„Glückliche Bindung von Anfang an“

Im Gespräch mit Julia und Chris Schmiedel

„Glückliche Bindung von Anfang an“ – unter diesem Motto veranstalten Julia und Chris Schmiedel vom 31. Mai bis 09. Juni 2017 online einen Eltern-Kind-Bindungskongress. Das Expertenaufgebot kann sich sehen lassen: 22 namhafte Persönlichkeiten referieren rund um die Themen Schwangerschaft, Geburt, Bindung und Bildung. Mit dabei sind die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Eva Rass, der Prä- und Perinatalpsychologe Dr. Ludwig Janus, der Arzt für Kinder und Jugendliche Dr. Cyril Lüdin, die Dipl.-Psychologin und systemische Familientherapeutin Stefanie Bruns und viele andere. Sie alle beschreiben die Bedeutung einer verlässlichen frühen Bindung aus ihrer Sicht. Gerade der Blick aus all diesen unterschiedlichen Perspektiven macht diesen Kongress so besonders und facettenreich.

Moderiert wird der Kongress von Julia und Chris Schmiedel. Das aus dem Erzgebirge stammende Ehepaar hat zwei Kinder, die 2014 und 2017 geboren sind. Das jüngere der beiden Kinder hat Julia im Rahmen einer so genannten Alleingeburt auf die Welt gebracht, also ohne Hebamme und Ärzte

FRIEDA im Gespräch mit Julia und Chris Schmiedel

(c) Chris und Julia Schmiedel

FRIEDA: Ihr bezeichnet euch auch als Naturfamilie. Wie ist das zu verstehen?

Julia: Wir lieben die Natur und den natürlichen Energiefluss. In unserem Leben orientieren wir uns an natürlichen Vorgängen, Funktionen und Abläufen. Wir sind sehr gern draußen unterwegs, erkunden, erforschen, sammeln und erfreuen uns an den natürlichen Dingen. Uns sind gelebte Nachhaltigkeit und Minimalismus wichtig, um die wertvollen Ressourcen der Natur zu schonen.

Intuitiv fanden wir mit Ronja, unserem ersten Kind, unseren Weg „zurück zur Natur“. Dieser beinhaltet für uns unter anderem Baby-Led Weaning („Beikost ohne Brei“), Windel- und Schnullerfreiheit, Bed-Sharing, (Langzeit-)Stillen und die selbstbestimmte Schwangerschaft und Geburt. Das alles hat eine Menge mit liebevollem (Klein-)Kinderumgang, aber auch mit dem liebevollem Umgang mit sich selbst, miteinander und eben mit der Natur zu tun. So zu leben, führt aus unserer Sicht dann auf ganz natürliche Weise zum Freilernen.

Chris: Wie Julia schon gesagt hat, liegt uns die Natur sehr am Herzen und uns ist die Wertschätzung der Natur in den verschiedenen Lebensbereichen sehr wichtig. Wir, als Familie, versuchen in unserer modernen und oft ja sehr hektischen Welt möglichst naturnah zu leben. Es ist gar nicht so schwierig, wie man sich das vielleicht vorstellt. Für uns ist es entspannter, sehr viel stressfreier.

FRIEDA: Wie seid ihr auf die Idee gekommen, einen Eltern-Kind-Bindungskongress zu veranstalten?

Julia: Nach Ronjas Geburt hatten wir immer wieder Kontakt zu anderen Familien. Dabei wurde uns bewusst, dass unser Kinderumgang nicht, wie wir selbst immer angenommen hatten, selbstverständlich ist. So entschlossen wir uns dazu, unsere Website zu gründen und unsere Erfahrungen und unser Wissen zu teilen. Immer mehr beschäftigten wir uns mit der Beziehung zwischen Eltern und Kind und fanden zu der Überzeugung, dass eine gute Eltern-Kind-Bindung sehr wichtig für das Leben eines jeden Menschen ist.

