HeartMath ® – Herzintelligenz für mentale Stärke und mehr

Im Gespräch mit Reiner Krutti

(c) Reiner Krutti, Gründer, Geschäftsführer und Leiter von HearthMath® Deutschland

Mein Interviewpartner Horst Költze machte mich in dem Beitrag Eltern wissen das nicht vor einer Weile schon auf das HeartMath ®-Institut und dessen Arbeit aufmerksam, doch das Thema geriet bei mir wieder in Vergessenheit. Bis vor Kurzem, als mir eine Freundin den Link zu einem Video schickte, in dem es um ein sehr erfolgreiches Training der niederländischen Polizei mit der HeartMath ®-Methode geht. „Mentale Kraft durch Herzintelligenz“ ist bei HeartMath anscheinend das Zaubermittel und ganz offenkundig lässt sich mittels der Herzkohärenz sehr viel bewirken, wie den Schilderungen der Polizisten zu entnehmen ist. Das youtube-Video ist am Ende dieses Interviews eingebunden.

Worum geht es nun bei HeartMath ® konkret? Um das herauszufinden, setzte ich mich mit dem HeartMath ®-Institut in Deutschland in Verbindung. Reiner Krutti, Gründer, Geschäftsführer und Ausbildungsleiter von HeartMath Deutschland, erklärte sich netterweise zu einem Interview mit FRIEDA-online bereit.

FRIEDA im Gespräch mit Reiner Krutti

FRIEDA: Sie sind gelernter Bankkaufmann, Diplom-Kaufmann, verfügen über langjährige Führungserfahrung in internationalen Konzernen, schlugen dann aber eine ganz andere Richtung ein. Nachdem Sie sich noch zum Heilpraktiker und Osteopathen ausbilden ließen, sind Sie heute HeathMath-Coach und Trainer. Was hat Sie persönlich dazu veranlasst, ganz neue Wege zu gehen?

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Reiner Krutti: Nach vielen Jahren und einer spannenden Karriere in der Automobilindustrie hatte ich irgendwann das Gefühl, etwas anderes mit und in meinem Leben machen zu wollen. Ich habe dieses „etwas anderes“ damals sehr weit interpretiert und bin in den medizinischen Bereich gewechselt. Da es zu spät war, um ein Medizinstudium zu beginnen, habe ich mich auf Heilpraktiker und Osteopathie konzentriert.

Mit der Zeit habe ich jedoch gemerkt, dass mir die Welt der Unternehmen fehlte, und ich habe mich gefragt, wie ich denn meine neue Welt in die alte Welt hineintragen kann. Das war vor knapp 15 Jahren. Damals rückten allmählich die Themen Betriebliches Gesundheitsmanagement und Stress im Unternehmen in den Mittelpunkt, und so lag es nahe, mich in diesem Bereich weiterzubilden. Bei meiner Recherche nach Methoden, die besonders im Berufsalltag effektiv eingesetzt werden können, bin ich auf die HeartMath-Methode gestoßen. Und ich bin heute noch mehr fasziniert als damals von dieser Mischung aus Einfachheit der Übungen und direkter Messbarkeit der Wirkung.

FRIEDA: Worauf stützt sich die HeartMath-Methode im Wesentlichen?

Reiner Krutti: HeartMath bildet quasi die Brücke zwischen Ost und West. Die Übungen sind an östliche Meditationspraktiken angelehnt, wurden jedoch so vereinfacht und aus einer religiösen Praktik herausgelöst, dass sie für ganz viele Menschen zugänglich sind. Außerdem haben Wissenschaftler des HeartMath Institutes genau erforscht, was die Übungen bewirken, nämlich eine beeindruckende Harmonisierung des Musters unseres Herzschlages. Dazu muss man verstehen, dass unser Herz nicht wie ein Metronom schlägt, sondern dass aufeinanderfolgende Abstände zwischen den Herzschlägen variieren. Wenn man diese Abstände über einen gewissen Zeitraum betrachtet, entsteht ein Muster. Dieses Muster kann sehr chaotisch sein, insbesondere dann, wenn wir gestresst sind oder unangenehme Emotionen wie Wut oder Angst erleben. Durch die HeartMath- Übungen wird dieses Muster zu einem regelmäßigen Auf- und Abschwingen, ähnlich wie eine Sinuskurve. Auf unserer Homepage gibt es dazu verschiedene Grafiken, die diese unterschiedlichen Muster zeigen.

