Die Parkinson’sche „Erkrankung“

Systemtheoretisches aus Friedas Wäschekorb

Fraktale photo
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Ob mit Nachbarn, Bekannten oder Kollegen – kommt man beim unverfänglichen „Klein-Schnack“ oder „Small-Talk“, wie der Angelsachse sagt, mal auf das Thema Bürokratie zu sprechen, verdrehen eigentlich alle nur noch die Augen, so die Erfahrung von Frieda. „Zu viel, zu aufgebläht, zu korrupt, zu teuer“ – zumindest in dem Punkt scheinen sich viele einig zu sein.

Je mehr Menschen mit etwas beschäftigt sind, desto länger dauert’s…

Cyril Northcote Parkinson war ein Soziologe, Historiker und Publizist. Er lebte von 1909 bis 1993 und machte sich damals schon allerlei Gedanken über die Bürokratie. Arbeit seit dehnbar wie Gummi und der Verwaltungsapparat neige dazu, sich ohne Hemmungen aufzublasen. So ungefähr lässt sich mit nur einem Kernsatz ausdrücken, was der Brite einst wissen ließ. Cyril Parkinson war ein Beobachter. So beobachtete er, dass die Erledigung einer Angelegenheit länger dauerte, wenn mehr Menschen als erforderlich damit beschäftigt waren. Auf den guten alten Cyril gehen auch die so genannten Parkinson’schen Gesetze zurück, die – für sich betrachtet – nichts mit der Parkinson-Krankheit zu tun haben, obwohl sich bei genauerem Hinsehen durchaus die eine oder andere symptomatische Parallele zeigt.

Die zentralen Aussagen von Mr. Parkinson dürften zumindest Wirtschaftswissenschaftlern ein Begriff sein. Für alle anderen: Auch wenn das Arbeitsvolumen abnimmt, steigt die Anzahl der Bediensteten weiter. Je mehr Leute im Verwaltungsapparat beschäftigt sind, desto mehr Zeit erfordert die Selbstverwaltung. Hierarchien werden immer komplexer und Person Z lässt sich von Person Y unterschreiben, dass Person X Kenntnis von einer Sache erhalten hat, doch das muss Person W noch im Plenum zusammen mit den Personen V bis K erörtern usw.

Eine weitere Erkenntnis des Soziologen war, dass – sinngemäß – ein Wettbewerb in Sachen Dummheit beginnt, wenn ignorante Leute Führungspositionen erreichen. Verwaltung mutiere dann zum Selbstzweck, bei dem der Faktor Eitelkeit eine besondere Rolle spiele. So ungefähr drückte es Parkinson aus.

Die Sache hat System. Oder anders gesagt: Das System hat System. Und natürlich gibt es für Systeme Theorien. Jede Menge sogar. Zum Beispiel die Sysmtemtheorie. „Die Systemtheorie hat von Anfang an das Ziel verfolgt, der Zersplitterung des Wissens in den wissenschaftlichen Disziplinen entgegenzuwirken“, sagte wer? Ein deutscher Ingenieur und „Technikphilosoph“. Günter Ropohl heißt der. („Technikphilosoph“ steht tatsächlich bei wikipedia….was es alles gibt?)

Günter Dedié wird bei wikipedia in dem Zusammenhang auch erwähnt. Mal gucken, was der so zu melden hat. „Die Kraft der Naturgesetze. Emergenz und kollektive Fähigkeiten von den Elementarteilchen bis zur menschlichen Gesellschaft“ lautet ein Buchtitel von ihm. Klingt nicht uninteressant. Günter Dedié, so lassen Suchmaschineneinträge wissen, ist ein deutscher Physiker, also kein Soziologe. Aber Frieda war ja schon immer für den interdisziplinären Dialog.

Emergenz – Lösung für den Weltfrieden?

Dem Dr. Dedié sollte man doch mal auf den Fersen bleiben, denkt Frieda sich, und wird auch gleich wieder fündig: „Die emergente Entwicklung der Welt durch Selbstorganisation“ lautet ein Text auf seiner Website. Aaaah! Das klingt schon mal nicht schlecht. Hatte Frieda nicht gerade kürzlich etwas über Ricardo Semlers „Radikale Demokratisierung“ in Unternehmen geschrieben? Lässt sich nun womöglich wissenschaftlich reproduzierbar erklären, wieso das funktioniert? Sind wir Menschen am Ende so etwas wie Teilchen in einem riesigen Quantencomputer? Hat GOOgle nicht vor Jahren schon einen 512- Qubit-Quantencomputer gekauft, der dazu dienen soll, die NSA-Überwachung an KI-Maschinen zu übergeben? Was unterscheidet so einen Quantencomputer überhaupt vom heimischen PC? Die Dinger transformieren logarithmische Probleme in „abgeflachte“ Berechnungen. Die Lösungen erscheinen dann so, als stammten sie aus einer anderen Dimension. Das dürfte ja nun wohl alle Klarheiten beseitigt haben.

