Sexsymbol oder Tunnelblick?

Die Muttergöttin und der Tunnelblick des Mannes

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Forscher enträtseln Steinzeit-Erotik“ ließ SPIEGEL-Online gestern, am 24.11.2017, verlauten. Der Beitrag erschien übrigens unter „SPIEGEL-Wissenschaft“ (…). Inhaltlich geht es um einen außergewöhnlichen archäologischen Fund in Sachsen, der dem Neolithikum zugeordnet wird. Das Alter der schwarzen, üppigen weiblichen Figur wird auf etwa 34.000 Jahre geschätzt. Zum SPIEGEL-Beitrag: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/elfenbein-puzzle-aus-breitenbach-forscher-entraetseln-steinzeit-erotik-a-1179824.html

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Schon klar: Bei einer weiblichen Figur aus dem Neolithikum können Männer, ob Archäologen oder Wissenschaftsredakteure, ja nur darauf schließen, dass es sich um so etwas wie ein prähistorisches „Sex-Toy“ gehandelt haben muss. Die „Venus vom Hohle Fels“ sei sechs Zentimeter groß und wiege 33 Gramm. Aufgrund der großen Brüste und des ausgeprägten Gesäßes sowie der hervorgehobenen Geschlechtsteile habe ein US-Forscher in Bezug auf die Figur sogar gemutmaßt, man könne nach heutigen Maßstäben fast schon von Pornografie sprechen. So steht es sinngemäß in dem erwähnten Beitrag. Ausgrabungsleiter Olaf Jöris stellte demnach immerhin die Vermutung an, Figuren dieser Art könnten als Fruchtbarkeitssymbole oder Darstellungen von Clan-Müttern gedient haben.

Tunnelblick oder Mutter-Konflikt?

Da stellt sich mir doch unweigerlich die Frage: Wie hätten männliche Archäologen wohl einen Fund interpretiert, der eine männliche Figur mit einem riesigen Phallus dargestellt hätte? Wäre dann auch die Idee aufgekommen, dass es sich dabei womöglich um ein Erotik-Relikt (einen Ur-Dildo sozusagen…) aus prähistorischer Zeit gehandelt haben dürfte? Oder wäre die Interpretation in einem solchen Fall dann doch eher in Richtung „Gottesbildnis“ gegangen – so in Richtung: „Wissenschaftler sind sich einig, dass es sich bei der männlichen Figur aus der Steinzeit sehr wahrscheinlich um ein Abbild eines Gottes gehandelt haben muss…“ – ? 😉

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Diese Frage darf die Leserin/der Leser sich selbst beantworten. Dass Männer im Jahre 2017 beim Anblick einer Frauen-Skulptur aus dem Neolithikum fast nur die Assoziation haben: „Das kann ja dann nur ein Erotik-Spielzeug“ gewesen sein, statt vielleicht mal zu erwägen, ob es sich um eine Göttinnendarstellung handelt, zeigt auch, dass Gender-Gaga nichts gebracht hat – und auch nichts bringen wird, solange in den Köpfen immer noch die alten Schubladen bedient werden. Irgendwie sind die Jungs bei dem Thema „Göttin“ ja insgesamt noch ein wenig verhalten – Gott als Frau? Da bleibt dem Manne doch fast die Spucke weg…, wo doch so viele Jahrtausende daran gewerkelt wurde, Frauen eher so als Nebeneffekt der Schöpfung zu betrachten, „aus der Rippe des Mannes“ eben…

Ob das eigene Mutter-Thema wohl hier und da doch noch als Leiche im Keller vor sich hinschlummert? Macht nichts. Das geht Frauen auch so. Wir alle haben unser Leid zu tragen mit unseren mehr oder weniger traumatisierten, oft verklemmten und neurotischen Eltern…

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Übrigens erwähnte ich noch just einen Tag vor dem Erscheinen des SPIEGEL-Beitrags in dem Märchen „Terra – Ein Märchen über einen einst schönen Planeten“, veröffentlicht am 23.11.2017, dass die Rückkehr der Großen Mutter allmählich auch durch neue archäologische Funde angekündigt würde – und prompt, schon am nächsten Tag, fand ich den Text auf SPIEGEL-online…! 😉