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Ein wichtiges Ziel der Methode ist es also, einen Zustand herzustellen, den die Wissenschaftler Herzkohärenz nennen. Und in diesem Zustand hat das Muster des Herzschlages eben diese Sinusform. Jetzt geht es dabei aber nicht nur um das Herz selbst. Vielmehr ist das Muster des Herzschlages ein Spiegel unseres autonomen Nervensystems. Und unser autonomes Nervensystem ist quasi unser körpereigenes Betriebssystem, das nahezu sämtliche Körpervorgänge ohne unser bewusstes Zutun steuert. Unter Stress arbeiten die verschiedenen Anteile des autonomen Nervensystems nicht mehr harmonisch zusammen, sondern konkurrieren miteinander. Insbesondere in der heutigen Zeit, wo es selten darum geht, vor einer drohenden Gefahr wegzurennen oder ums Überleben zu kämpfen, brauchen wir jedoch ein autonomes Nervensystem, in dem die beiden Anteile (Sympathikus und Parasympathikus) geordnet und harmonisch miteinander arbeiten und nicht gegeneinander. Denn nur so können wir klar denken und die richtigen Entscheidungen treffen. Und genau dies ermöglicht der Zustand von Herzkohärenz. Dazu gibt es mittlerweile jede Menge Studien, die wir auch auf unserem Blog veröffentlicht haben.

FRIEDA: Es gibt ja heute unzählige Angebote aus den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung und der Stressprävention. Was unterscheidet HeartMath grundsätzlich von vielen der anderen Methoden?

Reiner Krutti: Als ich bei einem großen französischen Automobilhersteller gearbeitet habe, hatte ich viele Phasen mit viel Stress und enormem Druck. Es fiel mir schwer, mit meinen unangenehmen Emotionen umzugehen, wobei ich schon einige Seminare zum Thema Stressmanagement besucht und auch viel darüber gelesen hatte. Ich habe immer wieder versucht, mich zuversichtlich, gelassen und ruhig zu denken. Aber ich habe es nicht geschafft, über meine Gedanken meine Emotionen zu verändern. Und ich kenne nur sehr wenige Menschen, denen das gelingt.

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Bei meiner Recherche nach effektiven Methoden, die eben auch im Arbeitsalltag angewendet werden können, bin ich auf das Buch „Die neue Medizin der Emotionen“ von David Servan-Schreiber gestoßen. Und durch Servan-Schreiber habe ich verstanden, dass unser emotionales Gehirn viel enger mit unserem Körper verbunden ist als mit unserem Verstand, und dass es deshalb wesentlich einfacher ist, seine Emotionen über den Körper zu regulieren. Dafür gibt es mittlerweile einige Ansätze. Das Besondere an HeartMath ist, dass wir uns die Herz-Gehirn-Kommunikation zu Nutze machen, denn das Herz sendet wesentlich mehr Informationen ans Gehirn als umgekehrt. Über ein Biofeedback-System, das das Niveau der Herzkohärenz (wie oben beschrieben) direkt in Echtzeit misst, bekomme ich ein direktes Feedback darüber, wie gut es mir gelingt, mein autonomes Nervensystem zu harmonisieren. Und diese Messbarkeit, dass sie also direkt den Erfolg der Übungen sichtbar macht, wirkt wie ein Turbo auf die Motivation. Ich kenne viele Menschen, die sich mit Achtsamkeitsmeditationen schwertun, weil sie zunächst keine Veränderung merken und es dann nach kurzer Zeit lassen, also die Motivation verlieren. Und durch die direkte Sichtbarkeit besteht von Anfang an eben eine hohe Motivation. „Aus dem Herzen leben“ wird so einfach und praktikabel.

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Durch regelmäßiges Üben von Herzkohärenz wird vor allem unser Vagusnerv gestärkt. Der Vagusnerv ist ein Teil des parasympathischen Nervensystems und sorgt dafür, dass wir zu Ruhe kommen, uns erholen und neue Energie schöpfen. In dem Hochgeschwindigkeitsalltag, in dem viele Menschen heute leben, bekommt der Parasympathikus zu wenig Raum, weil der Aktivitäts- und Kampf- bzw. Flucht-Anteil des autonomen Nervensystems, der Sympathikus, dominiert. Sicherlich kennen Sie Menschen, die sagen, auch wenn sie sich am Abend oder am Wochenende hinsetzen, dann „kommen sie nicht mehr runter“. Das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Tonus des Vagusnervs zu niedrig ist. Dadurch leidet dann nicht nur unsere Fähigkeit zu regenerieren und neue Energie zu tanken; auch unsere Gesundheit leidet. Denn der Vagusnerv ist an vielen Heilungsprozessen in unserem Körper beteiligt. Auch dazu gibt es auf unserem Blog zwei spannende Artikel.