Dass GOOgle-Chef Ray Kurzweil es anscheinend recht kurzweilig findet, sich selbst als Gott aufzuspielen, ist ja keine Neuigkeit. Zumindest macht er keinen Hehl daraus, aus uns Menschen so etwas wie Cyborgs machen zu wollen. Menschlicher (männlicher….?) Größenwahn kennt eben kaum Grenzen…

Hier mal ein Zitat von „Ray Allmighty“: „Die Singularität ist eine Zukunft, in der das Tempo des technologischen Wandels so schnell und weitreichend voranschreitet, dass die menschliche Existenz auf diesem Planeten irreversibel verändert wird. Wir werden die Macht unserer Gehirne, all die Kenntnisse, Fähigkeiten und persönlichen Macken, die uns zu Menschen machen, mit unserer Computer-Macht kombinieren, um auf eine Art zu denken, zu kommunizieren und zu erschaffen, wie wir uns heute noch nicht vorstellen können. Diese Verschmelzung von Mensch und Maschine, mit der plötzlichen Explosion der Maschinen-Intelligenz wird, im Verbund mit rasend schneller Innovation in den Bereichen der Gen-Forschung sowie der Nanotechnologie, zu einer Welt führen, wo es keine Unterscheidung mehr zwischen dem biologischen und dem mechanischen Leben oder zwischen physischer und virtueller Realität gibt. Diese technologischen Revolutionen werden es uns ermöglichen, unsere gebrechlichen Körper mit all ihren Einschränkungen zu überwinden. Krankheit, wie wir sie kennen, wird ausgerottet. Die menschliche Existenz wird einen Quantensprung in der Evolution durchlaufen. Wir werden in der Lage sein, zu leben, solange wir wollen.“

Da kommt Freude auf, was? Was das dann noch mit „Leben“ zu tun haben soll, ist die Frage. Und was Frieda betrifft: „I’m not a robot!“

Frieda verweist in diesem Zusammenhang auf den Beitrag „Nanotechnologie – Segen oder Fluch?“ in diesem Magazin und insbesondere auf das Interview „Die abgeschaffte Mutter“ mit Dr. Hilde Schmölzer.

Schwarmbewusstsein – wir haben es in der Hand, äh, im Hirn!

Eigentlich wollte Frieda ja noch etwas über Emergenz herausfinden und dazu, wie wir unsere zerstrittene Gesellschaft vielleicht irgendwie dazu bewegen können, sich vereint für ein gemeinschaftliches Ziel, nämlich den Frieden, zu engagieren. War nicht erst kürzlich zu lesen, dass Steven Hawking unserer im Grunde doch schönen Erde gerade mal noch 1.000 Jahre Überlebensdauer gibt? Aber statt dass wir endlich mal gemeinsam zusehen, diesen Planeten in Ordnung zu bringen, werden Milliarden für Weltraumprogramme und Satelliten und für sonstwas ausgeben! Da kann sich der Ostfriese eigentlich nur noch am Kopf kratzen. Bodhi-Gunda, Friedas Kuh-Guru, stehen auch schon die Haare zu Berge.

Emergenz hat übrigens etwas mit Schwarmintelligenz oder Schwarmbewusstsein zu tun. Einfach mal die Seite von Dr. Dedié anklicken! Bei youtube gibt’s dazu auch einen Vortrag „Emergenz – die andere Weltformel“ – von Frieda empfohlen! Leipziger Buchmesse 2014 und – aktuell – gerade mal 853 Klicks! Wie viele Klicks haben eigentlich Angelina und Brad? Man muss sicherlich nicht allem zustimmen, was Dr. Dedié sagt. Selbiger geht anscheinend von einem Urknall aus. Ob alles Leben auf einem Big Bang oder einem Schöpfungsakt basiert ist eine Frage, die Frieda nur „peripher tangiert“, während Frieda das Phänomen der Emergenz gerade richtig spannend findet.

Mal angenommen, man würde die Emergenz nutzen, also das Schwarmbewusstsein, und sich dann schwingungsmäßig auf Befreiung und Freude „einstimmen“, dann müsste doch, so durch die Emergenz-Brille betrachtet, so etwas wie Weltfrieden eintreten? Hmmm. Und was soll eigentlich das Beitragsbild mit den Fraktalen? Einfach mal selbst recherchieren mittels der Begriffe „Kybernetik“ und „Fraktale“….

Ach ja, fast vergessen: Symptome der Parkinson’schen Erkrankung sind u.a. Depressionen, Schlafstörungen, Veränderung der Handschrift, Bewegungseinschränkungen im Alltag, Haltungsstörungen, roboterhafter Gang, maskenhafte Mimik, zunehmende Erstarrung…

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