Krebs betrifft immer den ganzen Menschen

Ein Gastbeitrag von Dr. György Irmey

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Diagnose Krebs?

Die Diagnose „Krebs“ ist für jeden Betroffenen zunächst ein Trauma oder Schock. Kann ich geheilt werden? Wie soll ich mein Leben weiterführen? Welche Therapien muss ich über mich ergehen lassen? Angst, Druck, auch Resignation sind Begleiterscheinungen der Krise.

Bei Ärzten und in Kliniken wird oft der Druck gesteigert, so die Erfahrung von vielen Patienten. Die Patienten sollen sofort alle medizinisch möglichen Maßnahmen ergreifen. Das sei erprobter Standard. Leitlinie = beste Behandlung, so wird es meist suggeriert. Dabei gibt es schon innerhalb der Schulmedizin alternative Wege. Bei Prostatakrebs die Operation oder „wait and watch“, bei Metastasen z .B. in der Leber systemische Chemotherapie oder lokale laserinduzierte Thermotherapie (LITT) und so weiter. Deshalb gehört aus Sicht der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) zu einer optimalen medizinischen Unterstützung, dass die Patienten nach der Diagnose über alle Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden, über die der Schulmedizin sowie die der ergänzenden, ganzheitlichen Therapie.

Die meisten an Krebs Erkrankten möchten von Anfang an selbst aktiv für ihre Heilung werden. Vier von fünf onkologischen Patienten wenden laut einer Umfrage des Allensbach Instituts Naturheilverfahren an. Viele unterrichten ihre Krebsärzte nicht darüber.

Druck und Tempo rausnehmen

Um Angst zu nehmen, Druck abzubauen und Hoffnung zu geben, ist vor allem Zeit notwendig. Zeit, um sich zu informieren, etwa welche alternativen Möglichkeiten es zu einer Chemotherapie oder anderen vielleicht notwendigen aggressiven Therapien gibt. Zeit, um innezuhalten und zu spüren, was wirklich sinnvoll und notwendig ist. In 95 Prozent der Erkrankungen ist diese Zeit auch da. Zeit, um mit dem eigenen inneren Arzt in Kontakt zu kommen. Denn Menschen können entscheidend selbst etwas zu ihrer Gesundung beitragen. Patienten, die ihren persönlichen stimmigen Weg zur Heilung gefunden haben, ist eines gemeinsam: Sie haben aus Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit zu Zuversicht und Selbstverantwortung gefunden.

Patienten sollten einer Therapie erst dann zustimmen, wenn sie innerlich von ihr überzeugt sind. Das erhöht die Wirksamkeit der Behandlung und verbessert die Heilungschancen. In einer Studie bei Magen- und Darmkrebs-Patienten haben Prof. Dr. Thomas Küchler und andere festgestellt, dass psychosoziale Hilfe während der Behandlung die Überlebensraten deutlich erhöht. Elementar für das Gelingen einer Therapie ist es, dass Patientinnen und Patienten Vertrauen in den behandelnden Arzt und dessen Methoden aufbaut.

Den ganzen Menschen im Blick haben

In der herkömmlichen Krebstherapie ist immer noch die Krankheit im Fokus. Der Krebs wird lokal bekämpft. Die gesunden Anteile geraten völlig aus dem Blick. Die Tumor zerstörenden Therapien können zwar oft schnell viel erreichen, sie schwächen jedoch die körpereigenen Regulationskräfte, die für die Genesung so wichtig sind. Eine begleitende biologische Behandlung baut die Selbstheilungskräfte wieder auf und hilft, Rückfälle zu verhüten.

