Kindheit – Retrospektive und viele Fragezeichen

Damals war nicht alles besser, aber…

Oft ist es ja so, dass man Wertvolles im Leben erst rückblickend so richtig zu schätzen weiß. So geht es mir manchmal, wenn ich an meine Kindheit in den 1960er und Jugend in den 1970er Jahren in Ostfriesland zurückdenke. Nein, es war längst nicht alles gut und es war auch nicht alles besser als heute. Und doch wird mir heute mehr denn je bewusst, wie viele schöne Seiten das Leben auf dem flachen Lande damals mit sich brachte, als die Globalisierung noch nicht solche Metastasen gebildet hatte.

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Wir spielten meist mit einfachen Dingen und wer als Mädchen im Besitz von zwei bis drei Puppen samt Garderobe war, konnte sich glücklich schätzen. Holzstücke, in die wir Nägel hämmerten und kleine Stofffetzen als Segel daran befestigten, regten unsere Fantasie an, wenn wir sie im Ozean, der eigentlich nur ein Begrenzungsgraben im Garten war, erprobten. In den Gräben damals quakten noch die Frösche, viele verschiedene Schmetterlinge bevölkerten die Gärten und die Nachbarn besuchten sich gegenseitig zum Tee, ohne sich vorher immer anzukündigen.

Einmal die Woche kam der Milchmann mit seinem kleinen VW-Bus. Sein Kommen kündigte er immer mit lautem Gebimmel an. Bei ihm konnte man sich mit der eigenen – wiederverwertbaren – Kanne Milch abfüllen lassen. Einige wenige Süßigkeiten bot er auch an, aber die gab es nur ausnahmsweise. Beim kleinen Dorfladen gab es im Sommer drei Sorten Eis am Holzstiel mit den Geschmacksrichtungen Schoko, Erdbeere und Vanille. An den Geschmack erinnere ich mich heute noch. So ein Eis kostete damals etwas um 20 oder 30 Pfennige. Eissorten wie Domino oder Happen kamen erst später dazu, aber die schmeckten schon nicht mehr so gut wie das einfache Eis am Stiel, das es vorher gab.

Im Dorf gab es eine kleine Schule und eine Apotheke, die nicht nur von den Menschen aus dem Dorf, sondern auch von denen umliegender Gemeinden aufgesucht wurde. In der etwa 10 km entfernten Stadt mit ungefähr 40.000 Einwohnern gab es eine Drogerie, in der man auch Filme zum Entwickeln abgeben konnte. Aber wann brauchte man damals schon eine Drogerie? Zahnpasta, Kern- und Schmierseife gab es im Dorfladen.

Fast alle hatten einen eigenen Garten und nutzten ihn zum Anbau von Kartoffeln, Möhren, Kohl, Erbsen, Bohnen, Rüben, Kräutern. Beerensträucher und Obstbäume gehörten oft dazu, ebenso wie ein eigener Komposthaufen. Bei der Dorffleischerei wusste man, von welchen Bauern das Fleisch bezogen wurde und wie der Bauer mit den Tieren umging. Braten gab es nur sonntags. Freitags stand meistens Fisch auf dem Speiseplan. Beim Dorfbäcker gab es wenige Sorten Brot und Kuchen, aber die schmeckten alle unterschiedlich und gut. Heute gibt es viele Sorten und sie schmecken eigentlich alle gleich.

Es gab einen Schmied im Dorf, der nebenher noch Fahrräder verkaufte und reparierte, ein Stoffgeschäft, in dem nebenbei noch genäht wurde, einen Eisenwarenladen (also eine Art Mini-Baumarkt) sowie ein Schuhgeschäft, bei dem man seine Schuhe auch reparieren lassen konnte. Dazu kam ein Textiliengeschäft. Natürlich gab es auch einen kleinen Frisörsalon. Alle Betriebe waren inhabergeführt. Insgesamt hatte man also kurze Wege und man brauchte fast nie in die nächste Stadt zu fahren. Klamottenkauf war ein besonderes Ereignis. Durch die vielen klein- und mittelständischen Betriebe gab es eine wirtschaftlich gesunde Vielfalt in den Regionen.

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Ein Fernsehgerät wurde bei uns erst ziemlich spät angeschafft. Filme, die wir als Kinder sahen, drehten sich meistens um die Familie und darum, wie man gemeinsam Konflikte löste. Und heute?

Wir waren viel an der frischen Luft und trafen uns täglich nach der Schule mit Freunden zum Spielen: Gummitwist war unter uns Mädchen sehr beliebt, ebenso das Seilspringen. Ansonsten spielten wir „Verstecken“ oder „Kriegen“. Versteckmöglichkeiten gab es damals auf dem Land jede Menge und mit „kriegen“ war ein Spiel gemeint, wo jemand in einer Gruppe ein anderes Kind „antickte“, das dann weglief, um nicht „gekriegt“ zu werden. Dabei hatten wir viel Spaß und waren abends müde von der Bewegung. Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten, 100 Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten, gab es eigentlich fast keine.

