Kinderwunschtage – Ethik? Ist doch nur lästig, wenn’s um Profit geht…

Verordnungen für das Bürgertum ohne Ende - aber das "Business" hat Narrenfreiheit

Ethik photo
Foto: http://pixabay.com/en/users/3dman_eu

Anlässlich der Kinderwunschtage 2017 in Berlin interviewte ich im letzten Jahr bereits eine Vertreterin des Vereins Spenderkinder e.V., zu finden hier: Spenderkinder ohne Lobby?

Auch im Februar 2018 finden wieder die Kinderwunschtage in Berlin statt. Bevor es zur diesjährigen Pressemeldung des Vereins Spenderkinder geht, noch einige Gedanken zur Situation: Für den „Klimaschutz“ bietet die EnEV mehr als 800 Seiten Normen und Verordnungen – und wehe, die werden nicht eingehalten. Wer in diesem Land den Zwangsrundfunkbeitrag verweigert, lernt auch die „Staatsgewalt“ kennen. Ein ganzer Behördenapparat kann dann mobilisiert werden. Und mal falsch geparkt? Da ist schneller ein Knöllchen an der Windschutzscheibe als man gucken kann. Nur in Sachen Ethik (nicht zu verwechseln mit Moral…) kommt es nicht so darauf an, ob Gesetze eingehalten werden und das, wo die Würde des Menschen doch laut Grundgesetz unantastbar sein soll. Etwas Polemik möge man mir an dieser Stelle zugestehen: Zuerst wird das Volk mit Glyphosat, Bisphenol A u.a. fragwürdigen Substanzen unfruchtbar gemacht und wenn immer mehr Paare dann keine Kinder mehr auf natürliche Weise bekommen, bietet das „Big Business“ rund um Reproduktionsmedizin, Stammzellenbanken, Transplantationsmedizin, Adoptionen etc. gleich wieder „smarte“ Lösungen an. Für eine Veranstaltung wie der Spirit of Health Kongress am 3. und 4. März 2018 in Berlin, bei dem unter anderem Dorrit Saietz, eine vehemente Kritikerin der Auswüchse des Adoptionsgeschäfts, als Referentin auftritt, kann der genaue Veranstaltungsort erst zwei Wochen vor dem Termin öffentlich gemacht werden, weil erfahrungsgemäß ein „Shitstorm“ einsetzt, aber die Kinderwunschtage dürfen ohne jeglichen Protest seitens der Mainstream-Medien, der Behörden und der Politik abgehalten werden – ?

Buch direkt bestellen

Hier nun zur Pressemeldung vom Verein Spenderkinder e.V.: Am Samstag und Sonntag (17./18.02.) findet in Berlin die umstrittene Verbrauchermesse „Kinderwunsch-Tage“ statt. Der Verein Spenderkinder, sieht diese Veranstaltung äußerst kritisch. Auf der Messe werden offensiv sämtliche in Deutschland aus ethischen und psychologischen Gründen verbotene Verfahren wie Eizellspende, kombinierte Samen- und Eizellspende, PID zur Geschlechterselektion bis hin zur Leihmutterschaft angeboten.

Werbung ist nach Artikel 2 Buchst. a der Werbe-Richtlinie 2006/114/EG jede Äußerung bei der Ausübung eines Handels, Gewerbes, Handwerks oder freien Berufs mit dem Ziel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen zu fördern. Die gesamte Veranstaltung ist auf Werbung ausgerichtet: Was sonst sollte das Ziel einer Verbrauchermesse sein, wenn nicht die Gewinnung von Kunden und die Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen? Anders wären die zahlreichen ausländischen Aussteller, die zum Teil auch als Sponsoren genannt werden, wohl kaum bereit, an einer Veranstaltung in Deutschland mit entsprechenden Ausstellergebühren teilzunehmen.

Nach obiger Definition ist jegliche Maßnahme über die Schilderung der Rechtslage zu reproduktionsmedizinischen Verfahren in anderen Ländern Werbung. Hierzu gehört zum Beispiel, wenn ein Aussteller niedliche Babyfotos verwendet, um an den Kinderwunsch der Interessenten anzuknüpfen. Werbung ist aber auch, wenn eine Klinik ihr Vorgehen bei dem jeweiligen reproduktionsmedizinischen Verfahren schildert. Unter den Begriff der Werbung können selbst sachliche Informationen fallen, so zumindest ein Urteil des Amtsgerichts Gießen zu verbotener Werbung für Schwangerschaftsabbruch nach § 219a StGB (AG Gießen, Urteil v. 24.11.2017, 507 Ds – 501 Js 15031/15).

Die im Seminarbereich angebotenen Vorträge machen zudem deutlich, dass eine kritische Auseinandersetzung mit den ethischen Hintergründen der Verbote nicht vorgesehen ist. Stattdessen scheint es, als sei es wesentlicher Inhalt der Veranstaltung, Wege zu vermitteln, wie die kindzentriert engen Grenzen der deutschen Rechtslage umgangen werden können. Wir haben uns an die zuständige Ordnungsbehörde in Berlin gewendet und ein Einschreiten gegen die Werbung für Eizellspende, anonyme Samenspenden und Leihmutterschaft gefordert. Behördlicherseits wird jedoch keine Notwendigkeit gesehen, tätig zu werden.

Zum Weiterlesen:

Verordnungsdschungel am Beispiel EnEV, Technik und Herrschaft, Politikum Glühlampe, Moby Dick und die Hybris der so genannten WissenschaftKlimawandel und Gehirnwäsche, Kundenbindung durch die Hormonspirale?, Pfusch an der Frau, Risiko Silikonimplantate, Beiträge zur Impfaufklärung, Pötters Perlen u.v.a.m. sowie ein Beitrag von Prof. Don Huber mit dem Titel „Erhöhe Unfruchtbarkeitsraten und spontane Fehlgeburten dank grüner Gentechnik und Glyphosat: https://www.oekologische-plattform.de/2011/12/erhohte-unfruchtbarkeitsraten-und-spontane-fehlgeburten-dank-gruner-gentechnik-und-glyphosat/

Weitersagen auf

Monetäres für FRIEDAs Kaffeekasse