Das Globalbrain und unsere Zukunft

Im Gespräch mit Dr. Hans Hein

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Die Zeit sei wunderbar reif, um das menschliche Bewusstsein für eine Bestandsaufnahme aktuell vorhandener Realitäten zu nutzen und diese in erwünschte, wohlige, förderliche und faszinierende zu wandeln, steht auf der Website „Evolution – Globalbrain – Meme und Politik“ von Dr. Hans Hein. Der Arzt und Psychotherapeut aus Hannover wurde in dem Interview „Souveränität: Von Karpfen und Delfinen“ bereits näher vorgestellt. In den Beiträgen „Linie41 – Kollektive Anosognosie“ und „Missbrauch – Eine Gesellschaft von Tätern?“ stand er ebenfalls Rede und Antwort. Nach jahrzehntelanger Tätigkeit als niedergelassener Arzt für Allgemeinmedizin und Psychotherapie gründete Dr. Hans Hein das Forum Synergie in Hannover.

Dr. Hans Hein vertritt die Theorie, dass wir alle Synapsen im Weltengehirn sind und gemeinsam ein kreatives Wunderwerk vollbringen können. Die Welt in ihrem gegenwärtigen Zustand ist somit das Ergebnis aller Gedanken und Emotionen, die irgendwann von den Menschen gedacht, gefühlt und umgesetzt wurden. Wenn wir die Welt also in Richtung Weltfrieden und Bewahrung der Natur verändern wollen, dürfte schon deutlich werden, was zu tun und was zu lassen ist. Auch das Interview mit Matthias Alexander Pauqué über Fraktale sowie die Beiträge „Von der Harmonie zur Synergie“ und über die Memetik zielten darauf ab, die „wirksamen Synergieeffekte“ im „Feld der Welt“ zu veranschaulichen. Was die Weltpolitik angeht, kann somit jeder Mensch Einfluss nehmen, und braucht sich gar nicht so ohnmächtig zu fühlen, wie es zuweilen vielleicht der Fall ist. Das heißt konkret: Besser die Projekte und Initiativen unterstützen, die bereits neue Strukturen schaffen als sich über alte Strukturen aufzuregen, denn, wie schon der Künstler Joseph Beuys sagte:

„Die Zukunft, die wir wollen, muss erfunden werden. Sonst bekommen wir eine, die wir nicht wollen.“

FRIEDA im Gespräch mit Dr. Hans Hein

FRIEDA: Bei den Veranstaltungen, die Sie anbieten, darunter Synergie-Aufstellungen, geht es um die Transformation von so genannten Memen. Da es bei youtube etliche wunderbare Vorträge über „Meme“ von Vera Birkenbihl gibt, können Interessierte sich dort vertiefende Informationen zu Gemüte führen. Nochmal kurz: Meme sind Bewusstseinsinhalte, also auch unsere Gedanken. Meme werden weitergegeben im Feld, in dem wir uns befinden. Wenn also viele Menschen gleichzeitig dasselbe denken, sagen, glauben und fühlen, unterstützt das bestimmte Meme. Diese Meme prägen unser Dasein auf entscheidende Weise durch ihre Wirksamkeit im morphogenetischen Feld, das uns umgibt. Somit haben sie Einfluss auf unsere Entwicklung und die der Welt.

Besonders als Kinder sind wir sehr offen für „Konditionierungen“, sei es durch die Eltern, die Schule oder die Medien, was zu bestimmten Memen führt, die man so gesehen auch als Glaubensmuster bezeichnen könnte. Fatal daran ist, dass Eltern oft unbewusst die selbst erlebten Meme an ihre Kinder weitergeben. Dann kann es passieren, dass man in der Erziehung des eigenen Kindes alles besser machen will als man es selbst als Kind mit seinen Eltern erlebte, sich im Alltag aber doch dabei ertappt, sich so zu verhalten, wie man es eigentlich nicht wollte. Das ging mir selbst oft so. Möchten Sie mit Ihren eigenen Worten verdeutlichen, wie Meme wirken, evtl. mit einem Beispiel aus der Praxis?

(c) Dr. Hans Hein

Dr. Hans Hein: Was Meme konkret sind, ist genauso „nicht gewusst“, wie bei Fragen in der Art „Was ist Elektrizität?“, „Was ist Liebe?“ Allerdings ist das Konzept der Meme ein taugliches Instrument, um den Übergang aus der materiellen, stofflichen Welt und den Zugang zu den virtuellen Welten, von denen es jetzt ja mehr gibt als wir uns vorstellen können, zu gestalten. Meme sind also intelligente Felder (mit der Betonung auf Intelligenz), die Realitäten organisieren, gestalten und die sehr konkrete, reale Auswirkungen haben.

