„Der politische Wille fehlt“

Aber wo Visionen sind, ist auch ein Weg!

(c) www.desert-greening.com

„Der politische Wille fehlt“ lautet der Titel eines Interviews, das die „Schrot&Korn“ mit Jakob von Uexküll führte und in der Juli-Ausgabe 2008 veröffentlichte. Jakob von Uexküll ist ein schwedisch-deutscher Schriftsteller und Berufsphilatelist. Er studierte Politik, Philosophie und Ökonomie in Oxford. 1980 stiftete er den Alternativen Nobelpreis und er ist Initiator des Weltzukunftsrates. Als er anregte, einen speziellen Nobelpreis für Ökologie und Armutsbekämpfung zu schaffen, winkte die Nobelstiftung in Stockholm ab. Daraufhin verkaufte von Uexküll seine hochkarätige Briefmarkensammlung, um von dem Erlös in Höhe von einer Million US-Dollar eine Stiftung für „Right Livelihood Award“ zu gründen, hierzulande bekannt als Alternativer Nobelpreis.

Mit diesem Preis sollen weltweit Menschen und Initiativen ausgezeichnet werden, die mit Lösungen für die Probleme dieser Welt zu tatsächlicher Nachhaltigkeit beitragen. Der Preis richtet sich dabei nicht nur an jene, die sowieso schon im öffentlichen Rampenlicht stehen, sondern gerade auch an die eher unbekannten Heldinnen und Helden, die ohne Medienrummel irgendwo auf dieser Welt etwas Konstruktives leisten, ob in der Ökologie, der Bildung, der Friedensarbeit, der Gesundheit oder für bedrohte Völker. Dabei sollen gerade auch unkonventionelle Ideen eine Chance haben, mit dem Preis ausgezeichnet zu werden.

Schon 3% weniger Fleischkonsum in den Industrieländern bewirken weniger Hunger bei den Ärmsten dieser Welt

Jakob von Uexküll äußerte sich in dem Schrot&Korn-Interview bereits 2008 besorgt über verschiedene Entwicklungen auf der Erde, darunter die Wasserknappheit in vielen Gebieten. „Bisher haben die Menschen der Dritten Welt mit den Rindern konkurriert, für deren Futter ihre Nahrungsmittel knapp wurden. Jetzt müssen sie auch noch mit Autos konkurrieren, wenn der Export von Biotreibstoff mehr bringt als der Anbau von Nahrung“, so Uexküll in dem erwähnten Interview. Dabei sei allerdings nicht die Nahrungsgmittelknappheit das eigentliche Problem, sondern der mangelnde politische Einfluss der armen Menschen. Schon drei Prozent weniger Fleischkonsum in den Industrieländern, so äußerte sich von Uexküll, führten dazu, dass eine Milliarde Menschen weniger hungern müsse. Allein das Futter für eine Katze in den USA brauche so viel Anbaufläche wie das Essen für einen Menschen in Costa Rica. Auch ein weitgehender Verzicht auf Flugreisen und auf einen großen Teil des Individualverkehrs seien empfehlenswert. Im Übrigen, so heißt es weiter, müsse materieller Verzicht nicht bedeuten, auf Lebensqualität zu verzichten. „Wir müssen auf schlechte Angewohnheiten verzichten, mit denen wir uns schaden oder die ethisch nicht länger akzeptabel sind.“ Die so genannte „grüne Revolution“ sei, so ist ferner zu lesen, an ihrem Ende angekommen. Die Erträge würden auch bei immer größeren Düngergaben nicht mehr steigen, sondern sogar sinken. Die Bauern könnten sich in vielen Teilen der Welt Dünger und Pestizide nicht mehr leisten.

Das Dilemma vieler Bauern in Bezug auf Pestizide und genmanipuliertes Saatgut ist ein separates Thema, bei dem Konzerne wie Monsanto und Nestlé eine unglückselige Rolle spielen. FRIEDA verweist in diesem Zusammenhang auch auf die Erfahrungen des Apothekers Dr. Hirt, beschrieben in dem Artikel über anamed. Auch auf den Dokumentarfilm „Blaues Gold im Garten Eden“ sei an dieser Stelle nochmals verwiesen. Er veranschaulicht, welche Konsequenzen Monokultur, Pestizide, Saatgutpatente etc. für einst fruchtbare, autarke Regionen haben.

