Über Hitler, Marx, den Morbus Orgasmus und den männerbündischen Frevel an der Weiblichkeit

Im Gespräch mit Volker Elis Pilgrim

Gesellschaftskritische Bücher wie „Die Elternaustreibung“ (1984), „Muttersöhne“ (1986), „Dressur des Bösen. Warum wir uns selber und andere kaputtmachen“ (1974), „Zehn Gründe, kein Fleisch mehr zu essen“ (1986) und diverse andere, darunter auch die Novelle „Der Vampirmann“ (1989), stammen aus der Feder von Volker Elis Pilgrim.

Eines der zentralen Themen dieser Bücher ist die Qualität der Eltern-Kind-Beziehung und deren Relevanz für etwaige spätere Persönlichkeitsstörungen als Folge einer dysfunktionalen Familie. Ein weiteres entscheidendes Thema in seinen Werken ist die Befreiung aus patriarchalen Rollenzwängen, wozu auch ganz entscheidend die Versöhnung zwischen „Kopf“ (Verstand) und „Bauch“ (Intuition) gehört.

Der reaktionär-destruktive Umgang mit der Weiblichkeit ist jenseits von politischen Rechts-Links-Schubladen zu betrachten!

Die Gedanken und Forschungsergebnisse des 1942 in Wiesbaden geborenen Schriftstellers halte ich auch heute noch für ausgesprochen aktuell, denn: Die Diktatoren dieser Welt sind vielleicht smarter geworden. Aber hinter einigen ihrer Stirnen scheint dieselbe Empathie- und Skrupellosigkeit zu herrschen wie bei Hitler, Stalin, Franco, Mao, Mussolini, Pol Pot und vielen anderen, allesamt Männer, die lange Blutspuren in der Geschichte der Menschheit hinterlassen haben.

Erstaunliche biografische Parallelen sind erkennbar, wenn man sich die Herkunftsfamilien einflussreicher Diktatoren ansieht. Ob diese Männer insgesamt politisch „rechts“ oder „links“ anzusiedeln sind, ist dabei eher nebensächlich. So fand Volker Elis Pilgrim heraus, dass auch Karl Marx nicht ansatzweise die Rettung der Welt im Sinn hatte. Bei all diesen Männern fällt der reaktionär-destruktive Umgang mit den Frauen ins Auge, was Pilgrim zu folgender Schlussfolgerung veranlasst:

„Wenn die Männlichkeit so mit der Weiblichkeit umgeht, wie Marx es historisch rekonstruierbar vorgeführt hat, wird die Natur kaputt gehen.“

Mit einer Fülle von Dokumenten ist es Pilgrim gelungen, Einzelheiten zu Marx‘ Ehe mit Jenny sowie zu seinen sexuellen Verhältnissen zu präsentieren. Marx‘ Ehefrau Jenny starb mit dem Satz: „Karl, meine Kräfte sind gebrochen!“ Zu den von Pilgrim herausgefundenen Dokumenten gehören auch viele Daten zu Marx‘ nicht-ehelichem Sohn Frederick Demuth, ein Kind aus einem Verhältnis mit Marx‘ 1. Magd Helene Demuth. Und eine komplette Neuheit in der Marx-Biografik: Marx hatte auch ein sexuelles Verhältnis mit seiner 2. Magd Marianne Creutz, womit sich die Hälfte von Pilgrims Marx-Studie beschäftigt.

Die traurige Bilanz: Vier seiner Kinder starben schon als Kleinkind. Zwei der drei erwachsenen Töchter verübten Suizid und die dritte Tochter starb in jungen Jahren. Den Sohn Frederick hat Marx verleugnet und verstoßen. Marianne Kreuz, seine zweite „Magd“ (jüngere Halbschwester von Helene Demuth), zwang er zur Abtreibung seines eigenen Kindes. Sie starb mit 27 Jahren an den Folgen des Eingriffs. Bei derart desaströsen Verstrickungen würde sich heute jedem systemischen Familientherapeuten der Magen umdrehen.

Hitlers erster Mord soll übrigens der an seiner Nichte gewesen sein. Zu dieser Feststellung kam beispielsweise der Journalist und Autor Henry Makow. Doch zurück zu Volker Elis Pilgrim, dem wir nun äußerst aufschlussreiche und bisher weitgehend unbekannte Informationen über Marx, und besonders über Hitler, zu verdanken haben.

Forschungen über Männerpathologie und Weiblichkeit – im Exil

Aufgewachsen ist Volker Elis Pilgrim in der Mark Brandenburg. 1960 floh er – gegen seinen Willen – mit seinen Eltern aus der damaligen DDR in den Westen. Pilgrim studierte Jura mit dem Schwerpunkt Kriminologie. Seit 1989 ist er australischer Staatsbürger und lebt phasenweise in Australien und in Neuseeland, wo heute sein Lebensmittelpunkt ist.

Mit „Hitler 1 und 2 – erstes Buch: Das sexuelle Niemandsland, zweites Buch: Von der Männerliebe zur Lust am Töten, drittes Buch: Führers Militärgeheimnisse, viertes Buch: Frankensteins Supergau“ sowie mit „Jenny, Helene, Marianne, die drei Frauen von Karl Marx“, alle erschienen im Hamburger Osburg-Verlag, ist Männerforscher Pilgrim nun mit fünf äußerst beeindruckenden Werken zurück, nachdem es hierzulande knapp 20 Jahre still um ihn geworden war.

FRIEDA im Gespräch mit Volker Elis Pilgrim

FRIEDA: Ihre Tetralogie der Bücher Hitler 1 und Hitler 2 widmen Sie Aotearoa. Das ist die Bezeichnung der Maori, also der neuseeländischen Ureinwohner, für ihre Heimat. Ohne deren unerschöpfliche Spiritualität wären die Bücher nicht entstanden, schreiben Sie. Können Sie näher erklären, inwiefern diese ja sehr ausdrucksstarke und an Mythologien angelehnte Spiritualität der Maori Ihnen dabei half, das „Unbegreifliche zu enträtseln“?

Volker Elis Pilgrim Foto: (c) Karl-Heinz Kuball

Volker Elis Pilgrim: Indem Neuseeland mir als Erstes ein Haus schenkte! Ich suchte nach meiner Übersiedlung von Melbourne nach Auckland 1999 nach einem Haus, denn auch in Melbourne lebte ich in gemieteten kleinen Häusern. In Auckland fand ich ein Haus, für das ich keine Miete zahlen musste, denn der Vermieter stundete sie mir. Das war zentral wichtig, da ich weder genügend eigenes Geld von meinen Publikationen hatte noch es durch Borgen bei Freunden auftreiben konnte. Ich jobbte zwar ein halbes Jahr lang, was ich aber nicht fortsetzen wollte.

Der eigentliche Zweck meines Ganges nach Neuseeland war das „Gehen in mich selbst“, in meine Vergangenheit. Ich hatte im Laufe des 1990er Jahrzehnts festgestellt, dass ich sexuelles Missbrauchsopfer bin von beiden Namensgebern, meinem Erzeuger und seinem Vater. Darüber habe ich schon mehrere Manuskripte geschrieben, die aber noch nicht druckreif sind.

