„Pfusch an der Frau“

Über den etwas anderen Umgang mit dem Frauenarzt

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Manch wertvolles Buch aus dem Bereich medizinischer Aufklärung ist schon ein wenig in Vergessenheit geraten und nur noch antiquarisch erhältlich. „Pfusch an der Frau“ ist eines davon. Es kam bereits 1993 auf den Markt. Die Bremer Journalistin Dr. Eva Schindele hat es geschrieben. „Krankmachende Normen, überflüssige Operationen, lukrative Geschäfte“ lautet der Untertitel des „Ratgebers für einen anderen Umgang mit dem Frauenarzt“.

Präparate, Geräte und Untersuchungsmethoden mögen sich seitdem gewandelt haben. Doch immer noch ist der Umgang mit Frauen in der Medizin ein Dauerbrennerthema. Das zeigt nicht zuletzt auch das Interview mit dem Titel „Kundenbindung mittels Hormonspirale“ in diesem Magazin.

„Die Gynäkologie, immer noch eine Domäne der Männer, boomt wie nie zuvor. Unaufhörlich sorgt sie für Patientinnennachschub, indem sie immer neue Normen aufstellt, Abweichungen zu Krankheiten deklariert und sogleich die angeblich passenden Therapien anbietet. Frauenärzte haben sich zu Experten der menschlichen Fortpflanzung und zu Managern des weiblichen Lebenszyklus aufgeschwungen. Pubertät, Schwangerschaft und Wechseljahre wurden zu medizinischen Ereignissen umgedeutet, die es unter ärztliche Kontrolle zu halten gilt. Doch der Gynäkologie wäre es in den letzten Jahrzehnten nicht gelungen, so viel Raum im Leben der Frauen zu erobern, verknüpften die Frauen nicht so hohe Erwartungen mit diesem medizinischen Fach. Vielfach erwarten sie sich Sicherheit da, wo sie sich unsicher in der eigenen Haut fühlen. Doch das ist ein gefährlicher Trugschluss. Denn nirgends sonst in der Medizin geht so viel daneben wie in der Gynäkologie. Da die meisten Frauen gar nicht oder nur hinter vorgehaltener Hand über das sprechen, was Frauenärzte ihnen angetan haben, kann hier quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit operiert und gepfuscht werden. Eva Schindele liefert eine kritische Bestandsaufnahme der gegenwärtig praktizierten Gynäkologie, analysiert moderne Diagnoseverfahren und stellt alternative Konzepte vor. Dieser Ratgeber soll Frauen ermutigen, der eigenen Wahrnehmung mehr zu trauen und mehr Verantwortung für den eigenen Körper zu übernehmen, um so dem Frauenarzt mit mehr Selbstbewusstsein gegenübertreten zu können“, heißt es in der Inhaltsbeschreibung.

FRIEDA empfiehlt, sich das Buch noch zu sichern, bevor es nicht mehr erhältlich ist! Ein großes Dankeschön bei der Gelegenheit an Dr. Eva Schindele für dieses Werk und viele andere journalistische Juwelen, die sie der Welt im Laufe ihres langen Schaffens zur Verfügung gestellt hat!

Ggf. zum Weiterlesen: Die abgeschaffte Mutter, Emanzipation mal anders betrachtet, Kundenbindung mittels Hormonspirale

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