Der Stalker, der durch die Fritzbox kommt…

Cybercrime-Flutwelle und Polizei ohne Schwimmwesten

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Das Center for Strategie and International Studies ermittelte einen globalen Schaden von 400 Milliarden Dollar im Jahr 2014 allein durch Cybercrimedelikte. Deutschland steht an erster Stelle unter den geschädigten Nationen. Cyberkriminalität ist eine expandierende „Branche“, die angesichts der technischen Möglichkeiten und „Vernetzungen“ ein Mekka für Kriminelle ist. Was beim Bruttoinlandsprodukt als Prozentwert nicht unwesentlich zu Buche schlägt, ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen oft existenzbedrohliche Schicksale von Unternehmen, insbesondere im klein- und mittelständischen Bereich.

Fritzbox sicher? Gerade Frauen sind betroffen

Mit dramatisch steigender Tendenz sind besonders Frauen betroffen. Sie sind oft Zielobjekt von unbekannten Stalkern oder ehemaligen Partnern. Wenden sich Cybercrimegeschädigte – auf versierte Ansprechpartner hoffend – an die Polizei, bleibt dort oft kaum mehr als ein Achselzucken. Am Ende bleibt häufig kaum mehr als eine neue Akte „XY-Ungelöst“ und vielleicht noch ein verbrauchter Textmarker in der Schreibtischschublade der Beamten.

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Selbst viele Informatiker sind mit der Thematik überfordert. Das Ändern von Passwörtern und der Ersatz der Fritzbox sind kein Garant für künftige Cybersicherheit.

Ein Angreifer mit physischem Zugriff kann die ursprüngliche Fritzbox so konfigurieren, dass er aus dem Internet auf die Fritzbox zugreifen kann. Zudem bieten alle Fritzboxen die Möglichkeit, den gesamten Datenverkehr des Routers mitzuschneiden und auf einem externen Datenträger/Server zu speichern. Dies umfasst u.a. den vollständigen Internetverkehr, aber auch die Möglichkeit, beispielsweise Telefongespräche mitzuschneiden, sofern diese über die Fritzbox erfolgen…

Gerade im Cybercrimebereich sind die Kriminellen den Staatsgewalten um weit mehr als nur ein paar Schritte voraus. Ob Delikte dieser Art nur als „rechtswidrige Handlung“ oder als Straftat beurteilt werden, hängt zudem vom Einzelfall ab.

Fraglich ist zudem, ob es ein solcher Fall überhaupt bis zu einem Gericht schafft, denn die Arbeitsrealität der Polizei in Sachen Cybercrime ist für Geschädigte oft ein weiterer Schlag ins Gesicht – und für die Täter sicherlich ein Grund zur Schadenfreude.

Qualitativ (Fachwissen) und quantitativ (Personalmangel) ist die Polizei in den meisten Bundesländern chronisch unterbesetzt. Die wenigen Spezialisten haben mit Terrorbekämpfung und Kinderpornografie mehr als genug zu tun. Auch lautet das Fazit: Tendenz steigend!

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