Ich hatte schon vorher das Gefühl, in Neuseeland noch genauer vom Göttlichen geführt zu werden als in Australien und Deutschland. Ich sage immer zu Menschen, die mich nach Australien und Neuseeland fragen: Wenn Du Fragen in Deinem Leben hast, reise in eines dieser Länder. Du wirst die Antworten, und vielleicht auch – wie in meinem Falle – die Heilungen Deiner Probleme bekommen.

In dem „geschenkten“ Haus durfte ich insgesamt sechs Jahre kostenlos leben. Aber mit dem geschenkten Haus war es noch nicht genug. Das Wichtigste, das mir Neuseeland zuführte, war der Serienkiller in spe, an dem ich den Werdegang bis zum Mörder studieren und das genetische Krankheitssyndrom des Morbus Orgasmus entdecken konnte. Darüber habe ich schon ein ganzes Manuskript fertiggestellt, in dem Hitler so genannte Gastauftritte absolviert. Danach entschied ich, über Hitler selbst zu arbeiten.

Ich denke, gerade Neuseelands Andersgeartetheit und die vollständige Ferne zu Deutschland befähigten mich, nun auch bei Hitler ganz genau hinzuschauen. Als ich in den Dschungel der Hitler-Biografik geriet, half mir immer wieder der Abstand. Was man Betriebsblindheit nennt, könnte man auch Nähe-Koller bezeichnen. Ich wunderte mich zig mal, warum meine Kollegen Hitler-Forscher immer wieder etwas nicht sehen oder nicht wahrhaben wollten. Ich forschte in europäischen Archiven und Spezial-Bibliotheken und dachte viel nach, musste oft den Kopf schütteln und feststellen: Es ist ganz anders!

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Es gibt kaum einen Teil, den ich in meinem Manuskript nicht umgeschrieben habe, weil sich immer wieder etwas als anders herausstellte. Das Gute war, dass ich vollständig allein arbeitete, nur mit der Unterstützung von Freundinnen und Freunden, aber ohne Verlags-Termin, ohne Vorschuss, der mich dann zu bestimmten Manuskript-Abgabe-Terminen gezwungen hätte. Dadurch kamen sieben Jahre absoluter Ungestörtheit zustande.

Neuseeland ermöglichte mir den „anderen Blick“ auf Hitler, quasi von „unten“. Und ich war nicht mehr verstrickt in Schuld und Sippenhaft. Ich hatte mich schon 1978 von meinem Ursprung getrennt mit der Folge von Erbverzicht und „no contact“ bis hin zur Änderung des bürgerlichen Namens in Max Melbo.

Ich war im 1980er Jahrzehnt zum Judentum konvertiert, zwar nicht durch die übliche glaubens-memorierende Weise, sondern seelisch durch die Adoption von neun neuen „Primärpersonen“, die unter jüdischen Emigranten in Melbourne sich meiner angenommen hatten.

Schon von Jugend an hatte ich das Gefühl, über Deutschland hängt eine „Schuldwolke“ jüdischer Geister – all jener, die die Hitler-Männerbünde ermordet haben. Dazu können auch noch die 40 Millionen ermordeten Russen, die drei Millionen ermordeten Polen, die 500.000 ermordeten Roma und Sinti etc. „gezählt“ werden. Als ich mit Anfang 20 zum ersten Mal in der Schweiz war, kam es mir so vor, dass dort keine Schuldwolke über dem Lande hängt.

Mein jüdischer Komponist Dreyfus lachte, als ich von diesem Problem redete. Aber er konnte sich vorstellen, was ich meinte und verewigte die „jüdischen Geister“ in unserer Oper Rathenau mit einem bestimmten Klang, den eine Überlebende sofort herausgehört hatte! Und auch von so etwas wie „Schuldwolke“ ist Neuseeland selbstverständlich vollständig frei. Es wurde und wird dort zwar auch gemordet, aber nicht wie in Europa Schicht um Schicht, Jahrhundert für Jahrhundert – seit Jahrtausenden.

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Was den eigenhändigen Mord von Hitler angeht, den Sie eingangs erwähnen, scheint das den Deutschen zu viel zu sein. Befehle zu geben und eigenhändig zu morden, sind auch nochmal unterschiedliche kriminelle Kategorien. Im zweiten Buch der Tetralogie Hitler 1 und Hitler 2 habe ich den Fall von Hitlers eigenhändiger Ermordung seiner Nichte Angela auf über 100 Seiten aufgerollt und mit diesem für mich klar zum Fakt gewordenen Ereignis meine gesamte Serie im vierten Buch abgeschlossen.

Ich habe das gesamte nahe Umfeld Hitlers durchgewälzt – 50 Personen und Zeugnisse, und bin zu dem geschichtsprozessualen Ergebnis gekommen: Hitlers nach außen dargestellter Umgang mit Frauen war nur eine Show, also maximal platonisch. Das entspricht dem, was alle ihm nahestehenden Personen gesagt haben.

FRIEDA: Wie sich alles im Detail zugetragen hat, ist ja für spätere Generationen generell schwer nachvollziehbar. Tote und grausame Verbrechen gab es ja nicht nur durch Hitler und das NS-Regime. Man denke dabei auch an die Vorkommnisse in den Rheinwiesenlagern 1945. Doch in der Tat scheint gerade Deutschland diese Schuldwolke nicht wirklich loswerden zu können – oder loswerden zu sollen? Zudem stammten etliche Hintermänner von Hitler auch aus den USA. So berichtete beispielsweise Prof. Antony Sutton (1925 – 2002) in seinen zahlreichen Büchern u.a. über die männerbündischen Seilschaften, die den Kommunismus einerseits und Hitler andererseits finanziell unterstützt haben – nach dem Motto: „Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte…“

So wurden die Gorki-Betriebe in der Sowjetunion per Technologietransfer durch Henry Ford beliefert. Der war ja seit 1938 ein Unterstützer von Hitler. Die Rolle der USA, und hier insbesondere die der Banken und Großindustriellen, dürfte also nicht zu vernachlässigen gewesen sein. Auch die IG Farben gehörten zu Hitlers aktiven Unterstützern und darunter waren nicht gerade wenige jüdische Unternehmer. Was die Morde an ganzen Ethnien durch die USA angeht, Vietnam und Hiroshima, müsste zudem gerade über den USA mindestens eine ebenso gewaltige Schuldwolke hängen, doch die USA lassen sich ja nach wie vor gern als „Retter der Welt“ feiern und verstehen es elegant, von der eigenen Blutspur abzulenken.

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Die Opfer der stalinistischen „Säuberungen“ oder gar die vielen Millionen Toten, die das Mao-Regime zu verbuchen hat, sorgen medial nicht für solch eine geradezu ritualisierte Schuldzuweisung wie das Thema Nationalsozialsozialismus.

Was die Schuldwolke angeht, so wirkt übrigens auch die deutsche Nationalflagge (mit schwarzem Balken oben) auf das kollektive Unbewusste und hält die Schuld aufrecht. Der Ethnologe und Historiker Wolfgang Aurose äußert sich dazu in dem Interview „Identität und Evolution“, das ich bei dieser Gelegenheit nochmals empfehle.

