“ da eher zu weiterer Radikalisierung führen dürften, oder auch nur ein Symptom für eine im Kern „süchtige“ und orientierungslose Gesellschaft sind, wäre eine andere Frage. Kinder brauchen integre, authentische Vorbilder und keine oft selbst narzisstischen Pädagogen, die nicht erwachsen geworden sind und ihre eigene innere Bedürftigkeit auf ihre Schutzbefohlenen projizieren! Kinder brauchen, wie wir alle, verlässliche Beziehungen und Halt!

„Telling the truth and making someone cry ist better than telling a lie and making someone smile“ (Paulo Coelho)

Während wir also einerseits eine zunehmende Radikalisierung beobachten können, tendiert die Politik immer mehr in Richtung „Bürokratisierung der Familie“ und „Frühsexualisierung“. Wer das kritisiert, also „politisch nicht korrekt ist“, wird dann oft noch „unter Generalverdacht“ gestellt, denn immer noch scheint das mittelalterliche Denksystem zu gelten: „Der Überbringer der Nachricht ist der Schuldige!“ Doch genau das ist eher Ausdruck faschistischen Denkens als Ausdruck von Freiheit. Und faschistisches Denken führt zu faschistischen Systemen. Dazu ein m.E. interessanter und lesenswerter Beitrag aus der taz von Thomas Mücke mit dem Titel Der Islam ist nur ein Steinbruch.

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Kürzlich erzählte mir jemand von einer befreundeten Familie, deren Problematik, wie ich finde, exemplarisch ist. Der Vater (Ende 30, Angestellter), die Mutter (Mitte 30, Teilzeittätigkeit als Büroangestellte). Zwei Söhne, einer 13, einer 10. Der 13-Jährige hat zunehmend Probleme in der Schule. Er ist übergewichtig, verbringt seine Freizeit nahezu ausschließlich vor dem Computer. Seine Leistungen in der Schule lassen nach. Die Eltern stehen unter Druck, weil sie das Eigenheim abbezahlen müssen. Sie schickten den 13-Jährigen zum Psychiater. Der verordnete dem Jungen Psychopharmaka. Seitdem ist er noch verschlossener und leidet an Allergien.

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Die Mutter hat wenig Zeit zum Kochen. Daher greift sie überwiegend auf Fertignahrung zurück. Wenn die Söhne aus der Schule kommen, ist die Mutter meistens noch nicht wieder zu Hause. Aber es ist immer Tiefkühlpizza da und anderes Fast Food, das sich „mal schnell in der Mikrowelle“ erhitzen lässt. Es ist anzunehmen, dass die Kinder einen massiven Mangel an Mineralien, Spurenelementen, Vitaminen und vor allem an Halt haben. Auf diese Zusammenhänge machte der Hausarzt, der die Überweisung für den Psychiater ausstellte, die Eltern nicht aufmerksam.

Das lasse ich nun mal so dahingestellt, möchte jedoch allen, die sich näher für das Thema interessieren, einige der in diesem Beitrag empfohlenen Bücher ans Herz legen. Die Zusammenhänge erschließen sich spätestens dann von allein und die Betrachtung aus mehreren Perspektiven hilft beim vernetzten Denken. Dazu braucht es auch kein Psychologiestudium, sondern maximal gesunden Menschenverstand.

Kein Halt und keine Grenzen?

Junge Männer wollen sich aneinander messen. In Völkern, die noch sehr naturnah lebten, gab es deshalb Initiationsriten, also so etwas wie Mutproben, um die Jugendlichen symbolisch ins Leben zu entlassen. Doch wo gibt es die heute noch? Kein Wald mehr vor der Tür, um mal auf den höchsten aller Bäume zu klettern? Dann womöglich noch ein Papi, der nie da ist, den Sohnemann lieber mit dem neuesten Handy abspeist, als mal mit ihm einen Abenteuerurlaub oder eine Segeltour zu machen?

Und dann Mami, völlig überfordert, denn sie muss ja oft noch beide Rollen übernehmen, die fürsorgliche, versorgende und womöglich auch noch die strukturgebende, ermutigende, denn wenn Papi nach Hause kommt, will er nur noch seine Ruhe haben, stellt die Glotze an und die Belastbarkeit seines Rückgrats reicht vielleicht gerade noch, um eine Kiste Bier zu stemmen.

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Und bei Mädchen? Ein ähnliches Dilemma. Die Werbung sorgt nach wie vor dafür, dass Mädchen sich mit irgendwelchen magersüchtigen, silikon-gepimpten Modepuppen identifizieren. Sie gehen shoppen statt in die Bibliothek und meinen womöglich, wenn sie sich dann auch entsprechend verkleiden, seien sie erwachsen. Natürlich gilt das Beschriebene weder für alle Jungs noch für alle Mädchen, doch ich finde, dass unsere Kinder in erster Linie einen seelisch-geistigen Verfassungsschutz brauchen, vor allem aber Halt durch Erwachsene, und dass wir eine Politik brauchen, die genau das auch zum Thema macht.

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Wenn die eigenen Eltern diesen Halt nicht geben können, sollte im Idealfall die Gesellschaft diesen Halt bieten. Reformen, die Erkenntnisse aus der Bindungspsychologie, Hirnforschung und Kognitionspsychologie berücksichtigen sowie ein Bildungssystem, das Rahmenbedingungen für kreative und körperliche Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mindestens so hoch ansiedelt wie den Anspruch, intellektuelle Kenntnisse zu vermitteln, halte ich daher für dringend nötig, denn heute werden an den Schulen und sonstigen Bildungseinrichtungen überwiegend „Skills“ gelehrt, aber kaum noch Wissen. Dazu noch ein m.E. interessanter Beitrag mit dem Titel „Sechs Zahlen haben die Macht“ von Silvia Schumacher, gefunden auf: https://bildungsklick.de/schule/meldung/sechs-zahlen-haben-die-macht/

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Danke.

Zum Weiterlesen:

Mütter für Mütter, Wenn Mütter kämpfen, Harfenklänge statt Ritalin, Eltern wissen das nicht, Nature Deficit Disorder, Heilung der Mutterwunde durch die eigene Stimme, Militärmesse und phallische Phase, Spenderkinder ohne Lobby, Glückliche Bindung von Anfang an, Emanzipation mal anders betrachtet, Gefühle artikulieren statt Gewalt ausagieren, Gendermainstream, Lämmer und Demokratie, Rechte und linke Ideologien und was sie mit missglückter Bindung zu tun haben könnten, Die Parkinson’sche Erkrankung, Souveränität – Von Karpfen und Delfinen, Zurück zur Gemeinschaft, Integrale Politik und glückliche Menschen, Von der Harmonie zur Synergie, Wechselmodell Salomons Urteil – Letzte Instanz, Soziopathie als gesellschaftliche Herausforderung, Co-Abhängigkeit – Im Schatten der Sucht, Parental Alienation Syndrome, Smartphones im Unterricht, Infantile Gesellschaft u.v.a.m.

Empfehlung: Ein Beitrag vom ARCHEVIVA-Kanal

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