Desert Greening

Dass es auch anders geht, beweisen aber immer wieder einzelne Menschen oder Gruppen von Menschen. Ein hoffnungsvolles Beispiel ist das Projekt Desert Greening, das der algerische Ingenieur Madjid Abdellaziz ins Leben gerufen hat. Es stützt sich auf Forschungsergebnisse des Arztes, Psychoanalytikers, Psychiaters und Soziologen Wilhelm Reich sowie auf Erkenntnisse von Bernd Senf, der sich wiederum intensiv mit der Arbeit von Wilhelm Reich auseinandergesetzt hat. Bernd Senf, deutscher erimitierter Professor für Volkswirtschaftslehre, vermittelt wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge sowie das Verhältnis lebendiger Prozesse zur bestehenden Wirtschaft, Technologie und Moral auf verständliche Weise. Senf sieht zwischen dem Fluss des Geldes im sozialen Organismus einer Gesellschaft und dem Fluss der Lebensenergie in Individuen funktionelle Übereinstimmungen, woraus er schlussfolgert, dass jegliches Blockieren der Fließprozesse krank und destruktiv mache. Mit anderen Worten: Je mehr Individuen „im Fluss“ und je weniger blockiert sie sind, desto mehr wirkt sich das auch auf die Gesellschaft aus. „Na, da haben wir ja noch was vor uns!“, kann FRIEDA da nur bemerken, aber „Wir schaffen das!“

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Sphärenharmonie: Djanan vorher und nachher

Aber zurück zum Projekt Desert Greening. Madjid Abdellaziz setzt auf „Integrale Umweltheilung“, mit der eine bioenergetische Heilung der Erde gemeint ist. Zu den Methoden, die dazu führen sollen, werden auch Forschungsergebnisse von Wilhelm Reich herangezogen. Mittels einer so genannten Sphärenharmonieanlage soll einerseits die Begrünung von Wüsten möglich sein, andererseits sollen damit auch Konsequenzen bisheriger Umweltsünden und naturferner Technologien reguliert werden können. Laut der Vision von Madjid Abdellaziz könne die Sphärenharmonieanlage sogar zu Frieden und Harmonie auf der ganzen Welt beitragen. Das klingt fantastisch, erscheint aber derzeit noch utopisch, zumal dabei die Frage zu stellen wäre, ob die ganze Welt überhaupt an Frieden interessiert ist. Dennoch findet FRIEDA das Thema interessant und möchte in diesem Beitrag auf das Desert-Greening hinweisen, denn aus der Vision ist schon Realität geworden!

Nach dem Studium der Ingenieurwissenschaften suchte Abdellaziz nach naturnahen Lösungen für die zunehmende Dürre in Algerien. Er kombinierte sein akademisches Wissen mit Forschungsergebnissen anderer Wissenschaftler, darunter Nikola Tesla, Viktor Schauberger und eben Wilhelm Reich. Die Sphärenharmonieanlage nutzt die so genannte „Himmelsakupunktur“, ein Begriff, den Bernd Senf verwendet und mit dem er sich auf das Wilhelm Reich’sche Cloudbusting bezieht. Der Begriff Himmelsakupunktur treffe das Thema, wie Bernd Senf bei einem Vortrag im Kompetenzzentrum für Lebensqualität Berlin am 17.01.2012 erläuterte, aber eher als der Begriff „Cloudbusting“. Wer mehr dazu wissen möchte, findet auf der Seite von Bernd Senf detaillierte Informationen.

In Djanan, einem Ort im Süden Algeriens, entstand dank Madjid Abdellaziz und der „Himmelsakupunktur“ schon eine Oase mitten in der Wüste. 2005 begann hier die Realisierung seiner Vision und bereits heute sind die Veränderungen der Landschaft von einer einst kargen, trockenen Region zu einem blühenden Paradies mehr als verblüffend.

Die Website desert-greening bietet eine Fülle von Informationen für Interessierte. Insofern spart FRIEDA sich hier nähere Erläuterungen, weil sie mit ein paar Klicks weiter schon verfügbar sind. Bleibt zu hoffen, dass das nun landwirtschaftlich nutzbare Land auch dauerhaft jenen zur Verfügung stehen wird, die mit ihren Visionen und ihrer Arbeitskraft dazu beigetragen haben, dass das alles entstehen konnte und nicht eines Tages wieder Banken, Spekulanten und Baufirmen eine neue „Nische“ für sich entdecken. Das Projekt zeigt zumindest, dass Visionen Realität werden können und die Lösungen der Natur keine komplizierten und keine kostspieligen sein müssen. Das Projekt Desert Greening wäre nach FRIEDAs Ansicht mindestens mal eine Nominierung für den Alternativen Nobelpreis wert!

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