Militärmesse und „phallische Phase“

FRIEDAs Welt der Analogien und Assoziationen

„Cyberwar – Und die Sache mit der Zivilklausel an der Hochschule Bremen“ war einer der ersten Beiträge in diesem Magazin. Da ich im Presseverteiler des Bremer Friedensforums bin, erhielt ich seinerzeit eine Einladung zur Pressekonferenz anlässlich einer Veranstaltung im November 2016. Worum es ging, kann hier ggf. nachgelesen werden.

Power photo
Foto: http://pixabay.com/en/users/tookapic

Nun erhielt ich diese Tage wieder mal eine Pressemeldung des Bremer Friedensforums mit dem Titel „Protest gegen Militärmesse in Bremen: UDT – Waffen, die die Welt nicht braucht“. „UDT“, ist dort zu lesen, stehe für „Undersea Defence Technology“ und bezeichne die weltgrößte Messe und Konferenz dieser Art. Die Veranstaltung finde erstmals in Bremen vom 30. Mai bis zum 1. Juni statt. Der Begriff ‚Verteidigung‘ dabei sei höchst fragwürdig und irreführend, „Unterwasser-Waffen- und Kriegstechnologie wäre ehrlicher“, meint der Bremer Informatik-Professor Hans-Jörg Kreowski, der mit dem Bremer Friedensforum, dem Cyberpeace-Team Bremen, der Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion und Friedensforschung und der Regionalgruppe des Forums Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) die Messe nicht unwidersprochen lassen möchte.

Buch bestellen

Eine Protest-Kundgebung ist übrigens für Dienstag, 30. Mai, um 17.00 Uhr vor den Bremer Messehallen angemeldet. Prof. Kreowski: „Ein gewichtiger Teil des Messe-Programms rankt sich um U-Boot-Technologie, also um Waffensysteme, die der Zerstörung von Handels- und Kriegsschiffen, der Abschreckung und der Erst- und Zweitschlagsfähigkeit dienen.“

Der Weser-Kurier veröffentlichte am 17.05.2017 dazu einen Beitrag, der ein dpa-Foto mit einem U-Boot zeigt, anzusehen und nachzulesen ggf. hier.

Buch bestellen

Ödipus-Konflikt und Aufrüstung

Über die so genannte ödipale Phase wurde viel geschrieben und ich will hier nicht zu weit ausholen. Nutzt man die Suchmaschinen aber mal mittels dieses Begriffes, tritt Erstaunliches zu Tage. Es tritt buchstäblich „aus dem Untergrund“ (Unterwasser?) an die Oberfläche. Ist die ödipale Phase nicht abgeschlossen, kann das zu Problemen im Erwachsenenalter führen. Die Fachwelt zählt dazu übertriebenes Konkurrenzdenken, hypochondrische Ängste, Narzissmus, Größenwahn und mehr.

Als ich die Pressemeldung zur Militärmesse und die üblichen Argumente „Sicherung der Arbeitsplätze“, „zivile Einsatzbereiche etc. las, fiel mir aus unerfindlichen Gründen spontan das Interview mit Dr. Hilde Schmölzer ein, das den Titel trägt „Die abgeschaffte Mutter – Der männliche Gebärneid und seine Folgen“. So, so, dachte ich, „Undersea Defence Technology“ – da wird nun kräftig investiert. Und wie es der Zufall so wollte, stolperte ich gestern nahezu zeitgleich über ein Buch mit dem Titel „Ich war alt und brauchte Geld“.

Wenn‘s mit der Hydraulik nicht mehr so klappt…

Unter dem Pseudonym Susanne Wolff plaudert die Autorin aus dem Nähkästchen, wobei „Nähkästchen“ nicht so ganz die passende Assoziation zu dem ist, was Susanne Wolff aus ihrem früheren Doppelleben erzählt. Sie war bereits Großmutter, als sie wegen Geldmangels eine Weile als Prostituierte die Haushaltskasse aufbesserte. In einem Interview mit ngo-online sagte sie: „Ja, manche Männer haben mir schon Leid getan, meistens die, die Potenzprobleme hatten. Und es überrascht schon, dass weit mehr als die Hälfte der Freier Potenzprobleme haben, auch sogar unter Dreißigjährige…obwohl die meisten Probleme psychisch bedingt sind und keine körperlichen Ursachen haben. Der Druck der Gesellschaft ist auf viele Männer zu hoch, im privaten Umfeld sowie beruflich.“

Buch bestellen

Und hier nun wieder ein weiteres Puzzleteil aus der Presseerklärung des Bremer Friedensforums: „Bremer Rüstungsunternehmen wollen ihre neueste Unterwassertechnologie präsentieren. Es wird zukunftsweisende wissenschaftliche Vorträge geben. Und man wird auf Verträge hoffen. Das ist die Regel bei derartigen Events“, so Eva Böller vom Bremer Friedensforum. Andrea Kolling von der „Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE)“ ergänzt: „Der Luft- und Raumfahrtstandort Bremen gilt als gesetzt. Mit einer Messe wie der UDT wird die militärische Bedeutung der Marinetechnologie aus Bremen nach vorne geschoben.“ „Zukunftsweisende wissenschaftliche Vorträge“? Dazu seien hier nochmal die Interviews mit Carsten Pötter empfohlen: „Wissenschaftselite oder Markt der Eitelkeiten?“, „March for Science„, „Die Sache mit der roten und der blauen Pille…“ Und immer wieder gerne verweise ich in solchen Zusammenhängen auf das Buch „Fortschrittsmythen“ von Prof. Dr. Ivan Illich, das es anscheinend leider nur noch antiquarisch gibt.

