Interkultureller Dialog? Ja bitte!

Pauschalisierungen? Nein danke!

Kommentar: Unter „FRIEDA – Die Vision“ ist eine Grafik, die – bewusst – Menschen unterschiedlicher Haar- und Hautfarben zeigt sowie bunte Sprechblasen. Dahinter steht die Absicht, zum interkulturellen und interreligiösen Dialog anzuregen! Unter Bezugnahme auf diese Grafik wurde ich nun jüngst gefragt, was denn die „Multi-Kulti-Werbung“ bei FRIEDA solle?

Grafik: https://pixabay.com/en/users/geralt-9301/

„Geht‘s noch?“, dachte ich in dem Moment. Daher dieser Beitrag in eigener Sache: Mir ist völlig egal, woher jemand kommt, wie er aussieht und ob ihr/sein „Gott“ Pumuckel oder Käpt‘n Blaubär heißt!

Im zwischenmenschlichen Miteinander interessieren mich nur Fragen wie: Kann ich mich auf jemanden verlassen oder nicht? Schadet dieser Mensch anderen oder nicht? Übernimmt dieser Mensch Eigenverantwortung oder nicht – und wenn nicht, warum nicht? Was braucht er dazu?

Und das heißt noch lange nicht (!), dass ich die Merkel-Politik befürworte! Ganz im Gegenteil! Gruselig finde ich allerdings immer Leute, die auf selbstgerechte Weise so tun, als könnten sie simplifizierte Lösungen für komplexe Sachverhalte anbieten!

Solange auch die BRD (als Trittbrettfahrer der USA) dazu beiträgt, andere Länder als Spekulationsobjekt, als Selbstbedienungsladen für Bodenschätze, als Müllcontainer, als Kundschaft für die Waffen- und Pharmaindustrie, als „Pädophilen-Mekka“ oder als sonstwas zu missbrauchen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich die „Quittung“ auch hierzulande zeigt.

Ich habe vor Jahren im Auftrag einer Bremer Umweltstiftung Pressearbeit für den Dokumentarfilm „Und macht euch die Erde untertan“ – und in dem Zuge für die Kampagne „Rettet Hasankeyf – Stop Ilisu!“ – gemacht. Näheres dazu kann hier bei Interesse noch nachgelesen werden. So genannte „Global Player“, Spekulanten und Investoren aus den Industrienationen sind es, die Naturräume zerstören! Und Menschen, die ihr Heimatland verteidigen, werden dann von Leuten wie Erdogan als Terroristen verfolgt…!

Der Film „Und macht euch die Erde untertan“ ist bei youtube übrigens in voller Länge zu sehen! In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmals auf die Filme von Leslie Franke und Herdolor Lorenz (Kernfilm Hamburg) verweisen! Wieso werden solche Filme nicht um 20.15 im TV gezeigt? Vielleicht weil im Rundfunkrat überwiegend Vertreter/innen der etablierten Parteien sitzen? Leute, die überhaupt kein Interesse daran haben, dass sich etwas ändert, weil Industrie und Wirtschaft sonst Druck ausüben?

Im Zuge der Aktion um die Verhinderung des Staudammbaus in der Südosttürkei damals habe ich mir die Finger wund gemailt und telefoniert, um in der Presse Informationen dazu unterbringen zu können – mit den üblichen Erfahrungen des Desinteresses (bis auf wenige Ausnahmen)!

Der Umgang mit der Natur (Mutter Erde) symbolisiert auch den Umgang mit Frauen und Kindern. Er ist auch ein Symptom für missglückte Bindungserfahrungen! Im „Namen Gottes“ sind, egal ob im Islam, im Christentum, im Hinduismus etc. immer schon Kinder und Frauen missbraucht worden – oder einfach nur so, weil manche Männer anscheinend immer noch die krankhafte Vorstellung im Hirn haben, das sei ok so!