Krebs ist immer eine Erkrankung des ganzen Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele. Jede Ebene braucht eine adäquate Behandlung – die körperliche, die geistige, die soziale wie die spirituell religiöse Ebene. Im Konzept der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr stützt sich eine biologische, ganzheitliche Behandlung deshalb auf vier Säulen:

1. Seelische Stabilisierung

2. Körperliche Aktivierung

3. Stoffwechsel-Regulation

4. Immunstimulation und Immunregulation

Das seelische Gleichgewicht wiederfinden

Durch die Krankheit Krebs verändert sich das Leben stark. Sich in diesem anderen Leben zurechtzufinden und wieder ein inneres Gleichgewicht zu erlangen, ist die größte Herausforderung für Krebskranke. Die psychische Stabilisierung gehört deshalb zu den wesentlichen Faktoren der Heilung. Denn Ängste schwächen die Widerstandskräfte des Körpers.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, hier aktiv zu werden: Manche tauschen sich in einer Selbsthilfegruppe mit anderen Erkrankten aus. Wertvoll sind auch Atem- und Tanztherapie, progressive Muskelentspannung und Autogenes Training. Musik, Malen u.a. können dazu beitragen, wieder das seelische Gleichgewicht zu finden. Wirksam sind auch Visualisierungstechniken, also das bildhafte Vorstellen der Gesundung. Auch psychotherapeutische Verfahren können für die Verarbeitung des Krankheitsprozesses sinnvoll und notwendig sein. Wichtig ist, dass die Patienten das für sie Passende finden, um sich wieder zu stabilisieren.

Bewegung mobilisiert die Abwehrzellen

Bewegung macht gesund. Das klingt banal. Doch körperliche Aktivität schützt Tumorpatienten vor Rezidiven. Das haben mehrere großangelegte prospektive Studien gezeigt. Neben Ausdauersportarten wie Schwimmen, Wandern, Rad fahren und Walking unterstützen auch entspannende Bewegungsübungen wie Qi Gong, Tai Chi Chuan, Yoga, Eurythmie und Feldenkrais. Wichtig ist, die eigenen Leistungsgrenzen zu akzeptieren und sich mit Freude zu bewegen. Wer sich zur Bewegung zwingt oder überfordert, erzeugt zusätzlichen Stress.

Sich gesund ernähren

Eine gesunde Ernährung senkt das Krankheitsrisiko deutlich. Darüber besteht in der Ernährungsmedizin Konsens. Eine spezielle Heildiät bei Krebs gibt es nach Meinung der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr jedoch nicht. Sie warnt vor extremen, einseitigen Kostformen.

Gesunde Ernährung heißt

  • hochwertige Kohlenhydrate mit vielen Ballaststoffen und antioxidativen Vitaminen, also Gemüse, Salate, Obst und Vollkornprodukte, möglichst naturbelassen,
  • weniger Fleisch und tierische Fette, mehr pflanzliche Öle (Omega-3-Fettsäuren)
  • milchsauer vergorene Lebensmittel (Sauerkraut, Rote Betemost, Joghurt u. a.) tragen zu einer ausgewogenen Darmflora bei und stärken die Immunkräfte
  • Überernährung und Übergewicht schadet der Gesundheit.
(c) biokrebs

Bei der Ernährung ist vor allem auf eine optimale Versorgung mit Vitaminen und Spurenelementen zu achten. Ein Mangel an diesen wichtigen Vitalstoffen begünstigt das Entstehen von Krebs. Die schützenden Vitamine sind am wirksamsten, wenn sie zusammen mit den natürlichen Begleitstoffen aus der Nahrung aufgenommen werden. Am besten ist, ihren Bedarf mit der täglichen Ernährung zu decken.

Viele Pflanzen enthalten noch wirksamere Schutz- und Hemmstoffe, die sekundären Pflanzenstoffe. Sie machen Schadstoffe unschädlich, helfen dem Stoffwechsel bei der Entgiftung, unterstützen die Reparatur geschädigter Zellen, blockieren die Ansiedlung von Krebszellen und aktivieren die Abwehrzellen. Ein hoher Anteil an Tumor hemmenden Bestandteilen ist vor allem nachgewiesen in Knoblauch, Lauch, Zwiebeln, Brokkoli, Rosenkohl, Tomaten, Sojabohnen, Beeren, Möhren sowie in den verschiedenen Getreidesorten.

Im Fokus der Forschung sind zurzeit die Glucosinolate der Kreuzblütlergewächse, insbesondere das Sulforaphan im Brokkoli. Aktuelle Studien, z. B. an der Universitätsklinik Heidelberg, weisen darauf hin, dass Sulforaphan auch die besonders aggressiven Tumorstammzellen angreift. Diese Stammzellen werden für die Entstehung und Streuung von Krebs verantwortlich gemacht.