Sehr gut beobachten lässt sich diese (steuernde) Wirkung der Nationalflagge (hierzulande) besonders bei Fußballweltmeisterschaften, wenn sich Horden von Menschen die „Schwarz-Rot-Gold-Flagge“ auch noch auf die Stirn malen, am Auto befestigen oder sich anderweitig damit schmücken. Die Flagge müsste umgedreht werden (Gold oben). Dann hätte sie eine positivere Wirkung auf das kollektive Unbewusste.

So kamen im Mai 1832 in der Pfalz bereits 30.000 freiheitsliebende Menschen aus der ganzen Bevölkerung zusammen, um im Rahmen einer Kundgebung, als „Hambacher Fest“ bekannt, für ein „Umdrehen“ der Nationalflagge einzutreten, also Gold-Rot-Schwarz statt Schwarz-Rot-Gold. Ziel dabei war, Deutschland aus der ewigen Schuldknechtschaft zu befreien. Die Anordnung der Farben auf der Nationalflagge dürfte also keineswegs bedeutungslos sein.

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Zurück zu Hitler: Der ist ja seit Jahrzehnten eine Art publizistischer Dauerbrenner. Es tauchen immer wieder neue Sichtweisen und Interpretationen über ihn auf. Mit Ihren Büchern bieten Sie nun im Dickicht all der Hitler-Biografien und historischen Betrachtungen eine Art „missing link“ an, indem sie Hitlers sexuelle „Transmutation“ näher beleuchten, in dem Zusammenhang sogar von Morbus Orgasmus sprechen.

Offenbar wurde auch das Thema Inzucht in Bezug auf Hitler (und womöglich auch mit Blick auf andere Diktatoren) bislang noch nicht angemessen öffentlich thematisiert. Den Faktor Inzucht für pathologisches Verhalten der Diktatoren dieser Welt näher zu beleuchten, finde ich übrigens sehr wichtig. Beispielsweise gibt es auch bei Diktator Kim Jong-un viel Geheimniskrämerei in Bezug auf seine Herkunft. Was fanden Sie diesbezüglich über Hitler heraus und wie bewerten Sie das Thema Inzucht generell frühere und gegenwärtige Diktatoren betreffend?

Volker Elis Pilgrim: Ich selbst bin überhaupt ein „missing link der Hitler-Forschung“. Es war, als wenn ich von jemandem gezogen worden wäre. Dabei wurde ich von einem Rätsel ins nächste gestoßen. Aus den insgesamt zehn Jahren Hitler-Forschungen kamen 40 „verlorene Glieder“ aus seinem Leben heraus, die ich gefunden habe und nun in die Hitler-Biografien integrierte.

Was die Inzucht auch bei anderen Diktatoren angeht: Ich würde Inzucht ebenfalls bei Stalin und Mao Tsetung annehmen, da beide in ländlichen Gebieten aufwuchsen, in denen prinzipiell Inzucht vorkam. Bei Mussolini und Franco nicht. Es müssen die üblichen Berserker, Diktatoren und Wüteriche von den Serienkillern unterschieden werden. Es gibt ja mehrere Grundmuster männlicher Verunstaltung, an denen ich Außenseiter seit Jahrzehnten arbeite und über die ich, je nach Zeit und Kraft, noch berichten werde. Das Serienkiller-Syndrom ist jedoch das Ärgste, weil es dann kein Halten mehr gibt und es zu Millionen Opfern führt, wenn ein vom Morbus Orgasmus betroffener Mann in eine politische Position gelangt ist.

Unter dem Titel „Von der Männerliebe zur Lust am Töten“ innerhalb der Tetralogie Hitler 1 und Hitler 2 widmet sich Buch Nr. II ausführlich der Frage nach Hitlers Inzucht. Mir gelang es, geschichtsprozessual zu beweisen, dass Hitler ein Produkt von Onkel und Nichte ersten Grades war. Unklar war zunächst: Wer war Hitlers väterlicher Großvater? Zur Debatte standen zwei Brüder. Ist es der Eine, dann entstammte Hitler nur der Inzucht zweiten Grades, ist es der Andere, wäre er ein Opfer von Inzucht ersten Grades gewesen.

Durch meine interdisziplinäre Schulung in mehreren Fakultäten gelang es mir, den Nachweis für denjenigen Großvater zu erbringen, dessen leiblicher Sohn Alois Inzucht ersten Grades betrieb. Alois heiratete Klara, die Tochter von Alois‘ Schwester. Alois und Klara wurden die Eltern von Adolf Hitler. Die Beweisführung für die Inzucht ersten Grades ist für das Serienkiller-Kontingent Hitlers wichtig. Denn alle Welt weiß heute, dass Inzucht bestimmte Gen-Schäden provoziert, zu denen der Morbus Orgasmus des Serienkillers gehört, eine sexuelle Anomalie, die die von ihr gezeichneten Männer zur „Lust am Töten“ treibt.

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FRIEDA: Der Psychologe und Systemtheoretiker Norbert Bischof postuliert in seinem Buch „Im Kraftfeld der Mythen“ übrigens sinngemäß, dass extrem Linke und extrem Rechte im Grunde eine ähnliche Neurose hätten. Die Linken idealisierten die Zukunft, die Rechten die Vergangenheit.

Ein Psychologe aus meinem Bekanntenkreis sagte in diesem Zusammenhang mal – auch sinngemäß – zu mir: „Je weniger die Menschen sich selbst spüren, desto eher sind sie bereit, sich Gruppen mit ähnlichen Neurosen anzuschließen, in deren Struktur sie sich bestätigt fühlen. Ob sich diese Gruppen das Etikett Antifa oder Pegida geben, führt zwar nach außen hin zu völlig anderen Wirkungen, hat aber vom ursächlichen Konflikt aus betrachtet Ähnlichkeiten, besonders diese: Wenn diese Menschen nicht weiterwissen, sich eigentlich ohnmächtig fühlen, bedienen sie unbewusst eine alte Struktur in sich. Und je geringer das Gefühl für sich selbst ist, desto mehr wähnen sie sich im Recht und rotten sich mit denen zusammen, die ihre Neurose bestätigen. Sie wählen dann den vermeintlichen Täter „im Außen“ aus, statt auf erwachsener Ebene eine Lösung herbeizuführen. Damit verhindern sie aber die Möglichkeit des empathischen Austausches und somit auch eine konstruktive Lösung. Der Überbringer einer Nachricht ist dann der Schuldige.“ Wie sehen Sie das? Sind Links- und Rechtsextreme sich womöglich sogar ähnlicher als sie denken?

Volker Elis Pilgrim: Ob sich Links- und Rechts-Extreme ähneln? Zur Beantwortung dieser Frage bin ich nicht gut geeignet, da ich ein gefallener Engel der Linken bin, ihnen jedoch immer noch nahe stehe. Wenn man diese Männer anders definiert, in Faschos und Diktatur-Kommunisten, dann besteht da sicher eine Ähnlichkeit, nämlich in der Affinität, herrschen zu wollen und dafür über Leichen zu gehen. Dann spielt die Ideologie, mit der das durchgezogen wird, keine Rolle. Dann handelt es sich um psychische Defekte, die auf Zerstörung ausgerichtet sind, denn so über die Interessen aller Menschen hinwegzugehen, wie es die faschistischen und kommunistischen Systeme getan haben, ist nichts anderes als lebensfeindliche Gewalt.