Man kann die Herzratenvariabilität – also die Variation der Abstände aufeinanderfolgender Herzschläge – auch über 24 Stunden messen und bekommt so einen spannenden Einblick in Stress- und Regenerationsmechanismen im Alltag. Häufig erlebe ich es, dass Menschen nachts zwar 7-8 Stunden schlafen, aber der Erholungsanteil in der Nacht nur sehr gering ist. Das liegt an einer eingeschränkten Aktivität des Vagusnervs. Und das ist dann auch kein Wunder, weil über den Tag verteilt keine Ruhemomente zu verzeichnen sind, in denen der Parasympathikus Raum bekommt, um aktiv zu sein und für neue Energie zu sorgen.

Wer ständig auf dem Gaspedal steht, der braucht sich irgendwann nicht mehr zu wundern, dass die Bremse einrostet. Oder versuchen Sie einmal, den ganzen Tag über eine Faust zu machen und schauen Sie, wie es Ihnen am Abend gelingt, die Hand zu öffnen. Ein guter Umgang mit sich selbst braucht eben beides: Herausforderungen und Aktivität genauso wie Ruhe und Erholung. Die Herzratenvariabilität ist eben ein optimaler Indikator, um zu verstehen, wie gut es mir gelingt, mich selbst zu steuern.

FRIEDA: Ein zentrales Element bei der HeartMath-Methode ist offenbar die Selbstfürsorge. Teilweise sprachen Sie deren Bedeutung ja schon an. Zur Vertiefung: Welche entscheidenden Faktoren gehören Ihrer Ansicht nach sonst noch zu einer solchen Selbstfürsorge?

Reiner Krutti: Bewusst Raum für Ruhe und Erholung schaffen. Und das mit einem sehr guten Gewissen. Denn Ruhezeiten und Pausen reduzieren nicht mein Arbeitspensum. Vielmehr fördern sie meine Leistungsfähigkeit, und ich bin dann in der Lage, in der verbleibenden Zeit mehr zu leisten. Also statt pausenlos, Pausen, los! Aber es geht um viel mehr. Es geht um den grundsätzlichen Umgang mit mir selbst. Es ist total spannend, sich mal selbst zuzuhören, welche Urteile wir ständig über uns selbst fällen. Für mich war das ein starkes Aha-Erlebnis zu erkennen, dass ich der allergrößte Kritiker von mir bin. Und dass die Haupt-Stressquelle in meinen Leben diese Selbstkritik war. Durch HeartMath habe ich gelernt, auch für mich selbst Wertschätzung und Mitgefühl zu entwickeln und mir diese ganz bewusst selbst zu geben. Und ich durfte erkennen, dass dies überhaupt nicht egozentrisch ist, sondern die Grundlage für ein erfülltes Leben.

FRIEDA: Welche Rolle spielt die Selbstfürsorge Ihrer Ansicht nach in der Interaktion mit anderen, sei es in der Familie, im Freundeskreis oder im Beruf?

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Reiner Krutti: Wenn wir uns selbst wenig wertschätzen, dann erleben wir einen großen Mangel. Wir sind wie ein trockener Schwamm und auf der Suche nach Wertschätzung und Anerkennung von außen. Ich bin davon überzeugt, dass uns niemand das geben kann, was wir uns selbst nicht schenken. Und so kommt es oft zu Enttäuschung und auch zu Überforderung von unserem Gegenüber. Insgesamt finde ich es enorm wichtig, seine eigenen Bedürfnisse zu kennen und den Mut zu haben, diese zu artikulieren. Aber auch den anderen Menschen zuzugestehen, dass es nicht ihre Verpflichtung ist, meine Bedürfnisse ständig zu erfüllen. Es ist meine eigene Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es mir gut geht. Aber dazu muss ich wissen und sehen, was genau ich brauche. Und je mehr ich mich mit meinem Herzen verbunden habe, desto mehr habe ich auch in dieser Hinsicht eindeutige und klare Informationen bekommen. Außerdem haben ja unsere Emotionen genau diese Aufgabe, nämlich uns zu sagen, ob die Situation gerade so passt und gut für uns ist oder – im Fall von unangenehmen Emotionen – etwas geändert werden sollte; im Außen oder aber in mir selbst.

