FRIEDAs Parteienumfrage zur Gesundheitspolitik

Bilanz: Völlig losgelöst von der Erde...

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Aktualisierung vom 27.03.2017:

Nachdem Hans Tolzin gesundheitspolitischer Sprecher der neuen Partei „Deutsche Mitte“ wurde, bildete ein Interview mit ihm den Auftakt zu einer – ursprünglich nicht geplanten – Parteienumfrage. Ich setzte mich mit den jeweiligen Gesundheitsprogrammen der Parteien auseinander, fand einige der Programmpunkte begrüßenswert, viele jedoch sind nach meinem Geschmack weit entfernt von dem, was ich unter „Gesundheitspolitik“ verstehe.

Parteienumfrage offenbart Mangel an Qualifizierung für gesundheitspolitische Posten

Eine Frage, die mich mehr denn je umtreibt, lautet: Welche Qualifikationen braucht man eigentlich, um leitende Ämter in der Gesundheitspolitik einnehmen zu dürfen? Oder überhaupt in der Politik?

Außerdem: Wenn Parteien das, was sie seit Jahrzehnten mit Wahlslogans versprechen, wirklich einhalten würden, lebten wir schon fast im Paradies. Letzten Endes zeigen die Entwicklungen in der Gesundheitspolitik, dass immer noch symptom- und nicht ursachenorientiert gehandelt wird. Zum Weiterlesen: „Wissenschaftselite oder Markt der Eitelkeiten?“, „Emanzipation mal anders betrachtet“, „Rechte und linke Ideologien“, „Die smarte Diktatur“, „Smartphones im Unterricht„…

Keine Antwort ist auch eine Antwort…

Trotz mails und zweier Übergabeeinschreiben haben sich „Bündnis 90 / Die Grünen“ gar nicht gemeldet. Die FDP wollte keine öffentliche Stellungnahme abgeben. Von der CDU erhielt ich einen Anruf mit Verweis auf eine andere Ansprechpartnerin (Antwort auf mail-Anfrage an sie steht noch aus). Die AfD sagte zunächst zu, nach Übersendung der Fragen kam jedoch keine Antwort mehr – trotz mehrmaligen Nachfassens per Telefon und per mail. Die SPD verwies mich ebenfalls an eine andere Ansprechpartnerin, die jedoch auf eine Anfrage meinerseits nicht reagierte. Immerhin mitgemacht haben neben der „DM“ noch „Die Linke“, die „PDV“, „Die Partei“, „Die Piraten“ und die „CSU

Wurden die Fragen in den Interviews konkret, zufriedenstellend oder eher allgemein und ausweichend beantwortet? Diese Beurteilung bleibt jedem selbst überlassen. Die Problematik war zudem, dass die Interviewpartner die Fragen im Vorfeld bekamen und eine natürliche Dynamik, wie sie bei einem mündlich geführten Interview entsteht, somit schwer einzuhalten war. Sicher hätte es noch viele weitere Themen für Fragen gegeben, aber jeder Mensch kann sich ja selbst an die Abgeordneten wenden!

Fachkräftemangel in der Gesundheitspolitik

Sollten sich gesundheitspolitische Sprecher/innen nicht zumindest umfassend mit Gesundheit, Prävention, Risiken gängiger Verfahren/Präparate und auch mit alternativen Heilmethoden beschäftigt haben? Wie wollen sie im Sinne der Bürger/innen Entscheidungen treffen, wenn sie selbst nicht wirklich viel über Gesundheit zu wissen scheinen? Hier und da gibt es gewiss zu befürwortende Ansätze in den Programmen und man darf nicht vergessen, dass es die Politiker/innen auch mit Gegenwind zu tun haben. Man merkt ja schon allein im eigenen Umfeld, welche kontroversen Diskussionen Gesundheitsthemen auslösen können. Mir geht es also nicht darum, hier einzelne Politiker/innen an den Pranger zu stellen, sondern auf den „Fehler im System“ hinzuweisen.

Abgesehen von der Gesundheitspolitik: Sollten wir uns nicht alle fragen, für wen die Regierenden überhaupt sprechen? Ob das gegenwärtige verfilzte „Parteiensystem“ überhaupt zukunftsfähig ist, steht zudem auf einem anderen Blatt. Was mich betrifft, favorisiere ich eine konsequente Dezentralisierung mit autark organisierten und überschaubaren Gemeinschaften – vielleicht im Sinne matriarchaler Ethnien. Zum Weiterlesen hierzu ein Interview mit Dr. Heide Göttner-Abendroth.

Übrigens hat Gudrun Dara Müller, Diplommathematikerin, Softwareentwicklerin und Heilpraktikerin in Hamburg, einen Teil der geführten Interviews aufgegriffen und ergänzt: Ihre Seite möchte ich bei dieser Gelegenheit empfehlen: Selbstheilungskliniken

Um selbst mitzumischen in Sachen Gesundheitspolitik, können sich Interessierte übrigens an einem Aufruf „Initiative für ein neues Gesundheitssystem“ beteiligen, den Gudrun Dara Müller initiiert hat. Einfach hier klicken: Aufruf

Nachtrag: Diese Tage sandte ich zudem eine Anfrage an verschiedene Mitglieder der Bremischen Bürgerschaft und bat um Stellungnahme zur Situation in Syrien. Dabei bezog ich mich u.a. auf ein Interview mit der kanadischen Journalistin Eva Bartlett, auf ein weiteres mit der syrischen Journalistin Laila Mirzo und auf eine Aussage der Nonne María Guadalupe Rodrigo. Bei Interesse findet jeder unter diesen Namen in den Suchmaschinen entsprechendes Material…

Noch hat niemand auf diese Anfrage reagiert…

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