Vor allem muss beim sogenannten Ostblock auf die Naturzerstörung hingewiesen werden, die noch geschmierter verlief als im kapitalistischen „Westblock“, der sich immerhin damals Bürgerbewegungen wie die der frühen Grünen gefallen ließ.

FRIEDA: Was Hitler angeht schreiben Sie, er sei kein Psychopath, sondern ein Sexopath gewesen, ein Serienkiller, dessen „sexual-deviant entfesselter Tötungstrieb“ ihm sexuelle Befriedigung verschafft habe. Diese Annahme belegen Sie in Ihren Büchern mit vielen Quellen. In seinem Buch „Politische Ponerologie“ beschrieb der polnische Psychiater Dr. Andrzej M. Łobaczewski die Natur des Bösen.

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Darin analysiert er Initiatoren und Gefolgsleute von politisch unterdrückenden Regierungen und er untersucht die Faktoren, die zusammenwirken, wenn Menschen sich gegenseitig Grausames antun. Beispiele dafür bietet uns die Geschichte der Menschheit zuhauf. Łobaczewski tendiert dabei allerdings zu der Diagnose „Psychopathie“. Worin liegt für Sie der Unterschied zwischen Psychopathie und Sexopathie?

Volker Elis Pilgrim: Psychopathie war so ein gängiger Begriff, um falsches Verhalten von Menschen zu definieren. Psychopathie gilt als nicht heilbar, doch meiner Ansicht nach ist sie das in manchen Fällen schon, wenn für Psychopathen gehaltene Kriminelle resozialisierbar sind und dann nachweislich täterbiografisch nach Jahrzehnten der Auffälligkeit nie wieder straffällig werden.

Sexopathie hingegen ist nicht kurierbar. Es handelt sich dabei um einen genetischen Fehler, den ich an einem werdenden Serienkiller entdeckt habe, an jemandem, der noch nicht gemordet hatte.

Mir ist da eine Forschergunst quasi vom Göttlichen gewährt worden, weil mich Serienkiller schon seit meinem Kriminologie-Studium in meinen Zwanzigern beschäftigt haben. Alle bisherigen Personen, die mit Serienkillern umgehen, Polizisten, Ärzte, Psychiater, Rechtsanwälte, Richter, Bewährungshelfer, haben es immer mit Männern zu tun, die schon gemordet hatten. Dann ist das Syndrom der Orgasmus-Störung nicht mehr auszumachen. Denn der Serienkiller kann sich nach seinem ersten Mord den Orgasmus bei der Masturbation per Denken an seinen ersten Mord verschaffen.

Ein Masters-und-Johnson-Test zur sexuellen Reaktion würde unter Serienkillern nichts bringen – wegen des gerade erwähnten Phantasie-Reflexes. Wie der italienische Filmregisseur Fellini mal sagte: „Die erogenste Zone ist die Phantasie.“

Eine ganz andere Frage ist das millionenhafte Mitmachen von Männern, wie es Christopher Browning am Hamburger Polizei-Bataillon vorgeführt hat, das osteuropäische Juden zu Zehntausenden ermorden sollte. Etwa 500 Männer mussten antreten und wurden gefragt, ob sie morden wollten. Wer es nicht wollte, sollte raustreten. 12 haben es nicht gewollt. 12 zu 500! Das würde heute immer noch nicht viel anders laufen.

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Mein Leben widme ich diesen Fragen. Mich hat sehr beeindruckt, was Janusz Korzak, der polnisch-jüdische Kinder-Psychologe, gesagt hat: „Ich weiß nicht, was das Böse ist, wie man das macht.“ Er wurde mit seinen Schülern von den Nazis gefangen. Da er berühmt war, „gewährten“ die Nazis ihm die Freiheit. Er stimmte jedoch nur unter der Bedingung zu, dass seine Schutzbefohlenen mit in die Freiheit durften. Das lehnten die Nazis ab. So ging Korszak gemeinsam mit ihnen in den 20-minütigen Quälgas-Tod.

So ist es immer: Es gibt die Einzelmänner, die sogenannten Guten, die die Kultur, die wir so verehren, erschaffen haben, die Mozarts, Kopernicus‘, Raffaels, Schillers … Und dann gibt es die Männerbündischen, die diese Kultur notorisch von Generation zu Generation zerstören.

Bei Hitler 1 und Hitler 2 ging es mir zunächst darum, im Serienkiller das Ärgste an männlichem Töten zu treffen. Es wird immer vergessen, dass Serienkiller ja nicht nur „einfach“ und „irgendwie“ Menschen töten, sondern diese Killer quälen und töten sogenannte unschuldige Menschen aller Art. Sie bekommen ihre Orgasmen erst beim Erleben des qualvollen Sterbens der Opfer.

FRIEDA: Von Robert Jay Lifton stammt das Buch „Ärzte im Dritten Reich“, das die Rolle der Mediziner im Nationalsozialismus beleuchtet, die in diesem Regime auch zu Mördern und Mitläufern wurden. Ein Großteil der Ärzte, die in der NS-Zeit ihr Unwesen trieben, wurden gar nicht zur Verantwortung gezogen. Sie eröffneten nach Kriegsende ihre Praxen, als wenn nichts gewesen wäre.

Auch Dr. Thomas Röder und Volker Kubillus legen in ihrem Buch „Die Männer hinter Hitler – Wer die geheimen Drahtzieher hinter Hitler wirklich waren…und unter welchem Deckmantel sie noch immer unter uns weilen“ historische Fakten offen, die im Geschichtsunterricht nicht gelehrt werden. Viele aufschlussreiche Informationen zu dem Thema bieten zudem die Bücher von Ernst Klee.

Aber auch im DDR-Sozialismus wurde gefoltert. Und auch hier stellt sich die Frage, wo denn all die Täter geblieben sind? Dazu verweise ich an dieser Stelle nochmals auf den Beitrag „Missbrauch – Eine Gesellschaft von Tätern“, in dem ich das Thema schon vor einer Weile näher zu ergründen versuchte – insbesondere auch die Rolle der Kirchen dabei.

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So genannte Ärzte schienen im Fall Hitler ja auch eine entscheidende Schlüsselrolle gespielt zu haben. Für alle, die das erste, dritte und vierte Buch von Hitler 1 und Hitler 2 noch nicht kennen: Hitler wurde nach einer Senfgasverletzung im Alter von 29 Jahren ins Militärlazarett Pasewalk gebracht, wo eine seltsame Verwandlung bei ihm einsetzte. Welche Rolle spielte nach Ihren Recherchen der Lazarettpsychiater bei der „Transmutation“ von Hitler zum Serienkiller?

Volker Elis Pilgrim: Von Hitler 1 zu Hitler 2 gab es eine Wesensveränderung hin zum Serienkiller. Hitler 2 ist das Resultat des militärpsychiatrischen Männerbundes, der sich mit dem militärischen Männerbund verquickte. Die Ärzte-Kollektive, aus denen das Monster Hitler 2 produziert wurde, sind genauerer Gegenstand im vierten Buch von Hitler 1 und Hitler 2. Einiges schon im dritten.

