Mehr, mehr!??

Neulich auf der Autobahn

Stau photo
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Neulich auf der Autobahn von Bremen nach Lübeck: Eine Stunde Stau. LKW an LKW… Auf der gegenüberliegenden Seite dasselbe Szenario. Ein LKW-Fahrer neben mir kurbelt die Fensterscheibe runter und flippt seine Zigarettenkippe auf den Asphalt. „Stumpfmucke“ unterbrochen mit penetranter Werbung eines Möbeldiscounters dröhnt aus seiner Fahrerkabine. Bin ungehalten. Sehe mir die Logos auf den LKW-Planen an: Tiertransporte garniert mit Bildern von glücklichen Hühnern. Joghurt von Bayern nach Hamburg und Gemüse aus Norddeutschland in den Süden. Autotransporter, Baustoffe, Bauteile für Windkraftanlagen, dazwischen ein schwarzer Landrover mit Hamburger Kennzeichen. Innen zwei Mittvierziger, die aussehen wie die Typen aus „Men in Black“. „Wozu braucht man in Hamburg ein Geländefahrzeug“, frage ich mich?

Denke plötzlich an das Märchen „Der kleine Häwelmann“, der nachts nicht schlafen kann und immer mehr will. „Mehr, mehr!“, schreit er immer dann, wenn seine Mutter aufhört, ihn zu schaukeln. „Mehr, mehr!“ Ich will durch die Stadt fahren! Alle Menschen sollen mich fahren sehen“, ruft er unablässig…

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„Erst wenn der letzte Baum gerodet ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann“, stand viele Jahre auf Aufklebern, die Menschen meiner Generation an ihren Autos befestigt hatten. Damals begannen die Grünen, sich zu etablieren. Und heute? Die Grünen haben sich etabliert – und es sich bequem gemacht, wie die meisten anderen auch.

„Wieso hast du nicht den Zug genommen“, frage ich mich nun. Ich weiß warum. Beim letzten Mal mit dem Zug Personenschaden und lange Wartezeit. Und auf den Bahnhöfen ist inzwischen die Hölle los. Das wollte ich mir nicht antun, doch nun das! Hilde, jemand aus meinem engeren familiären Umfeld arbeitet in einem Seniorenheim. Dort sind inzwischen fast alle alten Menschen dement, erfuhr ich. „Doch egal, wie dement sie sind, rate mal, was sie kurz vor dem Sterben rufen?“, fragte Hilde mich neulich.

„Sch….“ vielleicht?“, antwortete ich. „Nee“, sagte Hilde, „sie rufen nach Mama!“

Zum Weiterlesen: „Heilung der Mutterwunde

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