Wäre das Matriarchat eine Lösung?

Mütterliche Werte

Laut wikipedia wird in Matriarchatstheorien und sonstigen Publikationen mit Matriarchat ein Gesellschaftstyp bezeichnet, in dem alle sozialen und rechtlichen Beziehungen über die Abstammung der mütterlichen Linie organisiert sind und in dem die religiösen Vorstellungen auf eine Ahnfrau oder Große Göttin zurückgeführt werden (…). „Männer leben besser, wo Frauen das Sagen haben“, lautet der Titel eines lesenswerten Artikels zum Thema Matriarchat, den Spiegel online am 25.05.2009 veröffentlichte.

Dieses Buch gibt es (derzeit) nicht bei meinen Affiliate-Partnern. Bei Interesse somit anderswo bestellen…

Das Matriarchat ist nicht das Gegenteil vom Patriarchat

Auf der Internetseite der Internationalen Akademie HAGIA ist dazu zu lesen: „Matriarchate sind nicht die spiegelbildliche Umkehrung von Patriarchaten, indem dort Frauen über Männer herrschen – wie es das gängige Vorurteil will. Matriarchate sind stattdessen mutter-zentrierte Gesellschaften, und sie bauen auf mütterlichen Werten auf: Pflegen, Nähren, Fürsorge, Friedenssicherung, d. h. Mütterlichkeit im weitesten Sinne.

Im Matriarchat gelten diese Werte für alle, für Mütter und Nicht-Mütter, für Frauen und Männer gleichermaßen. Matriarchate sind bewusst auf diesen mütterlichen Werten und mütterlicher Arbeit aufgebaut. Sie sind grundsätzlich bedürfnis-orientiert. Ihre Regeln zielen darauf ab, die Bedürfnisse aller Menschen am besten zu erfüllen.

Auf diese Weise wird „mothering“ (Muttersein und mütterliche Haltung) von einer biologischen Tatsache in ein kulturelles Modell umgewandelt. Dieses Modell entspricht dem menschlichen Zusammenleben weitaus besser als die Art, wie Patriarchate Mutterschaft behandeln und missbrauchen.“

Im Matriarchat werden Konflikte gewaltlos gelöst

Spiegel online interviewte im eingangs erwähnten Artikel den argentinischen Arzt und Journalisten Ricardo Coler. Er hatte zwei Monate bei den matriarchalisch organisierten Mosuo in Südchina gelebt, wo es weder Gewalt noch Autorität geben soll. Coler wollte wissen, wie er in dem Spiegel-Interview sagte, was in einer Gesellschaft passiere, in der Frauen das Sagen hätten:

„Wie ticken Frauen, wenn sie bereits von Geburt an durch ihre gesellschaftliche Stellung alles bestimmen?“ Ein „umgekehrtes Patriarchat“ fand er bei den Mosuo nicht vor; die Frauen dort dominierten auf andere Weise. Daraus schlussfolgerte Coler, dass es Frauen eben gefalle, wenn alles gut laufe und es der Familie gut gehe. „Die Idee, Vermögen anzuhäufen oder viel Geld zu verdienen, kommt ihnen einfach nicht in den Sinn. Kapitalakkumulation scheint eine männliche Triebfeder zu haben. Nicht umsonst sagt der Volksmund, der Unterschied zwischen einem Mann und einem Jungen ist der Preis seines Spielzeugs (…)“, so Coler.

Den Mosuo-Frauen leuchte schlichtweg nicht ein, warum Konflikte mit Gewalt gelöst werden sollten. Vielleicht wäre der Weg zurück zu mütterlichen Werten mal eine sinnvolle Maßnahme, um flächendeckend lebensförderlichere Rahmenbedingungen zu schaffen? Nach den Erfahrungen von Ricardo Coler profitieren alle davon.

Buchtipps:

Heide Göttner-Abendroth, „Gesellschaft in Balance“, Buch bestellen

Heide Göttner-Abendroth, „Die Göttin und ihr Heros“, Buch bestellen

Heide Göttner-Abendroth, „Das Matriarchat“, Buch bestellen

Heide Göttner-Abendroth, „Fee Morgane“, Buch bestellen

[paypal-donation]

Monetäres für FRIEDAs Kaffeekasse