Hormonspirale: Was man über die Verhütungsmethode wissen sollte

Für viele Frauen scheint die Hormonspirale gegenüber anderen Verhütungsmethoden einige Vorzüge zu haben. Zunächst klingt diese Maßnahme auch wirklich verlockend, allerdings sollte man sich dennoch vorab ausführlich informieren, bevor diese Entscheidung feststeht. Aus diesem Grund sind in diesem Artikel die wichtigsten Fakten enthalten.

Wie funktioniert die Hormonspirale?

Bekannt ist dieses Verhütungsmittel nicht nur unter der Bezeichnung Hormonspirale. Auch die Namen Verhütungsschirmchen, intrauterines Wirkstoff-Freisetzungssystem, Intrauterinsystem und IUS sind geläufig. Das Verb „intrauterin“ bedeutet lediglich, dass sich das Verhütungsmittel innerhalb der Gebärmutter befindet. Zudem handelt es sich bei dieser Spirale um ein sogenanntes Langzeitkontrazeptiva; es schützt also über einen längeren Zeitraum vor Schwangerschaften. Es kann jedoch kurzfristig wieder entfernt werden und schützt ab dem ersten Tag.

Überlicherweise ist die Hormonspirale wie ein T geformt und besteht aus flexiblem, weißen Kunststoff. Dazu kommt am unteren Ende eine Öse, an der sich zwei Fäden aus demselben Material befinden. Diese können leicht ertastet werden und dienen sowohl zur Kontrolle, ob die Spirale noch an ihrem Bestimmungsort sitzt, als auch zur Entfernung durch den Frauenarzt.

Am senkrechten Stäbchen ist ein kleiner Zylinder angebracht, der den Wirkstoff Levenorgestrel enthält. Bei diesem handelt es sich um ein Gestagen, welches dem natürlicherweise im weiblichen Körper produzierten Gelbkörperhormon nachempfunden ist. Dieses Hormon verdickt den Schleim im Gebärmutterhals und sorgt auf diese Weise dafür, dass Spermien gar nicht erst bis zum Ei vordringen können, um dieses zu befruchten. Zusätzlich verlangsamt es aber auch die Bewegungen der Spermien und verhindert, dass sich ein befruchtetes Ei in der Gebärmutterschleimhaut einnistet. Der natürliche Einsprung wird allerdings nicht unterbunden.

Modelle zur Verhütung

Da nicht jede Frau die gleichen Anforderungen an ihre Hormonspirale hat, gibt es diese heutzutage in verschiedenen Ausführungen. So kann der Zylinder 13,5 Milligramm, 19,5 Milligramm oder sogar 52 Milligramm des Wirkstoffes enthalten. Die enthaltene Menge beeinflusst, wie lang die Spirale im Körper verbleiben kann. Hier variiert die Zeitspanne zwischen zwei und fünf Jahren. Wenn die maximale Lebensdauer erreicht ist, wird sie vom Gynäkologen entfernt und auf Wunsch eine neue eingesetzt.

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Einsetzen der Spirale und ärztliche Kontrollen

Bevor die Hormonspirale eingesetzt werden kann, ist eine Voruntersuchung Pflicht. Bei dieser wird überprüft, ob die Gebärmutter der Patientin dafür geeignet ist, sowie ob eine Infektion oder Schwangerschaft vorliegen. Auch der letzte Zellabstrich zur Krebsvorsorge darf nicht länger als sechs Monate zurückliegen – bei einem auffälligen Ergebnis wird zunächst noch ein Kontrollabstrich gemacht. Stimmen all diese Faktoren, kann das Verhütungsmittel eingesetzt werden.

Der Eingriff erfolgt für gewöhnlich während der Monatsblutung. Falls gewünscht, kann die Patientin zuvor noch ein Schmerzmittel einnehmen. Auch Lage und Form der Gebärmutter werden per Ultraschall überprüft. Danach werden sowohl Scheide als auch Muttermund desinfiziert und die Spirale mittels eines Applikators eingeführt. Die Querarme, die die genannte T-Form bilden, entklappen sich erst im Inneren und stabilisieren so die Position des IUS. Um zu verhindern, dass die Hormonspirale ihre Trägerin stört, werden die beschriebenen Fäden nach dem Einsetzen auf die passende Länge gekürzt und der Sitz nochmals überprüft.

Nach einem Zeitraum von vier bis zwölf Wochen steht eine Kontrolluntersuchung an, um alles noch einmal zu überprüfen. Weitere Kontrolltermine werden dann normalerweise halbjährlich angesetzt. Des weiteren sollte die Patientin nach jeder Menstruation die Fädchen ertasten, um zu überprüfen, ob sich das Verhütungsmittel nach wie vor am richtigen Platz befindet.

Vorteile

Zu den Vorteilen, die mit der Verwendung einer Hormonspirale verbunden sind gehört, dass es sich hierbei um eine längerfristige Methode handelt, die zudem Anwendungsfehler, wie sie bei der Pille vorkommen, vollständig ausschließt. Viele Anwenderinnen berichten zudem, dass die Periode kürzer und weniger schmerzhaft ist, beziehungsweise vollständig ausbleibt. Zudem ist sie auch bei erhöhtem Thromboserisiko eine Option, da dieses bei der Spirale deutlich niedriger ist als bei anderen Formen der Empfängnisverhütung. Auch wer hormonelle Verhütungsmittel normalerweise nicht verträgt, kommt mit der Hormonspirale für gewöhnlich gut zurecht. Zu guter Letzt bestehen auch keine Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme von Medikamenten.

Nachteile und Nebenwirkungen

Gerade jüngere Frauen haben oft Schmerzen während und nach dem Einsetzen der Spirale, selten führt dies zudem zu einer Infektion der Gebärmutter. Auch das Verrutschen oder Ausstoßen kann vorkommen. Zudem ist das Risiko für eine Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft durch die Verwendung eines IUS erhöht. Wie bei der Pille auch gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen Beschwerden wie beispielsweise Kopf- und Unterleibsschmerzen, Depressionen, eine Abnahme der Libido, sowie Gewichtsveränderungen. Hinzu kommen vermehrt Schmierblutungen und ein deutlich erhöhtes Riskio zur Bildung von Zysten am Eierstock.

Wann wird die Spirale nicht eingesetzt?

Faktoren, die die Verwendung einer Hormonspirale verbieten, gibt es einige. Dazu gehören Fehlbildungen der Gebärmutter, häufig wechselnde Sexualpartner, Unterleibsentzündungen, Gebärmutter-, Brust- und Leberkrebs, aber auch eine zurückliegende Eileiterschwangerschaft. Wie bei jeder anderen Verhütungsmethode gilt auch bei der Hormonspirale, sich bei Beschwerden unbedingt an den Frauenarzt zu wenden und zu berücksichtigen, dass nur Kondome vor sexuell übertragbaren Krankheiten schützen!