Bei den Spurenelementen sind besonders Selen und Zink wichtig. Das Spurenelement Selen stabilisiert und aktiviert das Immunsystem. Es bilden sich mehr Antikörper, Killerzellen und Abwehr-Lymphozyten. Selen reduziert zudem die Nebenwirkungen von Chemo- oder Strahlentherapie.

Stimulation und Regulation des Immunsystems

Immuntherapien regen das Abwehrsystem an und bewirken eine verbesserte Immunreaktion des Organismus. Besonders die Mistel hat sich in der Krebsmedizin bewährt. Die Mistel ist eine der am besten untersuchten Heilpflanzen, ihre Wirksamkeit ist durch zahlreiche Studien belegt. Misteltherapie verbessert die Lebensqualität, verlängert die Überlebenszeit und macht die Chemo- oder Radiotherapie verträglicher.

Präparate aus sogenannten medizinischen Pilzen oder Heilpilzen werden in der traditionellen chinesischen Medizin seit mehreren tausend Jahren verwendet und seit längerem in Japan in der Krebstherapie eingesetzt. In Japan ist zum Beispiel Lentinan (Auszug aus Shitake) für die Anwendung bei Patienten mit Magen- oder Darmkrebs offiziell zugelassen.

Zu den wichtigsten Pilzen, die in der Krebstherapie angewandt werden, gehören Maitake, Agaricus blazei murril, Shitake, Reishi und Coriolus. Sie alle wirken antioxidativ, entgiftend und enthalten sehr viele B- und D-Vitamine. Noch bedeutsamer sind ihre Polysaccharide, die Mehrfachzucker. Diese besitzen eine abwehrstärkende Wirkung, indem sie verschiedene Zellen des Abwehrsystems stimulieren, so zum Beispiel natürliche Killer- oder Fresszellen.

Die spirituelle Ebene

Für zahlreiche Patienten ist ihre Spiritualität oder ihr Glauben ein wichtiger Halt. Der Arzt Ebo Rau, er war lange im Vorstand der GfBK, erkrankte 1997 an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Die Diagnose: Fortgeschrittenes Stadium, minimale Heilungschancen. „Eines der wichtigsten Faktoren ist, dass man nicht in Hoffnungslosigkeit versinkt“, sagt er über die schwere Zeit. Es fiel ihm schwer, doch Ebo Rau akzeptierte die Diagnose – nicht die Prognose – „und die Möglichkeit, dass mein Leben zu Ende ging. Ich überließ den Zeitpunkt des Todes einer höheren Macht. Dadurch wurde ich überraschenderweise angstfrei.“

Kontak: Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e.V., Voßstr. 3, 69115 Heidelberg, Telefon: 066221-138020

E-Mail: information@biokrebs.de

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. (GfBK) ist ein unabhängiger, gemeinnütziger Verein, der Krebspatienten, Angehörige und Therapeuten unterstützt. Mit 20 000 Mitgliedern und Förderern ist sie die größte Beratungsorganisation für ganzheitliche Medizin gegen Krebs im deutschsprachigen Raum.

Die GfBK setzt sich ein für eine individuelle, menschliche Krebstherapie, in der naturheilkundliche Methoden besonders berücksichtigt werden. Die Gesellschaft berät kostenfrei und unabhängig über bewährte biologische Therapieverfahren. Umfangreiche Informationen zur biologischen Krebstherapie und den verschiedenen Therapien gibt es kostenfrei bei der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr e.V., Postfach 10 25 49, 69015 Heidelberg, Tel.: 0049 (0)6221-138020, Fax 1380220.

Broschüren der GfBK zum Thema

„Wege zum seelischen Gleichgewicht bei Krebs“ und „Wege zur Gesundheit“

Die Broschüren und alle Informationsblätter lassen sich auf der Seite der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr herunterladen.

Bücher von Dr. med. György Irmey, ärztlicher Direktor der GfBK

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sowie: „Heilimpulse bei Krebs: Von der Hoffnung zum Vertrauen: Ihr Wegweiser für ein Therapiekonzept“, TRIAS 2007

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