Gesundheitsrisiko bei Impfungen: Berechtigte Ängste?

Die Corona-Pandemie konfrontierte uns erneut mit dem Thema „Gesundheitsrisiken von Impfungen“. Impfgegner argumentieren seit Langem, dass die möglichen Impf-Risiken viel zu hoch sind. Impfwillige Menschen stellen den Schutz durch eine Impfung in den Fokus. Dennoch wissen die meisten Menschen nicht genug über Risiken, die mit Impfungen verbunden sein können. Muss jemand deswegen Angst vor Impfungen haben? Ist der mögliche Schaden höher einzuschätzen, als der Nutzen von Impfungen?

Über Nutzen und Risiken von Impfungen

Es ist längst nachgewiesen, dass die Entwicklung von Impfstoffen ein Segen für die Menschheit war. Viele Erkrankungen können damit kontrolliert werden. Manche wurden weitgehend ausgeschaltet. Die meisten Impfstoffe sorgen für eine Immunreaktion. Diese wird als positiv angesehen, weil der Organismus daraufhin Antikörper bildet. Eine normale Impfreaktion besteht aus einer mehr oder weniger schmerzhaften Schwellung rund um die Einstichstelle. Der Geimpfte kann sich aber auch ein paar Tage schlapp und weniger belastungsfähig fühlen.

Im Fall der neuen Corona-Impfstoffe fallen die Reaktionen teilweise heftiger aus. Es kann zu Gliederschmerzen und Fieber kommen. Auch das ist normal, sofern die Impfreaktion nach ein bis drei Tagen ausgestanden ist. Zu einem kleinen Prozentsatz kann es jedoch bei jedem Impfstoff zu allergischen Reaktionen oder schweren und unerwarteten Folgen kommen. Die WHO oder eine entsprechende EU-Instanz sorgen für die Zulassung eines Impfstoffes. Danach ist es Ländersache, die Prüfung und Zulassung der landeseigenen Zulassungsstelle abzuwarten. Um die Risiken schwerer Folgen möglichst klein zu halten, werden in Deutschland alle Impfstoffe sorgfältig geprüft. Sie werden erst zugelassen, wenn Nebenwirkungen und Risiken bekannt sind.

Welche normalen Risiken sind mit Impfungen verbunden?

Manche Risiken von Impfungen sind nicht vorhersehbar. Sie entstehen aufgrund individueller Gegebenheiten. Vorerkrankungen oder unbekannte Faktoren sorgen dann für Impfschäden und Spätfolgen. Andere Risiken sind vorhersehbar. So sollte jemand zum Beispiel nicht bei einem akuten Infekt geimpft werden. Der Patient sollte keinen akuten Herpes haben, wenn er zum Impftermin kommt. Fakt ist, dass akute Infekte und Herpesausbrüche sich verschlimmern können, wenn trotzdem geimpft wird. Der Arzt sollte den Patienten vor der Impfung nach akuten Beschwerden fragen. Sicherheitshalber sollte der Patient den Termin absagen, wenn er sich krank fühlt.

In Impfstoffen sind Konservierungsmittel und Trägerstoffe enthalten. Gegen diese könnte eine Allergie bestehen. So werden Grippe-Impfstoffe meist mit dem Konservierungsmittel „Thiomersal“ – einer organischen Quecksilberverbindung – versetzt. Patienten, die aufgrund von Amalgamplomben vorbelastet sind, entwickeln oft eine Thiomersal-Allergie. Sie sollten sich mit Grippeimpfstoffen versorgen lassen, die mit einem anderen Konservierungsmittel haltbar gemacht werden. Idealerweise sollte daher jeder Mediziner bekannte Allergien abfragen. Über die normalen und abschätzbaren Impfrisiken sollte ein Arzt seine Patienten in Kenntnis setzen. Der Grund ist die relative Häufigkeit solcher Risiken. Sie sind durch einen neuen Impftermin unter geeigneteren Bedingungen vermeidbar. Unter geeigneten Bedingungen ist der Impfschutz hoch.

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Wie werden die Risiken von Impfstoffen bewertet?

