Gender – Themen, die die Welt nicht braucht…

Haben wir keine anderen Sorgen?

Dank eines Artikels in der FAZ vom 05.10.2016 wird das leidige Thema „Gender-Mainstreaming“ von der Redakteurin Josefina Janert von mehreren Seiten beleuchet. Die Sache mit „innen“ fand ich eigentlich schon immer lästig im Buchstaben produzierenden Alltag, erscheinen diese beiden Silben in den meisten Fällen doch mindestens so überflüssig wie pinke T-Shirts im Kleiderschrank.

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Wer spaßeshalber mal in den Suchmaschinen nach „Gender“ oder „Gender-Mainstreaming“ fahndet, dürfte einigermaßen überrascht sein, was es zu diesem Thema mittlerweile alles an Experten gibt. Die Universität Bielefeld etwa erläutert, was Gender eigentlich meint, die Bundeszentrale für Politische Bildung hat das Thema selbstredend auch schon längst für sich entdeckt und – wen wundert’s – das EU-Parlament sieht in der weiteren Etablierung des Genderismus sogar Förderbedarf im Rahmen von Strukturfonds.

Die Kohärenz sei das eigentliche Herzstück der GM-Strategie im ESF, ist hier zu lesen. Der Begriff Kohärenz wird – je nach Fachrichtung – unterschiedlich definiert. Linguistisch ist damit der sinnbildende Zusammenhang der Wörter in einem Text gemeint. (Räusper…)

Gender und sprachliche Flatulenzen

Welchen Sinn die Einführung des „Gender-Deutschtums“ allerdings haben soll, zumal in Anbetracht der immensen Kosten für die steuerzahlende multisexuelle Bevölkerung und mit Blick darauf, dass am Ende noch mehr selbsternannte „Experten und Expertinnen“ öffentliche Gelder generieren, leuchtet mir nicht ein.

Wenngleich die Bezeichnung „Studentin“ beispielsweise ja noch der Logik folgt, weil eine studierende Frau eben kein Student ist (und eine Journalistin eben auch kein Journalist…. 😉 ), sind sprachliche Flatulenzen der Sorte „Professx“ oder „Studentx“ schon recht bizarr. Und überhaupt: Wieso macht sich anscheinend niemand Gedanken darüber, warum beispielsweise immer noch von „Wissenschaftlerinnen“ und nicht von „Wissenschafterinnen“ gesprochen und geschrieben wird?

Und warum stört sich niemand daran, dass man offiziell einen weiblichen Menschen namens Schmidt mit „Frau Schmidt“ (statt mit „Dame Schmidt“), einen männlichen aber nach wie vor mit „Herr Schmidt“ anspricht? Ja, ja, die „Herren“ der Schöpfung. Schon klar.

Der Evolutionsbiologe Ulrich Kutschera aus Kassel kommt im eingangs erwähnten Artikel der geschätzten Kollegin Janert mit folgendem Zitat auch zu Wort: „Selbsternannte Gut-Frauen, die mit ihrer Femininität psychologische Probleme haben, bemühen sich, der Menschheit ihre Gendersprech-Heilslehre zu verabreichen – und das führt zu heftigen Konflikten.“

Um Unkenrufen vorzubeugen: Selbstverständlich finde ich, dass Frauen und Männer für gleiche Arbeit gleichen Lohn bekommen sollten! Dass darüber im 21. Jahrhundert überhaupt noch diskutiert werden muss, ist bedenklich genug. Aber: Solange nackte Frauenkörper immer noch einen Großteil der Titelseiten vieler Magazine prägen, PR-Abteilungen in Sachen Schönheitschirurgie über die Medien suggerieren, dass Silikon-Implantate* im Busen irgendwas mit „Weiblichkeit“ zu tun haben (und bereits sehr junge Frauen als Zielgruppe akquirieren…), solange die Beziehungsthemen von A- oder B-Promis die Gemüter mehr erhitzen als der sukzessive Verlust demokratischer Werte und Rechte, entpuppen sich doch jegliche Versuche, ein Bewusstsein für die Gleichberechtigung der Frau über abstruse Worthülsen zu transportieren, als blanker Hohn.

Matriarchat – Das wär’s doch!

Ich hätte ja nichts gegen ein Matriarchat nach dem Vorbild der Minangkabau, einem Volk auf West-Sumatra. Die Anthropologin Peggy Reeves Sanday vom archäologischen Museum der Universität Pennsylvania, die sich intensiv mit den Minangkabau beschäftigte, kam zu folgendem Ergebnis: „Bei den Minangkabau dreht sich alles um die Frau: In ihrer Naturreligion steht die Frau als mütterliche Königin an der Spitze. Frauen bilden den Mittelpunkt des Soziallebens und verteilen beispielsweise im Erbschaftsfall das Land unter den Hinterbliebenen auf. Bei der Hochzeitszeremonie holt die Frau ihren Gatten ab und lässt ihn bei sich wohnen. Wenn sich das Paar scheiden lässt, muss der Mann seine Sachen packen.“ Trotzdem sei dies nicht einfach eine Herrschaft der Frauen. Bei den Minangkabau würden Entscheidungen gemeinsam getroffen: Statt Dominanz und Wettbewerb zähle Zusammenarbeit und Ausgleich. Dies sei der Grund, warum westliche Forscher die Minangkabau bisher nicht als Matriarchat erkannt hätten.“ (Quelle: Bild der Wissenschaft, Ausgabe 05/2002, Autor: Florian Sander)

*…sofern OP dieser Art ohne medizinische Notwendigkeit erfolgen (wie etwa im Rahmen der Rekontruktionsmedizin), sondern nur dazu dienen sollen, sich irgendwelchen GNTM-Standards anzunähern….

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