FRIEDA: Es gibt auch HeartMath-Übungen für zu Hause. Wie kann man sich so etwas in der Umsetzung vorstellen?

Reiner Krutti: Sämtliche HeartMath-Übungen sind so konzipiert, dass sie schnell zu erlernen und jederzeit und überall anzuwenden sind. Und auch unsere Biofeedback-Systeme gibt es mittlerweile fürs Smartphone, so dass ich auch unterwegs mit Feedback üben kann. Die Basis ist eine Mischung aus Atem- und Fokussierungs-Technik. Darauf aufbauend kommt dann noch die bewusste Regulation von Emotionen dazu. Im Kern geht es darum zu lernen, die eigenen Emotionen bewusst zu steuern, statt von ihnen dominiert zu werden. Außerdem führt Herzkohärenz zu innerer Ruhe, ist aber keine Methode der Entspannung. Es ist eher eine Verhaltensweise, die sich in allen Situationen des Alltagslebens anwenden lässt. So kann ich auch in kritischen Situationen Ruhe bewahren, klar denken und gute Entscheidungen treffen.

FRIEDA: Wie eingangs erwähnt, hat mich besonders die Wirkung von HeartMath auf die Polizeiarbeit in den Niederlanden beeindruckt. Gibt es hierzulande vergleichbare Fortbildungsangebote gerade für die Polizei, und falls das nicht der Fall ist, warum ist das Ihrer Ansicht nach so?

Reiner Krutti: Die Kollegen in den Niederlanden sind uns in Deutschland 10-15 Jahre voraus. Als das niederländische Innenministerium entschieden hat, ein groß angelegtes Resilienz-Programm für die gesamte Polizei zu starten, hat der Projektleiter von Anfang an gesagt: Da muss HeartMath mit hinein. Und in der Tat schätzen Polizisten unsere Methode sehr, da sie, wie bereits erwähnt, direkt im Alltag eingesetzt werden kann und durch die Messbarkeit genau sichtbar wird, ob die Übungen richtig ausgeführt werden. In Deutschland, und auch in der Schweiz, haben wir erste Gespräche geführt. Eine Professorin einer Polizeihochschule hat auch die Ausbildung zur HeartMath-Coachin und -Trainerin gemacht. Allerdings brauchen wir noch etwas Geduld. Die Mühlen im öffentlichen Dienst mahlen manchmal etwas langsam.

FRIEDA: Man kann sich bei Ihnen also auch zum HeartMath-Trainer ausbilden lassen. Wer gehört sonst noch zu den Zielgruppen?

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Reiner Krutti: HeartMath bietet ein sehr breites Anwendungsspektrum. Neben dem Stress- und Emotionsmanagement und der Steigerung der Widerstandskraft (Resilienz) geht es auch gezielt um bestmögliche Leistungsfähigkeit, insbesondere unter Druck – sowohl im Management wie auch im Sport und bei Polizisten, Ersthelfern etc. Unsere Coaches und Trainer werden sowohl von Unternehmen gebucht wie auch von Privatpersonen. (Eine Liste unsere Coaches und Trainer finden Sie hier: https://www.heartmathdeutschland.de/coach-finden/)

Außerdem bilden wir auch Ärzte, Heilpraktiker und (Psycho)Therapeuten aus. Denn ein gezieltes Training des Vagusnervs fördert den Selbstheilungsprozess und kann begleitend für sehr viele, insbesondere chronische, Erkrankungen, aber auch bei Burnout und Depression angewendet werden. In den letzten Jahren kamen immer mehr Studien zu dem Ergebnis, dass ein Training der Herzratenvariabilität mit Biofeedback den Vagusnerv deutlich stärkt. Und wie man mittlerweile auch weiß, gehen sehr viele chronische Erkrankungen, zum Beispiel auch verschiedene Krebsarten, mit einer Schwäche des Vagus‘ einher.

FRIEDA: Wie läuft eine solche Ausbildung ab?

