Von der Harmonie zur Synergie

Über das Transformale Netz und ein geniales Experiment

(c) Transformales Netz

Was auf dieser Welt schiefläuft, wissen viele von uns. Kriege auf globaler oder nationaler Ebene, Streitigkeiten vor Ort, Kontrolle durch die „Machthabenden“ und deren Erfüllungsgehilfen in den Behörden, Lobbyismus, zunehmendes Gefälle zwischen Arm und Reich (…). Und treffen sich dann Menschen, um irgendwo eine neue Gruppe, einen Arbeitskreis oder eine Initiative zu gründen, kann es leicht passieren, dass man sich auch hier wieder nicht einig wird, sondern an dem orientiert, was trennt, und nicht daran, was verbindet. Oder man hat bereits einen vergleichsweise gut funktionierenden Arbeitskreis mit einem bestimmten Fokus, und prompt kommen auf wundersame Weise irgendwelche Individuen dazu, die das Gruppengeschehen – bewusst oder unbewusst – sabotieren und für Zwietracht sorgen. Insbesondere neu gegründete Parteien wissen um dieses „Phänomen“.

Dazu kommt: Ab einem bestimmten Punkt im Gruppenprozess wird immer dasselbe erzählt. Das führt zu endlosen Debatten, womöglich Konflikten, die viel Zeit und Kraft kosten, ohne dass konkretes Handeln auf der Grundlage einer Konsensfindung erfolgt. Wenn es sich nicht gerade um einen Kaninchenzüchterverein handelt, dessen Ausrichtung klar ist, zerbrechen viele Gruppen irgendwann wegen der mangelnden Effektivität und eben auch, weil die Gruppe sich verzettelt und zum Forum für einzelne „Egoshooter“ werden kann.

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit Themen wie Systemtheorie, Gruppendynamik, Bindungs- und Kognitionspsychologie, bin ich selbst schon lange auf der Suche nach Lösungen: Wie können „Synergieeffekte“ in Gemeinschaften nutzbar gemacht werden, ohne dass es dabei um „neue Geschäftsbeziehungen“, „Visitenkartentausch“ oder einen bestimmten Guru geht, sondern um einen Konsens mit dem Fokus auf Ehrlichkeit, Begegnung auf Augenhöhe und ein übergeordnetes Ziel, das, ganz visionär und optimistisch gedacht, zum Weltfrieden führen könnte, zumindest aber schon mal zu einem friedlichen Miteinander auf regionaler Ebene? „Wer suchet, der findet“, heißt es ja nicht umsonst. So fand ich kürzlich die Seite „Transformales Netz – WIR in Synergie“ (TN) und sofort stellte sich bei mir Begeisterung ein, als ich mich mit den Inhalten beschäftigte.

(c) Transformales Netz

Synergie nutzen

Gemeinschafts-Forscherin und Initiatorin des TN ist Annegret Hallanzy aus München. Sie arbeitete als Kommunikationstrainerin im In- und Ausland und entwickelte außerdem die „Transparente Therapie“, die sinnorientiertes Veränderungslernen ermöglicht. Auf der Basis dieses in ihrer therapeutischen Praxis noch immer konsequent angewendeten Ansatzes entstand das Forschungsmaterial zu unseren Sehnsüchten bezüglich Gemeinschaft und Vernetzung sowie der Möglichkeit, uns gegenseitig diese Sehnsüchte zu erfüllen. Die zweite Auflage eines weiteren Werkes aus ihrer Feder mit dem Titel „Die Software der Seele“ ist gerade im J.K.Fischer-Verlag erschienen.

Annegret Hallanzy widmete sich zudem intensiv der empirischen Erforschung spiritueller Netzwerkarbeit. Der Reichtum ihrer Erfahrungen findet sich in ihren Büchern wieder. Schon die erste Auflage des Buches „Die Software der Seele“ wirkte wie eine Initialzündung für ein Experiment mit einer neuartigen Form der Gemeinschaft. Die Neuauflage des Buches wurde wesentlich mit praktischen Erfahrungen vom 2,5-jährigen TN-Experiment ergänzt und von einem synergetisch zusammenarbeitenden Team komplett überarbeitet. Dabei handelt es sich um kein Lesebuch, sondern um einen praktischen Leitfaden für die Gemeinschaftsarbeit.