Auch bei Studien-Testreihen kommt es vereinzelt zu unerwarteten Zwischenfällen und Reaktionen. Manchmal sterben Menschen, an denen ein Impfstoff getestet wurde. Solche Vorfälle können nie zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Im Falle der Corona-Impfstoffe gab es wegen der hohen Dringlichkeit Notzulassungen. Trotzdem wurden die neuen RNA-Impfstoffe in Deutschland vor der Zulassung sorgfältig getestet. In Phase 1 und 2 solcher Testreihen werden nur einige Hundert handverlesene Freiwillige geimpft. Zigtausende Freiwillige jeder Altersgruppe werden erst in Phase 3 zu Testprobanden. Die umfangreiche „Phase-3-Studie“ bewertet Nutzen und Risiken einer Impfung. Auch während solcher Testreihen kommt es zu unerwarteten Nebenwirkungen, allergischen Reaktionen und vereinzelten Todesfällen.

Impfrisiken durch unvorhersehbare und schwere Folgen

Die Risiken für schwere Impfreaktionen liegen im Bereich von einigen Prozent aller geimpften Menschen. Dennoch sollen sie nicht kleingeredet werden. Wenn es bei Frauen einer bestimmten Altersgruppe mehrfach zu Hirnvenen-Thrombosen und dadurch bedingten Todesfällen kommt, ist das ernst zu nehmen. Ein Impfstopp ist gerechtfertigt, bis die Ursache dafür feststeht. Zu unterscheiden sind klassische oder hinnehmbare Impf-Reaktionen von solchen, die Gesundheit und Menschenleben gefährden. Während hinnehmbare Impfreaktionen in wenigen Tagen überstanden sind, können die schweren Impfreaktionen lebenslange Gesundheitsschäden auslösen oder zum Tod führen. Die Risiken bei Totimpfstoffen sind generell kleiner als bei Lebendimpfstoffen. Grundsätzlich muss aber jede schwere Impfreaktion daraufhin überprüft werden, ob sie tatsächlich dem Impfstoff selbst zuzuschreiben ist.

Bestimmte Vorerkrankungen können die Risiken für schwere Impfreaktionen erhöhen. Meist werden die tatsächlichen Risiken bestimmter Impfstoffe aber falsch eingeschätzt. Oftmals kann bei Untersuchungen von Todesfällen nach Impfungen kein direkter Zusammenhang mit der Impfung nachgewiesen werden. Wird jedoch ein Zusammenhang gefunden, muss die Patienten-Aufklärung umso sorgfältiger ausfallen. Weitere Studien schließen sich an. In der Regel sind manche Risiken nicht absehbar. Die Skepsis der Impfgegner speist sich meist aus Mythen und falschen Behauptungen über Impf-Risiken. Dabei ist das Risiko, durch Masern, Diphterie, Röteln, Hepatitis, Kinderlähmung oder eine bakterielle Lungenentzündung Gesundheitsschäden zu erleben, wesentlich größer. Auch die Zahl der Todesfälle wäre um ein Vielfaches höher ausfallen. Bei der Risiko-Abwägung zwischen Erkrankungsfolgen und möglichen Impfschäden tragen die Impfstoffe den Sieg davon.

Impfungen und deren Risiken: Das Fazit

Zweifellos bleiben Rest-Risiken. Diese sind tragisch. Sie sollten nicht kleingeredet werden. Die Risiken sind jedoch für jeden Impfstoff individuell. Da sich Viren durch Mutationen verändern, werden Impfstoffe regelmäßig angepasst. Die Risikobewertung muss dann ebenfalls überarbeitet werden. Nicht zu unterschätzen sind gesundheitliche Risiken durch Trägerstoffe oder Konservierungsmittel in Impfstoffen. Hühnereiweiß- oder Thiomersal-Allergiker haben ein höheres Risiko für unerwünschte Impfreaktionen. Haben Sie Kenntnis von entsprechenden Allergien oder Unverträglichkeiten, sollten sie vor jeder Impfung nach den Inhaltsstoffen des Serums fragen. Gleiches gilt für Menschen, die blutverdünnende Medikamente einnehmen. Sie könnten nach intramuskulären Injektionen anhaltende Blutungen entwickeln. Die sorgfältige Aufklärung impfwilliger Patienten ist ein Muss. Dennoch ist der gesundheitliche Nutzen vom Impfungen zehntausendfach höher als der möglicherweise eintretende Impfschaden.