Wir haben uns zum Veranstalten des Kongresses entschieden, um das wichtige Wissen rund um die Eltern-Kind-Bindung gebündelt und vielfältig so vielen Menschen wie möglich mitteilen zu können. Wir informieren, wie wichtig eine gute Bindung ist, zeigen dazu Wege auf und geben Antworten bei eigenen Bindungsproblemen.

Chris: Zunächst ist es mir ein Anliegen zu erklären, was wir unter einer guten Eltern-Kind-Bindung verstehen. Eine gute Bindung soll nicht mit einer „Fessel“ verbunden werden! Wir klammern das Kind nicht an uns, sondern wir begleiten es ins Leben, geben Sicherheit und Vertrauen.

Wir meinen mit einer guten Bindung eher einen sicheren Hafen, aus welchem das Kind aus eigenem Antrieb lossteuert und in den es immer wieder zurückkehren kann – nach eigener, freier Entscheidung, ohne Zwang, Druck und Angst. Als Eltern haben wir die Zukunft unserer Kinder in der Hand und können diese maßgeblich gestalten. Dabei ist eine gute Eltern-Kind-Bindung sehr von Bedeutung. Es ist wichtig, dass Eltern sich gut informieren und ihren eigenen Weg finden und diesen auch gehen.

(c) Familie Schmiedel

FRIEDA: Wir leben in Zeiten, in denen die Politik ja eher dazu tendiert, Kinder möglichst früh in die Krippe zu schicken. Wie steht ihr dazu?

Julia: Bereits in der Schwangerschaft muss jede berufstätige Frau angeben, wie lange sie mit ihrem Nachwuchs zu Hause sein möchte. Meistens ist das ein Jahr, selten zwei Jahre, kaum drei Jahre.

Fragt man die Frauen, warum sie nicht länger mit ihren Kind zu Hause bleiben, wird oft von finanziellen Verpflichtungen gesprochen oder auch, dass der Arbeitgeber mit Kündigung droht. Doch die wenigsten Frauen wünschen sich, ihr Kind schon nach einem Jahr in die Fremdbetreuung zu geben.

Ich selbst erlebte mit Ronja, als sie knapp über ein Jahr alt war, immer wieder Bemerkungen von Außenstehenden: „Was? Du bist noch daheim? Wie könnt ihr euch das leisten?“ oder auch „Wann willst du sie denn in den Kindergarten geben? Ronja braucht das!“

Erwähnt sei hier weiter, dass Hausfrauen nach wie vor keine angemessene Anerkennung von der Gesellschaft geschenkt bekommen. Eine Frau, welche tagtäglich Kinder und Haushalt managt, wird eher abwertend angesehen, gar als „faul“ bezeichnet. Würde ein Mann dagegen zu Hause bleiben, und sich ausschließlich um Kinder und Haushalt kümmern, dann lobt man diesen über alle Berge. Und eine Frau, welche ihr Kind mit einem Jahr zur Krippe bringt, um anschließend pünktlich auf Arbeit zu sein und abends noch den Haushalt schmeißt, ist gerade „recht“.

Diese ganzen Begebenheiten lösen einen inneren Druck aus, wodurch – meiner Meinung nach – Frauen dazu gedrängt werden, sich schlecht zu fühlen, wenn sie die Rolle der Hausfrau einnehmen und zusätzlich ein schlechtes Gewissen eingeredet bekommen, dass es ihren Kindern schadet, zu Hause zu bleiben. Ich bin der Meinung, dass es in erster Linie ein persönliches Problem ist. Man denkt, man „muss“ sich das Auto, das Haus etc. leisten oder dem Kind etwas „bieten“, man hat nicht genug Selbstbewusstsein oder auch das Wissen fehlt. Dem letzten Punkt kann man übrigens bei uns im Kongress entgegenwirken. 😉

Wenn man zu Hause bleiben möchte mit seinem Kind, dann finden sich definitiv auch Wege. Dazu braucht es nicht die Politik, sondern in erster Linie eine Veränderung der persönlichen Haltung. Dass die Politik Kinder immer zeitiger in der Fremdbetreuung sehen möchte und Frauen somit immer zeitiger wieder ihre Arbeitsposition einnehmen sollen, ist noch ein anderes Thema.