Reiner Krutti: Die Ausbildung für Therapeuten dauert zwei Tage. Außerdem haben wir ein eintägiges Einstiegstraining, in dem die wissenschaftlichen Grundlagen vermittelt, erste Techniken gelehrt und das Biofeedback-System ausgiebig genutzt wird. Darauf aufbauend gibt es dann die Ausbildung für HeartMath Coaches. Diese besteht aus drei Modulen mit insgesamt fünf Tagen. Unsere Coaches arbeiten im Einzelsetting. Für die Arbeit mit Gruppen gibt es die Ausbildung zur/zum HeartMath Trainer*in, zweimal zwei Tage. Wir haben vor einiger Zeit ein Webinar über unsere Ausbildungsstruktur gemacht, das man sich auf unserem Blog anschauen kann: https://blog.heartmathdeutschland.de/webinar-mitschnitt-heartmath-deutschland-ausbildungsprogramm/ und jede Menge Informationen zu unseren Ausbildungen finden Sie auf unserer Homepage: https://www.heartmathdeutschland.de/beruflich/

FRIEDA: Könnten Sie sich noch andere Einsatzbereiche als die bisherigen für HeartMath-Trainer vorstellen? Schulen beispielsweise?

Reiner Krutti: Schulen sind ein ganz wichtiges Betätigungsfeld für HeartMath. Je früher Kinder lernen, eigene Emotionen zu verstehen und besser damit umgehen können, desto besser ist es. Mit der HeartMath-Methode wird unter anderem ganz gezielt die emotionale Intelligenz (EQ) entwickelt. Und diese ist ja für ein gelungenes Leben eher noch wichtiger als der IQ. Unsere amerikanischen Kollegen arbeiten viel mit Schulen zusammen und haben auch in Studien gezeigt, dass Prüfungsängste weniger werden und die Lernfähigkeit besser. Übrigens gibt es einen ganz großen Fundus an Studien auf der Homepage des HeartMath Institutes (in Englisch): https://www.heartmath.org/research/research-library/

In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es erste Ansätze von Kollegen, die in Schulen arbeiten. Das freut mich sehr!

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Pflege. Ich überlege gerade zusammen mit einer Professorin für Pflegemanagement, die selbst auch HeartMath Trainerin ist, wie wir das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen bei ihrer sehr belastenden Tätigkeit unterstützen können.

FRIEDA: Viele Menschen merken ja inzwischen, dass unser bisheriges wachstums- und profitorientiertes Leben, das ja an das Credo, immer schneller und immer effizienter sein zu müssen gekoppelt ist, einer grundlegenden Korrektur bedarf. Spiegelt sich dieser Bewusstseinswandel auch am Interesse an Ihren Angeboten wider?

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Reiner Krutti: In der Tat leben wir in einer sehr leistungsorientierten Zeit, die eher vom Gehirn als vom Herzen dominiert wird. Bei HeartMath geht es um eine gute Verbindung beider Qualitäten. Es geht darum zu erkennen, wo unsere (Leistungs)Grenzen sind und diese zu berücksichtigen. Ich bin der Überzeugung, dass sich die Menschen engagieren wollen, investieren wollen, leisten wollen und gute Ergebnisse erzeugen wollen. Doch sie brauchen Fähigkeiten und Werkzeuge, um dies in einer Art und Weise tun zu können, die sie gesund hält und bei der sie sich wohlfühlen. Und bei der Suche nach diesen Fähigkeiten und Werkzeugen landen Menschen eben häufig auch bei uns.

FRIEDA: Abgesehen davon, dass Sie sich selbst beruflich ganz neu orientierten – wie hat HeartMath Ihr persönliches Leben verändert?

Reiner Krutti: Mit HeartMath habe ich gelernt, wie ich meine Emotionen besser regulieren kann. Und über die Verbindung zu meinem Herzen habe ich eine bessere Beziehung zu mir selbst entwickelt. Ich gehe inzwischen wesentlich wertschätzender und mitfühlender mit mir um. Es entwickelt sich auch immer mehr eine innere Leichtigkeit und ich bekomme für viele Situationen in meinem Leben eine Klarheit dahingehend, was ich möchte oder was ich nicht möchte. Und auch der Umgang mit meinen Mitmenschen hat sich verändert, ganz im Sinne dieses Zitates von Viktor Frankl: „Wollen wir eine Brücke schlagen von Mensch zu Mensch – und dies gilt auch von einer Brücke des Erkennens und Verstehens –, so müssen die Brückenköpfe eben nicht die Köpfe, sondern die Herzen sein.“

Ich habe erkannt, dass ich in der Mitte meines Brustkorbes einen sehr guten Freund habe, der mich unterstützt und auf den ich mich jederzeit voll und ganz verlassen kann.

FRIEDA: Vielen Dank für Ihre Bereitschaft zum Interview!

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