Buch direkt bestellen

Das TN setzt auf Herzensverbindung und Zusammenhalt. Der Fokus liegt dabei genau auf dem Miteinander in unserer Verschiedenheit und dem, was uns als Menschheit verbindet. In diesem Fall ist die gemeinsame Absicht, sich kollektiv mit der Situation der Welt zu beschäftigen, sich von diesem „globalen Dilemma“ anrühren zu lassen und schließlich lösungsorientiert und kreativ zusammenzuwirken. Die spirituellen Gruppentreffen orientieren sich an der so genannten Kreiskultur, in der keine Hierarchien existieren und auch nicht erwünscht sind, sondern sich jeder gleichberechtigt mir seinen Erfahrungen mitteilen kann. Auf diese Weise kann sich in der Gemeinschaft eine wechselseitige Inspiration entwickeln. Die Individuen stärken sich gegenseitig und unterstützen sich – je nach Talent – bei der individuellen und gemeinsamen Potenzialentfaltung.

Die Idee des TN geht weit über die Gewaltfreie Kommunikation hinaus und vertraut auf Prozesse, die sich einstellen, wenn bestimme Rahmenbedingungen gegeben sind und verabredete Spielregeln im Miteinander selbstverantwortlich gelebt werden. Diese verabredeten Spielregeln und deren Akzeptanz sind deshalb so wichtig, weil im Prozess zur Synergie miteinander auch Wahrnehmungsverschiedenheiten zu überbrücken sind. Zuweilen muss um das Lieben und die Beziehungsform auch buchstäblich gerungen werden, da – feinstoffliche – Spaltungs-/Isolations-/Trennungskräfte auf dem Weg von der Harmonie zur Synergie antagonistisch wirken können. Die verabredeten Spielregeln basieren beim TN auf einem solide erforschten Wissen um gesunde Gemeinschafts- und Kommunikationsformen. Die dabei entstehende „Felddichte“ wirkt ordnend und es entsteht ein Magnetismus, der über das Gruppenfeld hinaus heilsam auf das Kollektiv wirkt.

Buch direkt bestellen

Die eigenen spirituellen Erfahrungen der Individuen können und dürfen unterschiedlich sein, so, wie es auch in der Familie und in der Gesellschaft ist. Angestrebt ist, sich ganz natürlich wieder gegenseitig zu ermutigen, in den Potenzialen zu stärken, sich anrühren zu lassen und die Weltlage gemeinsam sinn-stiftend zu verarbeiten und so auch unser Mensch-Sein jetzt und hier miteinander zu feiern.

Zeit zum Handeln!

Warum ist die Zeit reif für effektiv wirksame Gemeinschaftsstrukturen? Seit vielen Jahren stehen reichhaltige Informationen, insbesondere durch alternative Medien, zur Verfügung. Wie Dr. Hans Hein schon in dem Interview „Souveränität: Von Karpfen und Delfinen“ sagte, können die, die heute die Pioniere sind, morgen jedoch zu den Bremsern werden, wenn sie erstarren und nicht flexibel denken. Dann kann es passieren, dass sie ihren eigenen Schatten für das Licht halten, etwa, indem sie gebetsmühlenartig meinen, andere Menschen „erwecken“ zu müssen und immer wieder irgendwelche „Eliten“ für „das System“ verantwortlich machen, statt zum Handeln zu ermutigen und ihre Aufmerksamkeit in konstruktivere Kanäle zu lenken. Dabei hilft es, das Internet als virtuelles Netz zu nutzen, doch das Hauptanliegen des Transformalen Netzes liegt bei der physischen Begegnung vor Ort. Gerade angesichts der Zentralisierung von Machtknotenpunkten ist die Stärkung regionaler Gemeinschaften, bei denen sich die einzelnen Menschen kennen, vertrauen, loyal miteinander sind und vor Ort einen Wandel gestalten, unerlässlich. So können in vielen Regionen Gruppen wirken und eine Art Leuchtturmfunktion einnehmen, das, so die Vision, sukzessive weitere Regionen als lichtvolles „Netz“ umgibt.