Dabei ist die Rückkehr der Großen Mutter eher sinnbildlich zu verstehen, als energetische Zeit-Qualität sozusagen, die sich nicht nur dazu anbietet, sondern es geradezu erfordert, das Ur-Weibliche zu integrieren. Der neuerliche Fund in Sachsen bestätigt übrigens wiederum die Forschungsergebnisse von Doris Wolf, die diese auf unterhaltsame und spannende Weise in ihren beiden Büchern „Das wunderbare Vermächtnis der Steinzeit“ und „Der Kampf gegen Weisheit und Macht der matriarchalen Urkultur Ägyptens“ in gleichermaßen verblüffende und erhellende Zusammenhänge bringt, Forschungsergebnisse, die darauf hindeuten, dass so manche der gängigen heiligen Schriften doch eine ganze Menge Fehlinformationen aufweisen dürften… – und dass in dem „Märchen über Terra“ womöglich die eine oder andere Vermutung auf wahren Begebenheiten basiert.

Aber wie auch immer die Vergangenheit war: Mehr denn je dürfte es darauf ankommen, wie wir die Zukunft gestalten. Die auf FRIEDA-online schon mehrfach empfohlenen Bücher von Doris Wolf, sowie das Buch „Sophias Leib“ von Annegret Stopczyk-Pfundstein, lege ich daher allen ans Herz, denen an gelebter Gleichberechtigung von Frauen und Männern gelegen ist – und nicht nur an neuen Gender-Jobs für Papiertiger und Papiertigerinnen!

Tunnelblick oder Durchblick?

Anhand der Beschreibung des Sachsen-Fundes wird nämlich deutlich, dass wir uns Gender-Gaga sparen können, wenn in den Köpfen der Frauen und Männer kein Umdenken und Umfühlen stattfindet, indem nämlich das Göttliche Weibliche mit den entsprechenden Attributen wie Weisheit, Kooperation, Empathie, Fürsorge, Inspiration, Intuition etc. mindestens gleichberechtigt neben dem Logos einen Platz erhält nach all den Jahrtausenden monotheistischer Religionen. „Schaffen wir das“, braucht es auch keine Kriege mehr zu geben – wetten?

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Die ganze gestaute emotionale Energie könnte dann beispielsweise im Rahmen von Festivitäten ausagiert werden und Männer bräuchten sich nicht mehr für irgendwelche neurotischen „Kriegsherren“ oder „Wirtschaftsbosse“ oder „Politiker“ vor den Karren spannen zu lassen, sondern könnten entspannen und sich gemeinsam mit den Frauen um die Kinder, die Tiere und das Wohlergehen der Gemeinschaft kümmern, vielleicht Earthships bauen, Bienenstöcke pflegen, Gärten bewirtschaften u.v.a.m.

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In seinem Buch „Mama Trauma – Warum Männer sich nicht von Frauen führen lassen“, beschreibt Werner Dopfer übrigens den Urkonflikt, der bei Männern häufig immer noch dafür sorgt, Frauen – unbewusst – entweder in Heilige oder in Huren einzuteilen.

Im Islam wird dieser (männliche) Konflikt anscheinend zu umschiffen versucht, indem Frauen sich nach außen verhüllen, privat (in der Ehe) aber durchaus eine ganz andere Rolle spielen. Das mag vielleicht gar nicht die schlechteste Lösung sein für Menschen, die diesem Konzept anhängen, denn immerhin gesteht man auf diese Weise der Frau durchaus beide Aspekte zu; doch der Weisheit und Freiheit letzter Schluss ist das nach meinem Empfinden noch lange nicht, denn Monotheismus bleibt Monotheismus, während das Matriarchat sehr viel weiter gefasst ist und es dort konsequent um das Überleben des Clans und den Erhalt der gemeinsamen Lebensgrundlage (Erde) geht. So sehe ich in der Heilung von ungelebter Weiblichkeit / ungelebter Männlichkeit eine gesamtgesellschaftliche und religionsübergreifende Herausforderung, die vielleicht irgendwann zu einer übergeordneten Spiritualität jenseits von Dogmen führt.

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Danke.

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Websites (Newsletter), die ich in diesem und in manch anderem Zusammenhang empfehle:

ARCHEVIVA

DIE STIFTUNG FÜR KINDER

AKTION LEBENSRECHT FÜR ALLE

FORUM SYNERGIE

sowie NOCHMAL der neue Vortrag von Dr. Ganser und Gabriel Palacios mit dem Titel „Manipulation durch die Medien“! Er ist bereits auf vielen youtube-Kanälen zu finden, zum Beispiel auf dem von RAWnews, wo der Hinweis steht: „Teilen erlaubt mit Quellenangabe….“ – also bitte direkt auf den Kanal klicken!

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