Wenn erst einmal das Bewusstsein dafür trainiert ist, werden wir feststellen, wie alltäglich und ubiquitär (= allgegenwärtig) die Wirkung der Felder ist. Ein bekanntes Beispiel ist ja diese Ahnung in Verbindung mit kommenden Ereignissen und dem Erscheinen in der Realität, also wie bei dem klassischen Beispiel des Anrufers, dessen Anruf vorausgeahnt wurde. Zu den Ahnungen, die Menschen haben, lassen sich viele allgemeine Beispiele finden, die aus dem Alltag bekannt sind, etwa bei Autofahrten, wo durch den Körper häufig bei einer nicht einsehbaren Kurve ein Bremsvorgang ausgelöst wird, der unlogisch ist, sich allerdings im Nachhinein als sinnvoll erwiesen hat, weil dadurch womöglich ein drohender Zusammenstoß verhindert wurde.

Wer sich selbst beobachtet, bekommt für diese Meme und Felder ein immer differenzierteres Gefühl. Nun sind diese Phänomene natürlich nicht nur bei Individuen vorhanden, sondern diese Felder wirken auch zusammen. So sind die Felder von Individuen und Kollektiven global vernetzt und sie sind miteinander verschränkt. Wie kommt man nun an diese Felder? Erstens sind sie schon immer da, denn alle geschaffenen intelligenten Felder sind nun einmal vorhanden und sie wirken. Zweitens kommt man durch eine angeborene menschliche Veranlagung dazu, sich mit diesen Feldern zu verschränken, zunächst durch Imitation. Ein großer Teil des Lernens ist Imitation, die wir auch kaum verhindern können, weil wir in unserer Grundausstattung die Fähigkeit des Einfühlungsvermögens haben, also das, was heute mit den Spiegelneuronen erklärt wird. Wir können quasi nicht verhindern, dass wir uns einfühlen. Quantenphysikalisch ausgedrückt ist das eine permanente Verschränkung mit Informationsfeldern.

Diese Verschränkungen mit Informationsfeldern im Familiensystem gehen ja sogar so weit, dass Muster von Geburten oder Krankheiten über mehrere Generationen kopiert und wiederholt werden. Das geschieht, ohne dass die aktuell lebende Generation weiß, woher die Quelle (Ursache), die mehrere Generationen zurückliegen kann, kommt. Dazu gibt es jede Menge Beispiele. Um diese Wirkmechanismen zu erkennen, braucht es kein direktes Wissen, denn das Feld generiert die Verhaltensmuster. So kommt es häufig vor, dass man sich als Außenstehender bei Menschen darüber wundert, was sie aus ihrem Leben machen oder nicht machen. Wenn so ein Mensch dann versteht, dass er die Kopie eines Wiederholungsmusters von einem Generationsthema ist, lässt sich oft erkennen, dass dieser Mensch wie eine Art Hampelmann oder als „ausführendes Organ“ auftritt, da unbewusst Felder auf ihn einwirken, die zumeist nicht bekannt sind. Aus dem Bereich der Familienaufstellungen wissen wir ja, dass Familiengeheimnisse, abgetriebene Kinder, Verbrechen etc. Einfluss auf das System haben, das innerhalb des Feldes nach einer Ordnung (Ausgleich) strebt. Das ist ein Grund dafür, dass beispielsweise ein abgetriebenes Kind der Großmutter Einfluss auf das Leben einer Enkelin haben kann, indem das Thema im Leben der Enkelin auf die eine oder andere Weise wieder zum Ausdruck kommt, um es letztendlich zu erlösen. Der Grad der Erlösung hängt dabei sicherlich davon ab, inwiefern diese Muster bewusst werden können oder nicht, und inwieweit die damit verbundenen Emotionen nachempfunden werden können oder nicht.

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FRIEDA: Neben den Memen gibt es ja auch so genannte NAM. Das ist die Abkürzung für Neurologisch Automatische Muster, die einen Menschen auch oft subtil im Hintergrund steuern, ohne dass er sich der Ursachen dieser Mechanismen bewusst ist. Was hat es damit auf sich?