Buch direkt bestellen

Das TN macht sich also die uns Menschen innewohnende Sehnsucht nach Gemeinschaft zunutze und erklärt, wie wir sie uns erfüllen können. Dabei vergleicht Annegret Hallanzy den Prozess in der Gruppe mit den Phasen einer Individuation als Mensch, denn Souveränität lässt sich nicht verordnen; sie obliegt einem Reifeprozess, der verlässliche Bindungserfahrungen, Vertrauen und Akzeptanz ebenso braucht wie das Gefühl, authentisch sein zu dürfen, ohne dafür verurteilt oder bewertet zu werden. Das klingt zu schön um wahr zu sein? Es funktioniert! Das beweisen die bisherigen Erfolge und die expandierenden TN-Gruppen und Stammtische an vielen Orten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Menschheit als Ganzes sei gerade im Prozess des Erwachsenwerdens, sagt Annegret Hallanzy. Dabei ließen sich entscheidende Beziehungsphasen, die die Persönlichkeitsreife braucht, über die familiäre Atmosphäre der Gemeinschaft erleb- und spürbar machen. Die Gemeinschaft sei quasi das biologische Abbild dessen, was uns als Individuum nährt bzw. ein Nachtanken ermöglicht, und uns bedingungslos akzeptiert. Wichtig dabei sei die Erkenntnis, dass wir Wesen mit einer Seele sind und keine Bedürfnisboxen. Es gehe auch nicht darum, das Ego zu verteufeln, sondern es zu transzendieren.

Sicherheit ist eine innere Haltung, die sich auf Urvertrauen stützt

Beim Individuum ist dieser Reifeprozess in verschiedene Phasen unterteilt. Idealerweise sind die Eltern als Mentoren verbindlich präsent und werden als Vorbilder verankert. Doch erst, wenn die Kinder das Elternhaus verlassen, bewährt sich, ob die vermittelten und vorgelebten Werte der Eltern tragfähig sind und sich die Kinder tiefer auf Partnerschaft sowie andere Beziehungen einlassen können. Selbst wenn Menschen keine Eltern hatten, deren Werte das eigene Leben auf stabile Füße stellten, so hat doch jeder Mensch eine Ahnung davon oder eine Erinnerung daran, wie es sich anfühlen könnte, bedingungslos akzeptiert und geliebt zu sein.

Individualität ist wünschenswert, doch narzisstische Allüren haben hier keinen Platz, denn sie fühlen sich nicht wohl in der miteinander verabredeten WIR-Stil-Kommunikationskultur. Das TN nutzt die hohe Kunst des Fragens, so dass einzelne Menschen, die womöglich aufgrund ihrer Konditionierungen in alte Verhaltensmuster fallen, sanft zur Selbstreflektion und zum Veränderungslernen eingeladen werden. Das erfordert natürlich Ehrlichkeit bei allen Beteiligten, die sich bei den TN-Treffen in der absolut wohlwollenden Atmosphäre des Willkommenseins – in unserer Verschiedenheit – natürlich entfalten kann.

Buch direkt bestellen

Das TN ist grundsätzlich ein Experiment, ein fortlaufender Gemeinschaftsprozess – „transformal“, also seine Form immer wieder gemeinsam mitgestaltend verändernd. Es hat keinen Guru als Leitfigur, keinen bezahlten Seminarmeister, sondern es wird von einem Team geleitet, dem rein ehrenamtlich tätigen Paten-Team, und von weiteren Teams mit verschiedenen Verantwortlichkeiten mitgestaltet. Die gemeinsame Herzens-Absicht ist die Schubkraft, um im Miteinander zur Synergie zu gelangen als gemeinsame Bestimmung von uns als Menschheit. Das ist wie bei einem Permakulturgärtner, der zwar schon weiß, wie‘s geht, welche Pflanzen miteinander harmonieren, welche Schädlinge man durch welche Kräuter fernhalten kann, aber der auch noch ausprobieren muss, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Reifeprozesse brauchen eben auch Zeit, einen nährenden Boden und Licht – also Spielregeln im Miteinander zum Wachsen und Gedeihen.