Hinter der oft zur Schau gestellten Fassade der Heile-Welt-Familien war natürlich auch nicht immer alles ideal, aber insgesamt gab es Strukturen, Werte und Abläufe, auf die man sich verlassen konnte, zumindest auf dem Dorf. In den Städten mag es damals teilweise auch schon anders ausgesehen haben, aber sicherlich noch längst nicht so extrem wie heute. Meine Mutter ist seit vielen Jahren in einem Seniorenheim. Dort investiert man lieber in Fernsehgeräte in jedem Zimmer als in gesunde Ernährung. So ähnlich sieht es auch in Krankenhäusern aus.

An welche Kindheit sollen unsere Nachkommen sich mal erinnern?

Wenn ich bedenke, dass das alles ja noch nicht so wirklich lange her ist, und dann sehe, wie sich die Welt in den paar Jahrzehnten entwickelt hat, kommen mir die Tränen. Die Saarbrücker Zeitung berichtete am 10.11.2020 „Funk-Chips sollen Saar-Schüler zum Abstandhalten mahnen“. Ein gewisser Prof. Thorsten Lehr war auf dem Artikelfoto abgebildet. Da frage ich mich ja, was mit der akademischen Welt los ist? Schämt der Mann sich nicht? Auch frage ich mich, warum so wenige Eltern dafür eintreten, dass ihre Kinder wieder frei atmen können. Der so genannte – steuerfinanzierte – „Öffentliche Dienst“ demaskiert sich selbst immer mehr durch ausufernde Verordnungen, die, wie viele wissenschaftliche Studien belegen, zumeist völlig absurd sind. Welche Welt wünschen wir uns eigentlich für unsere Nachkommen?

Und nach wie vor scheinen die Massen nicht begriffen zu haben, in welch brisanten Zeiten wir uns befinden. Mit Gesichtsmasken stürmen sie weiter in die Konsumtempel, sehen in der Glotze weiterhin die dämlichsten Reality-Shows an und akzeptieren ihre Versklavung wie Lämmer auf dem Weg zum Schlachthof.

Müssen Fußballspieler auf dem Kult-Feld eigentlich noch keine Masken tragen? Und die Promis auf den Programm(ier)zeitschriften sind sicher auch allein im Fotostudio. Weder die Fußball- noch die Promi-Millionäre sind es nun, die sich für die Einschaltquoten bei ihrer Fangemeinde erkenntlich zeigen und beispielsweise durch Hilfsfonds oder Stiftungen genau den Familien unter die Arme greifen, die nun wirtschaftlich besonders zu kämpfen haben, und das sind oft genau die, denen die Promis und ihre Werbepartner ihren Reichtum zu verdanken haben.

Viele sorgen sich anscheinend mehr darum, dass die Kneipen schnell wieder geöffnet haben als um das Wohlergehen ihrer Kinder, die mit nutzlosen Masken und womöglich mit einem Sagrotandauerfilm auf der Haut wie Zombies durch die Gegend laufen. Und die Veranstaltungsbranche beklagt, dass es ohne sie nun still sei. Dabei ist es vielleicht mehr denn je die Stille, aus der wir neue Kraft schöpfen könnten. So viel ist klar: Wenn wir so weitermachen, gehen wir unter.

Die „Corona“ der Schöpfung

Der Mensch betrachtet sich selbst ja gern als Krone der Schöpfung. Corona ist auch eine Bezeichnung für eine Art Krone. In einer Welt, in der vielen Menschen fast nichts mehr heilig ist, braucht es vielleicht genau so einen Paukenschlag, um aufzuwachen. Es ist ein Lernprozess auf die harte Tour. Vielleicht merken nun endlich die Massen, auf wen sie sich in der Krise stützen können. Die Spreu trennt sich vom Weizen. Das steht schon in der Offenbarung Johannes. Wir sind mittendrin. Und tun so, als gäbe es ein Zurück zu einer ohnehin schon völlig kranken Wirklichkeit, die wir alle viel zu lange schon als Normalität akzeptierten, ja, gemeinsam erschaffen haben. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes“. Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass es nur darum geht. Wenn eine Gesellschaft sich so weit vom Göttlichen entfernt hat, nehmen unterdrückende Kräfte unweigerlich zu. Wir alle könnten in kurzer Zeit Berge gemeinsam versetzen! Je mehr Zeit wir mit Gott (dem Göttlichen) verbringen, desto mehr Zeit verbringt Gott (das Göttliche) mit uns.

Einige der Bücher, die mir gerade in Zeiten wie diesen noch etliche Aha-Erlebnisse bescherten, sind übrigens „Wenn der Körper nein sagt“ von Dr. Gabor Maté und „Mach dich frei von Borderlinern und Narzissten – Beende das Drama und gestalte deine Zukunft selbst“ von Dr. Margalis Fjelstad. Interessant ist auch das Buch „Die NAZI-Wurzeln der Brüsseler EU“, das es inzwischen als pdf im Netz gibt.

Und hier noch ein hörenswerter Beitrag von Axel Burkart. Bitte direkt auf seinen youtube-Kanal klicken:

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