Wie kamen Psychiater dazu, derart zum Büttel der Militärs zu werden?! Die Psychiatrie-Geschichte ist gebeutelt durch die Euthanasie, die vorwiegend von Psychiatern betrieben wurde! Aber es gab die Vorbereitung dazu schon 20 Jahre früher, die Kooperation zwischen Neuropsychiatern und Militärs. Freud nannte die hypnotisierenden Psychiater „Maschinengewehre hinter der Front“.

Die Psychiater hypnotisierten die real erkrankten Soldaten einfach zurück an die Front, um zuerst das Heer nicht ausrieseln zu lassen und später, um Entschädigungs-Ansprüche (Renten) abzublocken. Mehr dazu steht übrigens im dritten Band von Hitler 1 und Hitler 2.

FRIEDA: Demnach ist die Komplexität der Pathologie von Hitler und anderen männerbündischen Diktatoren insgesamt schwer auszumachen, aber wesentlich auch dem Einfluss von Psychiatern zuzuschreiben. Sie schreiben, „aufgrund des – in Kultur, Politik, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft – herrschenden männerbündischen Gesellschaftssystems konnte der seit seiner ‚Pasewalker Transformation‘ plötzlich hypnotisch suggestiv exorbitant befähigte, gezündete Serienkiller Hitler die Verhaltensweisen von Millionen Männern aus allen Schichten des Volkes steuern“, auf dass diese psychisch gesteuerten Mitglieder zu Hitlers Befriedigung mit Hilfe seiner Kriegsindustrie Dutzende Millionen Menschen ermordeten. “Hypnotische Suggestion“ ist für mich das Schlüsselwort, denn genau diese Methode wenden ja auch Psychopathen an, um ihre „Individual Targets“ für eigene Zwecke zu instrumentalisieren.

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Die Nazis bedienten sich bei ihrer Massenhypnose okkulter Methoden, wie Rüdiger Sünner in seinem Buch (mit Filmdokumentation) „Die schwarze Sonne – Die Macht der Mythen und deren Missbrauch im Nationalsozialismus und rechter Esoterik“ beschreibt. Okkulte Methoden haben Auswirkungen auf das Unterbewusstsein der Massen, und in Systemen kann dann eine Art Emergenzwirkung auftreten, die Diktatoren für sich zu nutzen wussten – und nach wie vor zu nutzen wissen. Eine besondere Rolle spielen dabei Symbole, die buchstäblich „aufgeladen“ werden können, wenn sie den Massen häufig genug präsentiert werden – meistens noch untermalt mit Bildern und entsprechenden Tönen…

Dazu kam, dass 1939 der Kammerton A von bislang 435 Hertz auf 440 verändert wurde – und das trotz großer Proteste von namhaften Künstlern seinerzeit. Es wurde also auf allen Ebenen gezielt daran gearbeitet, das Volk in Kampfesstimmung zu bringen. Propaganda, Marschmusik, Parolen, Symbole, Rituale – und der Mensch wird zur Marionette.

Auch heute noch werden Symbole und Rituale genutzt, um Menschen zu konditionieren. Dennoch gab es unter den Massen immer einige Individuen, die den Spuk durchschauten, die Widerstand leisteten oder rechtzeitig flohen. Was zeichnet Ihrer Ansicht nach einen Menschen aus, der sich nicht instrumentalisieren lässt?

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Volker Elis Pilgrim: Die „Ich-Kraft“, ein echtes, eigenes Ich zu haben, das auf alles reagieren kann, auf gesellschaftliche Verheerungen, Gefahren aller Art, auf göttliche Stimmen, auf Träume, auf Warnungen, die direkt vom Leben kommen, auf co-bewusste (im Sinne von „ko-operativ“) Zeichen aus dem eigenen Bauch, auf die innere Stimme. Diese gesamten Kapazitäten eines selbstbewussten Ichs muss jeder Mensch natürlicherweise erst lernen. Aber um das zu können, muss er von Konditionierungen und Fixierungen frei werden.

Wir können diese Ich-Kraft letztlich an allen Menschen nachvollziehen, die aus dem sich anbahnenden Nazi-Terror emigriert sind. Denn Widerstand war ab 1933 nicht mehr möglich, wie der ausgewanderte Brecht es in einem Brief an den dagebliebenen Komponisten Paul Hindemith formuliert hat: „Man kann nicht gegen eine Sintflut argumentieren.“ Im ganzen 1920er Jahrzehnt konnte die Ich-Kraft dazu genutzt werden, gegen das Hitler-Unheil zu kämpfen und zu arbeiten. Auch dafür gibt es genug Beispiele.

Aber die Gegner und Pro-Demokraten waren in der Minderheit, der „autoritäre Charakter“ der Deutschen in der Mehrzahl, um den Gedanken mit einem Adorno-Begriff zu beschließen. Es gibt Nach-45-Untersuchungen darüber, wie die Hitler-Gefolgsleute und -wähler psychisch ausgestattet waren, eben autoritätslüstern, was immer auch mit Elternhörigkeit verbunden ist. Autoritätslüsternheit und Elternhörigkeit sind vom Wesen her identisch. Das war nach der abrupten Abschaffung des Kaiserreichs nach November 1918 auch kein Wunder.

Krieg wird vom männerbündischen Patriarchat gebraucht, provoziert. Das ist eine Art archetypisches Erbe aus einer Zeit, als noch das Vieh und die Äcker verteidigt werden mussten. Damals war Krieg sozio-adäquat, heute aber nicht mehr! Also bitte: Andere Männer aufziehen, weil Krieg dann überflüssig wird!

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Doch zu meinem Hochlob eines starken Ichs stellen Sie sich das Entsetzen der Gegenwart vor: Die neueste Hirnforschung streitet dem Menschen überhaupt ein Ich ab, behauptet, die Menschen seien „nur Maschinen“, das Ich sei „ein Märchen“ und publiziert so eine Aussage an zentraler Stelle im Spiegel. (Quelle: (Spiegel, Nr. 50 v. 12. 12. 2011, S. 149 ff., Spiegel, Nr. 7 v. 13. 2. 2012, S. 110 ff.).

Die Ich-Stärke eines Menschen, die eng verbunden mit dessen Autonomieentwicklung ist und nur konstruktiv zum Ausdruck gebracht werden kann, wenn zuvor erforderliche Reifeschritte vollzogen wurden, halte ich für existenziell wichtig. Umso entsetzter war ich, als ich im Spiegel las, wie manche Vertreter der neueren Hirnforschung dem Menschen ein Ich absprechen.

Wieder haben wir es mit einem neuen Dogma zu tun und damit mit einer Herrschaft von Medizinern, die irgendetwas behaupten, bis ihnen das Gegenteil nachgewiesen wird. Denken Sie an den 250 Jahre wütenden Onanie-Wahn, an den 50 Jahre herrschenden „Alles-sind-die Gene“-Wahn! Das Ich im Menschen zu leugnen, nur weil es nicht operativ-physisch greifbar ist, ist eine neue Art von Unterdrückung und Ausbeutung, die eine akademische Zunft gegen den Menschen verübt.