Dr. Hans Hein: Unsere biologische Struktur und neuronale Ausstattung ist von der Analogie (= Entsprechung) her als intelligentes System zu verstehen, wie es heute in der Wissenschaft dem Konzept der KI, also der künstlichen Intelligenz, entspricht. Im Grunde genommen sind wir biologische, beschreibbare, neuronale Netze, die mit allen möglichen Informationen trainiert werden können, um dann selbstständig Muster herauszudestillieren. Der Vergleich mit der KI erleichtert uns ein Verständnis für den Ablauf dieser Prägung. Prägung ist als das zu verstehen, was wir mit unserer biologisch-neuronalen Intelligenz (BNI) erlernen. Verständlich wird das auch anhand des Phänomens, dass Kinder alle möglichen Sprachen lernen können, woran klar wird, dass jedes Gehirn auf alle möglichen Inhalte trainiert werden kann. Unsere biologische Intelligenz generiert permanent Muster, ist quasi regelrecht süchtig danach, Muster aus Informationen zu destillieren.

FRIEDA: Nun wissen wir also aus Familienaufstellungen und aus Beobachtungen, dass manche Menschen (Seelen) im System oft – unbewusst – Aufgaben ihrer Ahnen übernehmen. So häufen sich zuweilen Krankheiten oder Unfälle innerhalb einer Familie, ohne dass – von außen betrachtet – ein kausaler Zusammenhang besteht. Bei Krankheiten spricht die Schulmedizin dann häufig von Vererbung, aber das erklärt nicht, wieso zum Beispiel Kind A diese Erkrankung „geerbt“ hat und Kind B nicht. Sie deuteten ja schon in Ihrer ersten Antwort an, dass bestimmte Muster über Generationen weitergegeben werden, aber nicht jedes Kind in einer Familie scheint besonders anfällig für eine solche Wiederholung der Muster zu sein. Wie lässt sich solch ein Phänomen aus Sicht der Systemtheorie (Synergie) erklären?

Dr. Hans Hein: Viele Muster, die vererbt sind, oder als vererbt betrachtet werden, sind eher aus Sicht der Epigenetik erklärbar. Der Entwicklungsbiologe Dr. Bruce Lipton hat zu dem Thema beispielsweise eine Menge herausgefunden und publiziert. Das heißt, durch die Verschränkung mit den Feldern eines Familiensystems kopieren wir die Muster und Vorlagen, die nicht genetisch festgelegt sind. Hier öffnet sich ein unglaublich großer Bereich für ein neues Denken und somit auch für neue Möglichkeiten, Veränderungen herbeizuführen, die letzten Endes zu einem Umlernen, einem Umtrainieren der biologisch-neuronalen Intelligenzen führen können, und somit auch zur Veränderung der neurologisch automatischen Muster (NAM).

Das Fiese an der Sache ist, dass es sehr schwer ist, aus solchen nicht sichtbaren Feldern auszubrechen. Diese Felder haben eine hohe Attraktion, fast eine magnetische Klebekraft, die verhindert, dass Kinder aus dem Dunstkreis ihrer familiären Muster ausbrechen können. Ich habe das wiederholt in der Praxis erlebt, wo hochbegabte, wunderschöne Kinder, die eigentlich das Potenzial für sehr gute Zukunftsmöglichkeiten hatten, dann aber genau die unglückseligen Familienmuster wiederholten, die sie schließlich im System festhielten. Ich denke da speziell an eine Patientin, die mit 14 in genau die gleiche Schiene geraten ist wie ihre Mutter und Großmutter, und die mit 17 dann alle Weichen gestellt hat, um im sozialen Abseits zu stehen, insgesamt ohne Zukunftsperspektive. Alice Miller spricht dabei auch vom Drama des begabten Kindes. Es gibt da seitens der Seelen wohl auch eine gewisse unbewusste „Treue zur Sippe“ und der Ausbruch aus „dem vertrauten Gefängnis“ ist für solch ein Individuum oft sehr schwer bis unmöglich, da es auch mit Schuldzuweisungen und Vorwürfen rechnen muss, wenn es sich traut, die Sippe zu verlassen, um eigene Wege zu gehen. Manchmal gelingt der Ausstieg aus dem System, doch dazu braucht es erfahrungsgemäß mindestens einen sehr starken Impuls, der die Veränderung im Leben dieses Menschen bewirkt.

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FRIEDA: Inwieweit spielen traumatische Erfahrungen für den Selbstausdruck eines Individuums eine Rolle? Kann man hier auch von NAM sprechen?