Militärmesse oder Lebensfreudefestival?

In dem jüngst veröffentlichten Interview „Souveränität: Von Karpfen und Delfinen“ sagte Dr. Hans Hein, Arzt, Psychotherapeut und Gründer des Forums Synergie in Hannover:

„Es geht darum, die Funktionsweise des ‚Weltengehirns‘ zu identifizieren und dann zu wandeln. Die Marotten dieses Systems sind Kriege, die durch ‚die Söhne des Mars‘ geführt werden. Kriege haben immer die Funktion, Ideologien zu verbreiten. Nebenbei können die überflüssigen testosterongesteuerten Gehirne dabei ‚abgeerntet‘ werden. Für sozial verträgliches Handeln, die Rückkehr zu Gaia, sind die Frauen daher immens wichtig. Im Grunde haben Männer Angst vor ‚der wilden Frau‘, denn wenn sie losgelassen wird, gibt es kein Halten mehr (…). Die Tendenz zur Technisierung der Welt basierend auf dem mechanistischen Weltbild, der inzwischen sogar angestrebte Transhumanismus, sind Merkmale dieses fehlgeleiteten Testosteronspiegels. Das, was ich meine, wird sehr anschaulich an Atomkraftwerken, deren Kühltürme ja nicht zufällig so aussehen wie ein zersägter Uterus. Die gegenwärtige Wissenschaft, die sich ja auch immer noch am mechanistischen Weltbild orientiert, versucht hartnäckig, die rationale Intelligenz zu verteidigen. Wir können uns befreien, indem wir das Prinzip der tetraedrischen Intelligenz auf die virtuellen Felder anwenden, weil das Feld gewinnt. Das zu nutzen, erscheint mir als der sinnvollste Ansatz. Aus einem solchen Paradigmenwechsel erwachsen neue Handlungs- und Wandlungsfähigkeiten – mit wesentlicher Berücksichtigung der Felder.“

Buch bestellen

Potenzprobleme bei einer Vielzahl der Männer, (Cyber-)Aufrüstung, neueste Unterwassertechnologie (Unterwasser = Unterbewusstsein = Beherrschung des Uterus?) Zu weit hergeholt? Susanne Wolff berichtet also aus ihrer Erfahrung, dass ein Großteil der Männer, darunter auch schon sehr junge, an Potenzproblemen leidet, es mit der „Hydraulik“ also nicht mehr so gut läuft. Und dann wird nun die Unterwassertechnologie forciert, die ja nicht unwesentlich mit Hydraulik zu tun hat? Wie sehen denn die Rüstungssymbole aus? U-Boote, Raketen, Bomben…was wird da von innen nach außen getragen und in Materie „übersetzt“? Hydraulik ist übrigens die Lehre vom Strömungsverhalten von Flüssigkeiten. Im technischen Kontext versteht man darunter den Einsatz von Flüssigkeit zur (u.a.) Energieübertragung und Schmierstoffversorgung. 😉

Wer diese Analogien noch mit den Beiträgen „Die abgeschaffte Mutter“ und „Heilung der Mutterwunde durch die eigene Stimme“ sowie mit „Gefühle artikulieren statt Gewalt ausagieren“ kombiniert, dürfte ebenfalls die eine oder andere „Synchronizität“ entdecken.

Noch ein Auszug aus der Pressemeldung des Bremer Friedensforums: „Bereits im vergangenen Jahr wandte sich Ekkehard Lentz vom Bremer Friedensforum an Bremens Bürgermeister Carsten Sieling mit der Frage, ob die UDT tatsächlich in Bremen stattfinden müsse. Sieling antwortete, die UDT sei keine „Waffenmesse“, der Schwerpunkt der etwa 80 Aussteller liege auf den Bereichen Soft- und Hardware für Unterwasserfahrzeuge, akustischer Sensorsysteme, Sicherheitssysteme zum Schutz von Häfen und Hafeninfrastruktur, unbemannte autonome Fahrzeuge für Service- und Überwachungsaufgaben im Öl und Gas-Geschäft, Energieseekabel und Offshore Windparks. Sieling in seiner Antwort weiter: „Auch Aussteller aus Bremen werden hier erwartet. Sowohl Abeking & Rasmussen als auch Atlas Elektronik werden hier voraussichtlich ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen ist sich der generellen, durch ihn allerdings nicht beeinflussbaren, so genannten Dual-Use-Problematik bewusst. Aus industriepolitischer Sicht und unter dem Gesichtspunkt der Sicherung hochwertiger Arbeitsplätze begrüßt er es jedoch, wenn durch den Bundessicherheitsrat genehmigte Exportgeschäfte zur Standortsicherung bremischer Unternehmen beitragen und diese Produkte auch auf internationalen Messen wie der UDT 2017 beworben werden.““