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Zum Beispiel haben Hitler 1 und Hitler 2 dasselbe Gehirn gehabt, doch ein komplett anderes Ich. Die wilden Kinder, die in einem Zeitraum von um die 500 Jahre in der Natur ausgesetzt und von Tiergemeinschaften aufgezogen wurden, haben ebenfalls ein anderes Ich, nämlich ein Wolfs-, Schafs- oder Ziegen-Ich, je nachdem, in welcher Tiergemeinschaft sie aufwuchsen. Als mal ein Wolfsjunge zurück in die menschliche Gemeinschaft kam, musste ihm mit ziemlichen Mühen ein menschliches Ich neu anerzogen werden. Auch der Wolfsjunge des französischen Taubstummen-Arztes Jean Itard hatte dasselbe Gehirn vorher und nachher, aber als Wolfsjunge und als Menschenjunge ein anderes Ich.

FRIEDA: Soweit ich informiert bin, sieht das die moderne Hirnforschung durchaus differenzierter, je nachdem, wer was sagt. Grundsätzlich ist Vorsicht geboten bei allem, was als Wissenschaft angeboten wird. Mein Interviewpartner Carsten Pötter sagte beispielsweise in dem Beitrag „March for Science – Mogelpackung?“ wörtlich: „Es gibt nämlich keine wertfreie Information, zumindest keine, die von Menschen stammt. Politisch geduldete und wirtschaftlich geförderte Wissenschaft liegt immer an einer Kette, an deren Ende ein Geldgeber steht, der eigene Interessen verfolgt oder ein ‚staatliches System‘, das seinerseits an einem Finanztopf hängt. Eine freie Wissenschaft hat es nie gegeben.“

Dr. Hans-Joachim Maaz, Psychiater und Psychoanalytiker, Institut für Beziehungskultur in Halle, schrieb ein Buch mit dem Titel „Das falsche Leben – Ursachen und Folgen unserer normopathischen Gesellschaft“. Er ist der Ansicht, dass das Kranke, das Pathologische in einer Gesellschaft, nicht mehr erkannt wird, wenn die Mehrheit einer Bevölkerung in eine bestimmte Richtung denkt und handelt. Ist die Gesellschaft Ihrer Ansicht nach vom Kern her erstarrt in ihren Emotionen und ihrem Selbstausdruck, und wenn ja, woran könnte das liegen? Womöglich auch am Monotheismus?

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Volker Elis Pilgrim: Norm-Abhängigkeit (Konformität) ist ein Männerbund-Gebaren und -Verfahren, denn da herrscht immer „Gleichschritt Marsch“ auf allen denkbaren Gebieten. Sie legen die Finger in die Hauptwunde, den Monotheismus. Ab da beginnt der Untergang. Alles Mono ist strikt unnatürlich. Die Natur besteht aus Poly und Multi. Sie hat die schlechte Erfahrung mit vier Milliarden Jahren Zellteilungen gemacht, Fortpflanzung nur aus einem, dem weiblichen Geschlecht. Dann hat sie „die Erfindung“ des zweiten Geschlechts, des männlichen gemacht.

Die Männerbünde hintertreiben diese Errungenschaft und fallen hinter der Zellteilung zurück. Sie wollen alles nur aus einem Geschlecht regeln. Das ist viel zu langsam. Wir brauchen die Frau, das Weibliche, um schneller und gründlicher mit Veränderungen auf Missentwicklungen reagieren zu können! Der Männerbund kann das nicht.

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Zu Ihrer Frage, ob die Gesellschaft vom Kern her in ihren Emotionen und ihrem Selbstausdruck erstarrt sein könnte: Alles kommt aus der Vermeidung der 3. Geburt. Gemeint ist damit das Weggehen vom Ursprungsmilieu. Wenn wir diesen Schritt nicht absolvieren, wollen wir immerzu irgendwie und irgendwo reißen, zerstören, austreten, also immer mit anderen Mitteln den Ausbruch aus dem 2. psychosozialen Uterus nachholen oder imitieren.

Buddha ist doch ziemlich beliebt und bekannt. Mir ist schleierhaft, warum sich diese seine Weisheit nicht herumgesprochen hat. Ich habe es in der Taschenbuch-Ausgabe meines Buches „Die Elternaustreibung“, 1986 als Taschenbuch bei Rowohlt erschienen, so definiert: Wenn bei jemandem alles sachlich und sexuell befriedigend läuft, er keinen Grundsatz-Lebenskummer hat, dann muss dieser so harsch und unnatürlich erscheinende Schritt nicht gemacht werden.

Aber wenn sich immer und immer bestimmte Dinge wiederholen, die einen ärgern, dann sollte zur Separierungstat geschritten werden. Von wegen „unnatürlich“! Alle unsere nahest verwandten Mitgeschöpfe machen es so: Wenn die Jungsters alles können, ihre Würmchen etc. selbst aufpicken, dann heißt es: „Los, los raus!“ Denn wir „ehemaligen“ Eltern wollen neue Kinder haben. Bei uns Menschen sind diese „neuen Kinder“ dann eher sinnbildlich zu betrachten, etwa in Form neuer Projekte oder Freizeitgestaltungen.

Genau diesen Sozial-Effekt vermeiden wir durch das Versäumnis der 3. Geburt. Wir Kinder und unsere Eltern werden nach dem „Cut“ frei, können uns ganz der Welt zuwenden (Kind) und es wieder tun (Eltern). Es herrscht aber eine sozio-psychische Inzucht. Ganz schrecklich und unnatürlich ist der Satz von Eltern: „Ich will doch von meinem Kind im Alter etwas haben!“ Und das, was dann gehabt wird, ist nur Ärger und Enttäuschung. Während wir die echten neuen Liebhaber und Liebhaberinnen verpassen.

FRIEDA: In „Das sexuelle Niemandsland“, Buch I aus der Hitler-Tetralogie, schreiben Sie, Befreiung geschehe nicht, wenn sie nur gedacht und nicht auch mit der eigenen Biografie gelebt werde. Darin seien die entscheidenden Gründe zu suchen, warum beispielsweise die Erneuerungen eines Marx und eines Freud notorisch erfolglos blieben, da sie ein falsches Credo verbreiteten, nämlich, dass Befreiung nur bei anderen, nicht bei sich selbst zu geschehen habe.

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„Wegen dieser anti-autobiografischen Attacke geschieht Befreiung dann bei anderen ebenfalls nicht“, schreiben Sie ferner. Ich finde, das ist eine sehr wichtige Erkenntnis, gerade in Zeiten wie diesen, wo wieder viele nach „Souveränität“ und „Freiheit“ rufen, aber oft nicht die eigene Biografiearbeit, mit allen womöglich damit verbundenen Schmerzen, auf sich nehmen. Für Sie hatte ihre individuelle Befreiung damit zu tun, Ihrer Herkunftsfamilie den Rücken zu kehren, inkl. Erbverzicht. Kann innere Freiheit nicht erst durch die innere Aussöhnung mit der eigenen Herkunft geschehen und somit auch mit deren Akzeptanz?

Volker Elis Pilgrim: Innere Aussöhnung mit der eigenen Herkunft? Immer wird zuerst das Ei und nicht die Henne erwähnt. Was wir versäumen, ist die dritte Geburt. Buddha hat drei Geburten des Menschen terminiert: 1. = die physische, bei der Zeugung, wenn Samen und Ei zusammenkommen und daraus ein Fötus entsteht. Ab da ist etwas Neues anwesend. Ob dieses „Weichteil-Etwas“ abgetrieben werden darf oder nicht, soll jetzt nicht ausdiskutiert werden. Zumindest existieren wir ab dem Moment, wenn auch erst in kleiner mollusken-artiger Gestalt.