Chris: Ich bin der Meinung, dass Kinder unter der frühkindlichen Fremdbetreuung „leiden“, da die Betreuungspersonen in der Krippe niemals die Mutter ersetzen können – egal, wie gut oder schlecht diese Einrichtung eingestuft wird. Es ist meiner Ansicht nach unnatürlich, dass Kinder außerhalb der Familie betreut werden und es ist für die Kinder nicht optimal. Jedes Kind ist individuell und unterscheidet sich von anderen. In der Fremdbetreuung kann wenig, wenn überhaupt, auf die Individualität eingegangen werden. In der familiären Betreuung ist das anders. Es ist sehr wichtig, dass sich jedes Kind frei entfalten kann und dabei unterstützt wird. Die Mutter ist gerade in den ersten Lebensjahren unersetzlich.

FRIEDA: Euer Kongress greift alle wichtigen Themen rund um Bindung auf, und zwar bereits von der Schwangerschaft über die Geburt und die entspannte Elternschaft bis zur Bildung. Das ist eine beeindruckende Themenpalette. Warum setzt ihr so früh an und spannt in dem Zusammenhang sogar schon den Bogen bis zur Bildung?

Chris: Wir spannen den Bogen sogar noch weiter: bis ins „Erwachsenenleben“. Die Themen in unserem Kongress stehen alle in Verbindung zueinander. Bindung ist in allen Lebenslagen wichtig. Es ist nie zu früh und auch nie zu spät, um Bindung aufzubauen; nur wird das mit fortgeschrittenem Alter aufwändiger. Daher ist es sinnvoll, eine gute Bindung von Anfang zu fördern.

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FRIEDA: In dem genannten Zeitraum kann man ganze 24 Stunden am Tag den jeweils online gestellten Vortrag hören. Was ist mit jenen, die dazu keine Gelegenheit haben? Können sie später das Kongresspaket kaufen?

Chris: Der Kongress selbst ist kostenlos, ebenso die Anmeldung. Man bekommt mit der Anmeldung das E-Book „Die 5 besten Tipps für eine gute Eltern-Kind-Beziehung“ und kann an einem großen Gewinnspiel teilnehmen.

Wir haben uns dazu entschieden, zwei unterschiedliche Kongresspakete anzubieten, ein einfacheres und ein umfangreiches Paket. Diese beiden gibt es derzeit im Vorverkauf zum „Early-Bird-Angebot“ und während des Kongresszeitraumes, vom 31. Mai bis 9. Juni, kann man die Pakete um über die Hälfte reduziert bekommen. Das Premium-Paket mit vielen Extras kostet im Kongresszeitraum 47,85 € plus MwSt. Danach kann man die Pakete aber trotzdem noch erwerben.

FRIEDA: Für wen ist denn der Kongress interessant? Nur für Eltern mit Kleinkindern?

Julia: Bindung zieht sich durch das ganze Leben. Daher ist er grundsätzlich für jede Altersklasse interessant. Alle, die sich für ein gelingendes menschliches Miteinander interessieren, dürfen sich eingeladen fühlen, können sich unverbindlich anmelden und informieren.

Vorrangig sprechen wir natürlich Eltern mit Kindern – auch mit älteren Kindern, Schwangere und werdende Väter, sowie Menschen mit Bindungsproblemen an. Es ist uns wichtig, dass die Vaterrolle bei unserem Kongress auch ihren Stellenwert hat, da häufig der Mann in Bezug auf Schwangerschaft, Geburt und Kinderzeit in den Hintergrund gerückt wird.

FRIEDA: Vielen Dank für das Interview! Ich wünsche euch viel Erfolg bei diesem so wichtigen Thema!

Julia und Chris: Vielen Dank, es hat uns sehr gefreut, von dir interviewt zu werden!

Anm.: Nach dem 09.06.2017 ist der Eltern-Kind-Bindungskongress im Kongresspaket kostenpflichtig erhältlich!

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