„Der marktgerechte Patient“

Aufruf zur Unterstützung

Mit einem neuen „FILM VON UNTEN“ machen Leslie Franke und Herdolor Lorenz von KERNFILM in Hamburg auf die Situation in unserem Gesundheitswesen aufmerksam. „Der marktgerechte Patient“, 82 Min., soll am 8. November 2018 in die Kinos kommen. Damit das gelingt, ist noch Unterstützung gefragt.

Aus dem Pressetext: „Es gibt zwar bereits zahllose Berichte über skandalöse Zustände in den deutsche Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber fast immer der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: Die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen (jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis – wer mit möglichst geringen Personal-, Sach- und Organisationskosten den Patienten optimal schnell abfertigt, macht Gewinn – wer sich auf die Patienten einlässt und Tarife zahlt, macht Verlust). Die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin vom Gedanken der Empathie und Fürsorge getragen wurde. Seither wird der Mensch dort, wo er am Verletzlichsten ist, nämlich als hilfsbedürftiger Patient, den gnadenlosen Prinzipien von Gewinn und Verlust untergeordnet.

Wir sind nicht an der Zurschaustellung von Skandalen interessiert. Uns kommt es bei der Aufdeckung von Folgen vor allem auf die Ursachen der unhaltbaren Zustände in den deutschen Krankenhäusern an. Nur so sind sie zu verändern! Deshalb nun der Film: „Der marktgerechte Patient

Fatale Folgen der Fallpauschalen

In den deutschen Krankenhäusern stehe nicht mehr der Patient, sondern das Geld im Mittelpunkt aller Gedanken, sagt der Oberarzt für Anästhesie Peter Hoffmann im Film. „Das Geld ist immer im Hintergrund aller Entscheidungen. Man tut etwas, um die Kosten zu reduzieren oder man tut etwas, um mehr Erlöse, mehr Einnahmen für das Krankenhaus zu generieren. Das Krankenhaus wird geführt wie eine Fabrik. Maximaler Output, minimaler Aufwand, schneller, und der Patient wird zum Werkstück, die Abläufe werden industriell strukturiert, der Patient wird vorne eingefüllt und kommt hinten raus, und zwar bitte ein bisschen schneller. Geht das nicht einen Tag schneller?“

Der Patient als Mittel, um Erlöse zu optimieren

Der Patient wird nicht mehr als Mensch betrachtet, dem es zu helfen gilt, sondern als einen Menschen, mit dem man etwas machen kann. Der Patient, der zum Mittel wird, der Patient, den man benutzt, um Erlöse zu optimieren. Die Frage ist nicht mehr: Was braucht der Patient, sondern was bringt der uns? Gleichzeitig durchforsten Wirtschaftsberater jede Abteilung, ob ein Vorgang nicht doch noch mit weniger Personal bewältigt werden kann. Viele Ärztinnen und noch mehr Pflegerinnen wollen und können in diesem System nicht mehr arbeiten, ohne selbst krank zu werden. In dieser Situation starten wir am 8.11.2018 den Film „Der marktgerechte Patient“. Viele hundert Veranstaltungen mit dem Film werden die Diskussion über die Ausrichtung der Gesundheit am Profit vorantreiben.

Schaum schlagen

Jetzt verkündet der Gesundheitsminister Jens Spahn, 13.000 neue Pflegestellen schaffen zu wollen. Woher er diese Fachkräfte bei den Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern nehmen will, bleibt sein Rätsel. Dass mehr als 50.000 Stellen in den letzten 15 Jahren gestrichen wurden in Folge der marktgerechten Ökonomisierung, der Fallpauschalenregelung, das erwähnt er lieber nicht. Der Film „Der marktgerechte Patient“ kommt zur rechten Zeit. Er kann Volksbegehren unterstützen, Bündnisse initiieren. Er liefert Argumente auf Basis einer Ursachenanalyse für alle, die sich für eine menschenwürdige und soziale Gesundheitsversorgung für Beschäftigte und Patienten einsetzen wollen. Deshalb: Organisieren Sie in allen Ecken der Republik Filmveranstaltungen und Diskussionen!

Premiere als Paukenschlag

Helfen Sie mit, dass der Film „Der marktgerechte Patient“ in möglichst allen Ecken der Republik aufgeführt wird – am besten als Start am 8. November 2018 gleichzeitig in vielen Hundert Orten Deutschlands. Auf der Webseite www.der-marktgerechte-patient.org ist alles zu finden, wie ein Premierenabend organisiert werden kann. Haben Sie Fragen, können Sie unser Kampagnen-Team Uta Behrens und Lissi Dobbler direkt kontaktieren unter kampagne@der-marktgerechte-patient.org  oder per Handy: 0179 4235 302.

  • Organisieren Sie in Ihrem Ort eine Premiere
  • Noch ist dieser Film nicht vollständig finanziert. Da aber nicht alle aus unserem Team unentgeltlich arbeiten können und erhebliche Kosten vor allem auch beim Schnitt entstehen, brauchen wir mindestens 35.000€ „Filmförderung von unten“
  • ab 20€ erhalten Sie von „Gemeingut in Bürgerinnenhand“ eine DVD-Kopie des Films „Der marktgerechte Patient“ mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung
  • ab 35€ erhalten Sie die DVD-Kopien der Filme „Der marktgerechte Patient“ und „Der marktgerechte Mensch“ mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung
  • Jede/r Förderer/in des Films „Der marktgerechte Mensch“, die bereits 20€ oder mehr gespendet hatten, erhalten Sie DVD-Kopien beider Filme mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung

Zahlungen bitte auf das Konto: Empfänger: Der marktgerechte Patient, GLS Bank, IBAN: DE49430609672020346200, BIC: GENODEM1GLS oder auch per PayPal.“

Anmerkung: Was mich betrifft, glaube ich übrigens nicht, dass mehr Pflege-Personal allein die Lösung für das Dilemma ist. Naturheilmittel, radikaler Naturschutz, drastische Reduzierung von toxischen Substanzen, ggf. Substitution von Vitaminen/Mikronährstoffen etc., konsequente Agrarreform u.v.a.m. würden dazu beitragen, dass Menschen gar nicht erst so krank werden…!

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