Es geht um die Stadien, die Buddha als „Geburten“ bezeichnet, wo das Abendland nur von einer Geburt spricht. 2. = die soziale, der Austritt aus dem Mutterleib, der Vorgang also, den wir Geburt nennen. Wir sind dann als eine leibliche Gesondertheit von der Mutter getrennt. Danach ist das Baby leiblich ein „Extra“, bedarf aber noch der psychosozialen Aufzucht. 3. = die psychische Geburt, der Austritt aus dem sozialen Uterus, in den wir durch unsere zweite Geburt eintreten und ohne den wir nicht zu erwachsenen Menschen werden.

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Buddha sagte sinngemäß, was nun kommen müsse, sei die psychische Geburt, der Weggang aus dem sozialen Uterus, der uns ein bis zwei Jahrzehnte umschlossen hat. Bei dieser 3. Geburt handelt es sich eben nicht um etwas Inneres, das so genannte Erwachsenwerden in uns inklusive der Versöhnung mit den Altvorderen, was auch immer sie bei der Aufzucht verbrochen haben, sondern um einen organisatorischen Weggang aus dem bisherigen Milieu! Dann kommen neue Kräfte zu Hilfe, die diese Initiation oder Individuation wie eine Art Katalysator vorantreiben. Alle uns verwandten Säuger in der Natur praktizieren diesen Weggang im Rahmen eines bestimmten Reifevorgangs.

Durch mein Wissen von den wilden Kindern, das in der ersten 1968er Zeit virulent war und heute wieder verlorenging, muss ich darauf hinweisen: Als Mensch sind wir soziales Produkt, aufbauend auf unseren natürlichen Gegebenheiten und Anlagen. Doch wenn wir ausgesetzt wurden, wie es früher noch geschah, und wenn uns dann Wildtier-Gemeinschaften aufgenommen und aufgezogen haben, wurden wir nicht Mensch, sondern Wolf, Ziege, Kuh oder Schaf.

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Für mich ist eines der spannendsten Zeugnisse der Wolfsjunge des Taubstummenarztes Jean Itard. Ebenso das Beispiel Kaspar Hausers, das im deutschen Volksbewusstsein tief verwurzelt ist. Kaspar Hauser ist nur mit Handreichungen aufgewachsen. Auch er war ausgesetzt worden, sollte getötet werden, was jemand verhindert und ihn irgendwo versteckt hat, dann aber immer nur notdürftig betreute, mit ihm aber nicht säuglings-, kind- und jünglingsgerecht umgegangen ist. Dazu gibt es einen spannenden Film von Werner Herzog. Er konnte mich 1974 dazu gewinnen, darin einen jungen Pfarrer zu spielen.

Ich hatte keine andere Wahl als die dritte Geburt zu vollziehen, weil mein Ursprung mir etwas Unlebbares aufbürdete, Nazi-Familie gewesen zu sein. Ich trennte mich vom gesamten Milieu mit Mitte 30, bis zum Erbverzicht und der Aufgabe meines adligen Namens.

Durch meinen vollständigen Weggang vom Ursprung kamen auch mir seinerzeit viele neuen Kräfte zu Hilfe. Die erste war die Adoption durch neun jüdische Emigranten in Melbourne, fünf deutsche, drei österreichische und eine polnische Person. Letztere war sogar Auschwitz-Opfer. Sie hatte gar keine Schwierigkeiten mit mir. Ihre Hand zitterte und auf ihrem Unterarm war die Tätowierung ihrer Häftlingsnummer eingebrannt geblieben.

Alle nahmen wahr, dass ich den Cut mit meiner Ursprungs-Familie biografie-ernst gemeint habe und keine Spielchen trieb. So konnte ich mit diesen neuen neun „Primärpersonen“ zum Judentum konvertieren. Wie meine jüdische Wahlmutter, Doris Liffman, mal sagte: „Du brauchst eine jüdische Mutter!“ Religiös hätte ich nie zum Judentum konvertieren können, weil mir das alles zu „masku“ und zu „mono“ ist. Von den abrahamitischen Ausprägungen des Judentums, Islams, Katholizismus‘ und Protestantentums kann ich mich religiös nur mit dem Katholizismus anfreunden, weil er Maria und die Heiligen hat, unter denen viele Frauen sind.

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Aber nun kommt das Unerwartete: Genau durch mein Extrem fand die Aussöhnung mit meiner Ursprungsfamilie statt. Ich habe meine Altvorderen mit einem Mal voll verstanden, sie zum Beispiel auch als Opfer sehen können. Ich begann mit der genealogischen Rückverfolgung bis zum 5. Glied. Bei einer Urur-Oma, die im Rollstuhl landete, fing alles Miserable an. Vor allem konnte ich mich innerlich mit meinem Haupt-Missbraucher versöhnen.

Zwar sind meine „Biologischen Eltern“ nicht mehr „Vater“ und „Mutter“ für mich, denn das haben sie verspielt. Das sind Herbert und Doris Liffman, geborene Oppenheim. Aber da meine Mischpoke so eine riesige, auch positive Bedeutung für mich hatte, denke ich an sie nicht nur im Zorn wegen ihrer Dritte-Reichs-Mittäterschaft und des an mir verübten sexuellen Missbrauchs, sondern wegen vieler Details auch versöhnlich und freundlich. Sie haben mir die klassische Musik beigebracht und Dutzende andere positive Eigenschaften. Ich denke an sie eigentlich nur noch mit Dankbarkeit, auch wenn die Folgen des homosexuellen Missbrauchs für mich zeitweise katastrophal waren.

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Auch meine beiden Opern waren Männeropern! Mein Theaterstück dreht sich um eine Tochter-Mutter-Problematik, muss aber von Männern gespielt werden, damit die Probleme beider Geschlechter transparent werden. Dazu kam noch die Öffnung zu ganz neuer Religiosität.

Dass wir so eingeschnürt sind von unseren Altvorderen, hat einen wirklich verheerenden Nachteil: Wir verlieren die Empfänglichkeit gegenüber den göttlichen Impulsen. Die kommen nicht mehr zu uns durch, weil wir geradezu eltern-vermantelt sind.

FRIEDA: Fühlen Sie sich selbst denn heute frei?

Volker Elis Pilgrim: Ob ich mich heute frei fühle? Und wie! Ich bin zwar spittelarm, da ich etwa 25 Jahre kein Geld verdient habe seit meinem Rauswurf aus dem Rowohlt Verlag, in dem ich (mit 12 Titeln und drei neuen) ungefähr 14 Jahre lang ein schon bevorschusster sogenannter Starautor war. Aber mein Gang nach Australien, mein Hören auf Stimmen, nicht auf die, die einen als schizophren definieren, sondern die, die einen leiten, war entscheidend auf meinem Weg zur inneren Freiheit.