Der Umgang mit Sexualstraftätern in diesem Land – und in vielen anderen Ländern auch – spiegelt diese Haltung auf beschämende Weise wider. Man denke nur an die Missbrauchsskandale in der Kirche…

Der gegenwärtige Trend zur Frühsexualisierung von Kindern ist m.E. ein weiteres Symptom für diese patriarchale Haltung! Dass gerade die Parteien, die traditionsgemäß zu den Patriarchatskritikern gehörten, „Trends“ wie diesen vorantreiben, stimmt mich mehr als besorgt – als Tochter, als Frau und als Mutter!

Wir alle sehen uns, was diesen Planeten angeht, großen Herausforderungen gegenüber! Autokraten, Oligarchen, Psychopathen etc. bestimmen über die Geschicke der Welt – seit Jahrhunderten. Dazu empfehle ich die Vorträge des Schweizer Historikers Dr. Daniele Ganser!

Aber wir leben immer noch in einer Welt der Symptombekämpfung – in der Medizin und auch in der Politik. Wenn wir wirklich Ursachen erkennen und heilen wollen, kommen wir nicht umhin, uns mit unseren eigenen kindlichen Schmerzen auseinanderzusetzen. Da gehört auch der oft erlebte Mangel an emotionaler Wärme, den sehr viele von uns – mehr oder weniger – in unseren Familien erfahren haben haben.

Erfreulicherweise stieß das kürzlich veröffentlichte Interview mit Iris Hammermeister „Die Heilung der Mutterwunde durch die eigene Stimme“ auf sehr positive Resonanz! Das Thema scheint mehr als „dran“ zu sein! Alle von uns, die schon mal Familienaufstellungen gemacht haben, dürften wissen, wie gravierend sich traumatische Erfahrungen auf die Familien auswirken können – und somit auf das individuelle Leben.

Auch der Verlust der Heimat kann – über Generationen hinweg – tiefe Wunden hinterlassen. Die nationale Identität verbunden mit den jeweiligen kulturellen Traditionen ist etwas, das Zusammenhalt stärkt und Ethnien eine seelische Verankerung bietet.

Solange wir unsere inneren Schmerzen nicht geheilt haben, ist es m. E. völlig egal, welche Partei gewählt wird, weil sich sonst sowieso immer wieder narzisstische Charaktere im Neonlicht der Macht tummeln, denen es nur um persönliche Vorteile und um den Tanz ums „Goldene Kalb“ geht.

Wie in dem Interview mit einer Vertreterin des Vereins „Spenderkinder“ gesagt wurde, ist es in der BRD schon erlaubt, dass Firmen (wie auf den „Kinderwunschtagen im Februar in Berlin“) Methoden aus der Reproduktionsmedizin bewerben dürfen, die hierzulande (noch) per Gesetz verboten sind!

Wo ist da der kollektive Aufschrei? Wo sind die Behörden in solchen Fällen? Oder interessieren wir uns alle doch mehr für das „neue Hybrid-Modell“ irgendeines Automobilherstellers? Oder lassen wir uns von der neuen „smarten Technologie“ schon mal in die „schöne neue Welt“ locken? Oder stellen wir uns lieber noch größere Monitore mit sonstwas für Schnick-Schnack-Funktionen und Super-Mega-Plasma-Trallala ins Wohnzimmer? Das alles zieht uns in künstliche Welten! In Momo, der Geschichte von Michael Ende, ist von „Zeiträubern“ die Rede…

Was mich betrifft: Ich will die Natur nicht als App auf dem Smartphone, sondern als Lebensraum!

Die Heilung der Mutterwunde – das ist aus meiner Sicht DAS Thema dieser Zeit! Ich wünsche mir sehr, dass alle Frauen und Männer das erkennen, dass sie lernen, ihren kindlichen Schmerz zu heilen, dass sie in die Lage kommen, andere Menschen nach ihrer Geschichte zu fragen bevor sie urteilen, dass sie erst einmal in sich selbst souverän werden, bevor sie es von anderen, geschweige denn von einem „System“, erwarten. Ich hoffe, dass gerade Frauen und Mütter sich stark machen lernen, solidarisch miteinander sind und dabei mithelfen, durch ihre Kraft regional, national und international für die Heilung der Mutter- und der Vaterwunde in uns allen einzutreten!

Titelfoto: https://pixabay.com/en/users/geralt-9301/

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