FRIEDA findet FRIEDliche Männer erotischer…

Was mich betrifft, finde ich Männer, die sich FÜR den Frieden engagieren, sehr viel erotischer als die Aufrüstungsfreaks, egal ob es um U-Boote geht oder „nur“ um High Tech im sonstigen (Unterwasser-)Bereich. Und das ewige Argument „Arbeitsplätze“ können sich diese Männer meinetwegen einrahmen und über den Schreibtisch hängen. „Hochwertig“ sollen die Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie gar sein. So scheint es zumindest der Bremer Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen zu sehen, wie der Pressemeldung des Bremer Friedensforums zu entnehmen ist. Hochwertig für wen? Für die Industrie, um noch mehr (finanziellen) Einfluss auf Politik und Universitäten ausüben zu können? Was nützt ein „sicherer Arbeitsplatz“ in einer Welt, die durch spaßbremsende Cyber-Technologien derart steuer- und überwachbar geworden ist und „hochwertige Arbeitsplätze“ so viel Stress machen, dass der Sex am Ende nicht mehr richtig Freude macht? Hauptsache, der „Wirtschaftsstandort“ profitiert davon? Und wo bleibt der Mensch?

Unterwassertechnologie, Luft- und Raumfahrt? Wieso wird nicht mehr im Bereich Heilung der ERDE investiert? Etwa durch wirklich nachhaltige Agrarindustrie? Permakultur? Anbau von Heilpflanzen? Renaturierung von Ökosystemen? Durch ein an HEILUNG orientiertes Gesundheitssystem? Durch Kryorecycling statt Müllverbrennung? Einsatzbereiche gäbe es genug!

Buch bestellen

Visionen für den Frieden

Wie ließe sich die vom Bremer Friedensforum geplante Aktion in Sachen „Militärmesse“ künstlerisch und sinnlich begleiten? Wer hat Ideen zur Unterstützung des Bremer Friedensforums?

Kinder könnten doch Bilder malen, die ihre Visionen für den Frieden ausdrücken und sie den Politikern und Ausstellern auf der Messe überreichen? Oder jedem ein Schokoladenherz, um das womöglich verschüttete „innere Kind“ der Jungs anzusprechen?

Mitarbeitende von Bremer Gartenbaubetrieben könnten den Politikern und Messeausstellern einen Baumsprößling überreichen, den diese selbst an einem Ort ihrer Wahl einpflanzen dürfen…(Hochwertige Arbeitsplätze ließen sich beispielsweise auch durch Urban Gardening in der Stadt schaffen! Oder durch mehr Kulturangebote und durch Körpertherapie!) Wie wäre es, wenn bioenergetische Therapeuten auf der Militärmesse Rabattgutscheine für die „Cyber-Men“ anbieten würden? „Drei Stunden Bioenergetik nach Alexander Lowen und danach hast du keinen Bock mehr auf Auf-Rüstung…!“ Oder Ritterspiele mit Ritterrüstung im Werderstadion statt Cyber-Aufrüstung? (Da können sich die Jungs dann austoben und niemand kommt zu Schaden!) Bremer Sambatänzerinnen könnten sich ja vielleicht um das Rüstungsgelände versammeln und die Politiker und Messeaussteller zum Tanzen einladen? Und auf dem Marktplatz könnte man ja Luftballons FÜR den Frieden aufsteigen lassen!

Buch bestellen

Ansonsten Stichwort „Postwachstumsökonomie“: Weniger Wirtschaftswachstum = weniger Arbeit = weniger Stress = länger andauernde körperliche Fitness… 🙂

Ggf. zum Weiterlesen: „Gaia: nach Hause kommen“, „Gefühle artikulieren statt Gewalt ausagieren“ sowie die in diesem Text bereits erwähnten Beiträge….insbesondere „Die Heilung der Mutterwunde durch die eigene Stimme“ und besonders die Internetseite von Prof. Dr. Gerhard Vinnai, eine Schatztruhe des Wissens!

Anm.: Selbstverständlich liegt es mir fern, irgendeinem der mit der Militärmesse verbandelten Männer Probleme mit der Hydraulik zu unterstellen! Aber vielleicht trägt das Quergedachte in diesem Beitrag ja dazu bei, sich die Endlichkeit des eigenen Lebens mal wieder bewusst zu machen und darüber zu reflektieren, dass wir mitentscheiden können, für wen wir arbeiten und welche Visionen wir auf der ERDE realisieren!

Titelfoto pixabay

FRIEDAs Kaffeekasse:

Danke.

Weitersagen auf

Monetäres für FRIEDAs Kaffeekasse