Seit meiner frühen Psychoanalyse zwischen 21 und 28 habe ich das Hören auf Träume gelernt, die ja ebenfalls Gottes-Stimmen sind. Zuerst sprach Gott noch persönlich zu Noah und sagte: „Leider wird eine Flut kommen. Aber Du warst immer nett zu mir. Bau Dir mal ein Boothaus, damit Du Dich retten kannst!“ Zu Loth sprach dann schon ein Engel, weil Gott wegen der anschwellenden Menschheit überlastet war und nicht mehr alle selbst aufsuchen konnte. Der Engel sagte: „Es wird Sodom und Ghomorra verbrannt werden. Mach Dich mal auf!“ Und Jesu Vater kam dann der Traum: „Es besteht die Gefahr, dass Dein Sohn Jesus im Betlehem’schen Knabenmord getroffen werden könnte. Hau mal lieber sofort ab!“

Ein Psychoanalytiker der 1920er hatte einen hervorragenden Begriff, indem er vom „Training im Traum“ sprach. Die Träume trainieren uns, die richtigen biografischen Entscheidungen zu treffen. Dazu ist es natürlich wichtig, dass wir in den Schulen in Traumdeutung und Religiosität unterrichtet werden, nicht mit irgendwelchen Dogmen, sondern mit dem Geschenk: Was ist Religiosität? Doch wir lernen in den Schulen keine wirkliche Lebensmeisterung.

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FRIEDA: In Ihrem neuen Buch über Marx schreiben Sie, wie eingangs schon erwähnt: „Wenn die Männlichkeit so mit der Weiblichkeit umgeht, wie Marx es historisch rekonstruierbar vorgeführt hat, wird die Natur kaputt gehen.“ Worauf ich hinaus will: Der Umgang der Männlichkeit mit der Weiblichkeit (und ich meine hier nicht eine „Emanzipation der genderisierten Gleichmacherei“…) wird, da sind wir uns sicher einig, diesen Planeten, unsere Lebensgrundlage, in den Abgrund stürzen. Regionen, in denen die Weiblichkeit nicht unterjocht wird, zeichnen sich sicherlich nicht zufällig durch meist gesündere Ökosysteme aus.

Die Maori setzten 2015 durch, dass ein Fluss als Wesen deklariert wurde. Sieht man sich die Medienberichte dazu an, fällt auf, dass anscheinend überwiegend Frauen dafür eingetreten sind, weil sie Flüsse als Teil ihrer spirituellen Identität betrachten. Die Maori scheinen sich ihren indigenen Zugang zur Natur bewahrt zu haben, der vielen Menschen in den Industrienationen abhanden gekommen ist. Sich an diese Wechselwirkungen zwischen Natur und Mensch zu erinnern, halte ich für außerordentlich wichtig. Haben Sie dazu in Neuseeland eigene Erfahrungen gemacht?

Volker Elis Pilgrim: Zum „Fluss als Wesen“ möchte ich eine Geschichte erzählen: Ein Filmteam aus Übersee, das Wissen der Ureinwohner nicht achtend, wollte an einem Fluss den Film „Riverqueen“ drehen. Ein Maori-Stamm wollte das nicht, weil er davon überzeugt war, die Film-Aufnahmen würden ihrem Fluss etwas antun. Davon ließ sich die Produktionsfirma nicht beeindrucken, machte mit den Vorbereitungen weiter. Dann ging ein Maori-Chief in ein Zeitungsbüro und annoncierte: „I predict impending desasters.“ („Ich sage drohende Katastrophen voraus!“) Was glauben Sie wohl, was für Desaster es bei der Firma hagelte?! Unfälle, Ausfälle der Schauspieler und schließlich endete der Film in einer Pleite.

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Mit meiner Südsee-Erfahrung hätte ich bei der Warnung des Mannes nie an dieser Stelle weitergemacht, sondern einen anderen Fluss gesucht, an dem niemand verletzt wird. Es kommt ja nicht auf das objektive „Richtig“ oder „Falsch“ an, sondern darauf, dass die Filmfirma in jemandes Gefühle und Vorstellungen eingriff und sich um Warnungen nicht scherte, was ein Fehler war…

Mit Maori-Mythen und -Märchen habe ich mich vertraut gemacht. Zum Beispiel werden auch Wolken beseelt. Ich fragte mal jemanden, ob man mit Wolken sprechen könne. Das wurde mir bestätigt. Beim nächsten Regen tat ich es: Ich musste in meiner Zeit zwischen 1999 und 2007 in Auckland oft mit dem Rad weite Strecken fahren und hatte ab 2004 meinen Computer dabei, wenn ich etwas aus Büchern in den Bibliotheken exzerpieren wollte. Da kam einmal ein sintfluthafter Regen. Ich hatte es aber eilig und konnte nicht warten, bis der Regen aufgehört hatte. So nahm ich mir die Tanten Wolken und den Onkel Wind vor und sprach mit ihnen, mitten auf dem Rad, natürlich auf Englisch, weil sie das seit 1830 gelernt hatten.

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Und siehe, Wind und Wolken hatten ein Einsehen und hörten auf meine Bitten. Die Tanten Wolken strippten nicht mehr und der Onkel Wind pustete sie weiter, so dass sie sich auflösten und die Sonne durchkam. Ich sagte: „Ihr könnt später, morgen oder, noch besser, heute Nacht, Euer Werk vollbringen, was die Erde ja auch braucht, aber bitte nicht gerade jetzt während meiner so unerbittlich notwendigen Fahrt. Ich hatte mich nämlich gewundert, dass alle Freiluft-Feste, die Auckland veranstaltete, immer, wirklich immer, bei bestem Wetter stattfanden und nie im Regen untergingen. Da hatten also auch andere mit Wind und Wolken konferiert.

Auch ich tat es immer mal wieder. Und nie wurde ich enttäuscht. Einmal ging es um den Start eines Sonntag-Marktes. Regen passte überhaupt nicht. Alles wartete verzweifelt darauf, die Marktstände aufzubauen. Es unwetterte fürchterlich. Es war zwar nicht ganz meine eigene Angelegenheit, aber ich begann von Neuem mein Gespräch mit Wind und Wolken. Und siehe da: Sehr bald hatten sie ein Einsehen! Jeder Mensch sollte dort, wo er ist, ein guter Geist sein.

FRIEDA: Ja, vielleicht sollten wir alle genau das wieder lernen. Das Gespräch mit dem Wind und den Wolken, mit den Flüssen und der Erde. Denn die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern, aber wir können Einfluss auf die Zukunft nehmen! Herzlichen Dank für Ihre Bereitschaft zu diesem umfassenden Gespräch!

Noch ein abschließender Hinweis an meine Leserschaft: Stimmt, eigentlich wollte ich keine Interviews mehr machen. Werde ich vsl. auch nicht mehr. Dieses „schriftliche Gespräch“ mit Volker Elis Pilgrim stammt (in einer Urfassung) aus dem letzten Jahr, doch wir entschieden, es nun erst zu überarbeiten und online zu stellen.

Hier noch Fundsachen zum Thema: „Marx und Engels intim“: https://www.epochtimes.de/feuilleton/buecher/karl-marx-engels-intim-briefwechsel-zeigt-was-sie-wirklich-dachten-a2105366.html

sowie: https://www.epochtimes.de/wissen/der-dunkle-ursprung-des-kommunismus-satanismus-illuminaten-und-ihr-hass-auf-die-welt-a2065872.html

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Zur Gesundheitspolitik des Jens Spahn

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