Digitale Drogen

Die moderne Vereinnahmung des Menschen

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Ein Gastbeitrag von Apotheker Carsten Pötter

Bereits den Römern war klar, dass den Plebejern angesichts ihrer täglichen Mühsal etwas angeboten werden musste, um sie bei Laune zu halten und/oder sie zu sedieren, um Aufstände zu verhindern. Das Brot und Spiele-Prinzip wurde zur Zentralmethapher – nicht nur für das Imperium Romanum, sondern dient als Unterhaltungsstrategie aller Systeme bis in die Gegenwart. Die Briten hatten es Ende des 19. Jahrhunderts geschafft, die Chinesen mittels Krieg zu zwingen, den Opiumhandel zuzulassen. Damit enthoben sie sich von der lästigen Verpflichtung, in China gekaufte Ware mit Silber zu bezahlen und schafften es gleichzeitig, ein Werkzeug der Bewusstseinskontrolle großflächig zu etablieren. Diese Kombination (Drogenhandel und Bewusstseinskontrolle) wurde erfolgreich weiterentwickelt. In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde die Jugend mit Heroin überschwemmt. Der Vietnamkrieg wurde im Grunde geführt, um das Opiumdelta zu kontrollieren und der friedlichsten Nation der Welt ein wenig dabei zu helfen, ihre Einnahmeseite zu verbessern.

Die 80er Jahre brachten das Kokain aus den Nordstaaten von Südamerika hervor und die 90er Jahre waren durch Designerdrogen gekennzeichnet. Die Opiumflächen in Südostasien waren durch das amtierende Establishment nicht mehr ohne weiteres zu kontrollieren, so dass neue Anbaugebiete etabliert werden mussten. Afghanistan bot sich dazu an. Dort wurde über viele Jahre versucht, einerseits die Demokratie über „betreutes Bomben“ einzuführen und andererseits wurde der größte Exporteur für Rohopium geschaffen. Da der Einsatz von Waffen auf Dauer nicht vermittelbar ist, um das Bewusstsein der Menschen zu kontrollieren, ist ein smarter Weg erforderlich, der einerseits einladend und zwanglos daherkommt und anderseits bei jedermann begierig Aufnahme findet. Dazu gehören digitale Medien und Kommunikationswege: Fernsehen und Smartphones sind die Empfangs- und Sendestationen, über die die zeitgenössische Sedierung läuft. Da freuen wir uns doch über jede Eckkneipe, in der nicht nur geraucht, sondern auch kommuniziert wird.

Warum ist die Digitalisierung bei der Bewusstseinskontrolle so wichtig?

Die Nutzung digitaler Medien führt auf Dauer zur Konfigurationsänderung des Gehirns. Der Mensch kommt mit einem analogen Gehirn zu Welt. Das ist notwendig, um das Assoziationsvermögen einerseits und die Verknüpfung von emotionalen und kognitiven Inhalten anderseits herstellen zu können. Das analoge Gehirn denkt in Bildern, bestenfalls in eigenen Bildern. Das digitale Hirn ist zur Assoziation nicht mehr fähig, da es nur noch schwarz oder weiß (Eins oder Null) erfassen kann. Es entstehen keine eigenen Bilder mehr, sondern der Mensch ist auf die Substitution von Bildern angewiesen. Diese Bilder werden ihm gerade implementiert, um dann, wenn sie sich in der Wirklichkeit zeigen, nicht mehr abgewehrt zu werden. Die Google-Brille liefert einen kleinen Vorgeschmack auf den digital abgerichteten Primaten. Zu Ende gedacht bedeutet das, dass der in der Brille eingebaute Online-Chip direkt ins Hirn implementiert wird.

Die spannende Frage wird sein: Was passiert, wenn Doktor Google nicht mehr antwortet und dann keine eigenen Bilder mehr da sind?

(Quelle: resonalogic )

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