Die verabredeten Spielregeln der WIR-Stil-Kommunikation zusammengefasst: „Der komplette Verzicht auf Diskussionen, Kritik und ungefragtes Feedback sind natürlich oft anspruchsvollere Wege als sich sozusagen hintenherum über das TN zu beschweren. Üble Nachrede umgeht jedoch die Entwicklung von der Harmonie zur Synergie, die ganz natürlich immer erst einmal unterschiedliche Wahrnehmungen hervorbringt. „Wir alle haben gelernt, dies als Konflikt oder Streit zu deuten und davonzulaufen, anstatt dies einfach wertfrei als ’noch zu überbrückende‘ Verschiedenheit der Wahrnehmungsposition zu betrachten. Wir sind daher aufgerufen, immer wieder die Herzverbindung zu suchen oder zu erneuern, und negative Spaltungsenergien und Anti-Synergien aus unserem Zusammensein hinauszuwerfen, um damit das gesellschaftlich so verbreitete Prinzip ‚Teile und Herrsche‘ außer Kraft zu setzen“, heißt es auf der TN-Website. Umfangreiche weitere Informationen gibt es auf der Seite: http://www.transformales-netz.de/

TN ist mit seiner anspruchsvollen Beziehungs- & Kommunikationskultur vielleicht nicht für jedermensch passend, doch wer sich im Herzen gerufen fühlt, miteinander mit Gemeinschaft zu experimentieren, ist herzlich eingeladen zu den Treffen: www.transformales-netz.de/kontakt

Einen Vortrag (YouTube) von Annegret Hallanzy zur „WIR-Stil-Kommunikation“ gibt es am Ende dieses Beitrages. Weitere Vorträge siehe: http://www.transformales-netz.de/filme

FRIEDAs Kaffeekasse:

Danke.

Ggf. zum Weiterlesen:

Schon mal die Perspektive gewechselt?, Friedensweg: Die Welt braucht eine Umarmung, Für die Menschen: Therapiefreiheit erhalten, Von der Kunst, ein Mensch zu sein, Vielfalt im Einklang, Die Welt im Blick der Kunst, Gemeinwohl: Bürger vermögen viel, Zurück zur Gemeinschaft, (Über-)Lebensnischen, Earthships, Bienen – eine Herzensangelegenheit, Vereint24, anamed – Allen Hürden zum Trotz, Transformation – es ist kompliziert?, Erleuchtung durch Dunkelheit?, Wo und wie Frieden gelingt, Fluoridierung – toxisch oder harmlos?, Der Geist hat keine Firewall, Die Heilung der Mutterwunde durch die eigene StimmeAufruf zum LebenGlückliche Bindung von Anfang anKinderdrama vorbeugenNature Deficit Disorder, Rechte und linke Ideologien, Die Parkinson’sche Erkrankung, Hot Spot WLAN oder Hot Spot Herz?,Vom Boom der Hobbyköche, Auf Kosten der MenschheitDer Hannibal von nebenan, Souveränität: Von Karpfen und DelfinenDer heilige ScheinDie abgeschaffte MutterMilitärmesse und phallische Phase, Gender – Themen, die die Welt nicht brauchtEmanzipation mal anders betrachtetRat der GroßmütterGaia: Nach Hause kommenGewalt in der PartnerschaftDamit der Himmel wieder blauer wird, Kooperation statt SpaltungMütter für MütterFriedgard Mattlin – Wenn Mütter kämpfenHarfe statt RitalinLustvoll gebärenPopulismus? Haben wir das Fragen verlernt?Eltern wissen das nicht!, Glückliche Bindung von Anfang an, Hypnose bei Schwangerschaft, Geburt und Kinderwunsch, Krieg und Panik – Eine endlose Tragödie?Die Masken der NiedertrachtGefühle artikulieren statt Gewalt ausagieren, Co-Abhängigkeit – Im Schatten der SuchtParental Alienation SyndromeZwischen Täterschutz, Ohnmacht und ParteilichkeitLinie41: Kollektive Anosognosie? u.v.a.m. sowie: Pötters PerlenImpfaufklärung

Weitersagen auf

Monetäres für FRIEDAs Kaffeekasse