Dr. Hans Hein: Traumata sind intensive Prägungen und Eingravierungen von NAM. Man könnte sie auch als Härtefälle oder Überlebenstrainung der biologisch-neuronalen Intelligenz bezeichnen, die nachdrücklich in den biologischen Strukturen des hochkomplexen Nervensystems verankert werden. Der Körper spielt eine wichtige Rolle bei der Speicherung und Reproduktion dieser Muster. Traumatische Erfahrungen sind NAM. Für das Potenzial zum Selbstausdruck eines Individuums sind Traumata natürlich besonders blockierend, zumal dann, wenn sie als solche nicht erkannt werden. So ein Mensch kann dann mitunter ein Leben lang zum Wiederholungsautomaten fataler Verhaltensweisen werden, indem er immer wieder in gefährliche Situationen gerät, immer wieder die falschen Partner hat oder eben auch nicht in die Lage kommt, ein gesundes Gefühl für den eigenen Selbstwert zu entwickeln. In unseren Interviews Linie 41: Kollektive Anosognosie und Missbrauch – Eine Gesellschaft von Tätern sind wir ja schon am Rande auf diese Thematik eingegangen. Einem traumatisierten Menschen kann man nur wünschen, dass es ihm mit entsprechender therapeutischer Begleitung gelingt, die wesentlich auch auf körpertherapeutische Angebote abzielen sollte, seine Traumalast zu erlösen und zu wandeln. Letzteres setzt aber voraus, dass einem solchen Menschen zunächst einmal bewusst wird, dass ein Trauma vorliegen könnte.

FRIEDA: Welche Auswege gibt es außer Aufstellungen noch, damit sich diese Meme und NAM innerhalb einer Familie nicht ständig wiederholen?

Dr. Hans Hein: Aufstellungen, die ich ja als Synergie-Aufstellungen bezeichne, auch wenn das Familienaufstellungen sind, zeigen ja, welche Systeme und welche Felder zusammenwirken, wie die Muster im Körper, der ja wie eine Festplatte zu betrachten ist, fixiert sind. Daher betrachte ich Aufstellungen schon als ein sehr wirksames Instrument, um sich diese Muster bewusst zu machen, da sich Muster erfahrungsgemäß über eine alleinige Gesprächstherapie nicht so ohne weiteres identifizieren lassen. Es gibt Stadien in therapeutischen Prozessen, bei denen ich Aufstellungen sogar für unerlässlich halte. Das Geniale ist ja bei den Aufstellungen mit den tetraedischen Intelligenzen, also dem Synergie-Modell, dass Muster als Tetraederstrukturen abgebildet und verändert werden können. Felder sind veränderbar über Menschen und deren Absichten, über das Sprechen, das Fühlen und die daraus folgende Veränderung im Raum. Meme, die erkannt, benannt und abgebildet sind, also Felder, können nicht mehr so bleiben wie sie waren. Sicherlich gibt es auch andere therapeutische Methoden, um Verhaltensweisen bewusst zu machen und zu verändern, doch nicht von ungefähr habe ich mich auf Synergie-Aufstellungen nach dem Tetraeder-Modell spezialisiert. Diese Synergie-Aufstellungen lassen sich zudem ideal mit anderen Elementen kombinieren, wodurch sie auch etwas Spielerisches haben.

FRIEDA: In den Interviews mit Ihnen, in denen mit dem Apotheker Carsten Pötter sowie in einigen weiteren, habe ich schon zu erläutern versucht, welche Relevanz Traumata auf unser Verhalten haben und welche Auswege es daraus geben könnte. Sie vertreten ja die Globalbrain-Theorie, die davon ausgeht, dass wir alle Synapsen im Weltengehirn sind, dass also jedes Individuum Einfluss auf das Feld hat. Interessant finde ich den Blick auf die Politik aus Sicht der Globalbrain-Theorie. Wie ist denn vor diesem Hintergrund die Politik von Angela Merkel zu bewerten?

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Dr. Hans Hein: Die Frage nach der aktuellen Politik und Angela Merkel finde ich heikel, da ich im September 2016 eine Traumvision hatte, in der ich quasi einen Blick in Merkels Software erlebte, der mich letztlich erschüttert hat, und den ich zu gegebener Zeit auch detailliert beschreiben werde. Auf jeden Fall ist das, was hier in Deutschland geschieht, nicht geeignet, um das Wohl des deutschen Volkes zu optimieren. Im Rahmen der Globalbrain-Veranstaltungen ging es bei einer der ersten verdeckten Aufstellungen um das Thema Schuld und darum, was das im Feld bewirkt. Diese Aufstellung war sehr beeindruckend, da die Reaktionen der einzelnen, ich nenne sie immer Übersetzer, sehr drastisch und zum Teil schwierig zu verdauen waren.

Bei dem Umgang mit Feldern spielen Ideen und Konzepte, wie die Matrix, das Remote Viewing, und die Idee, dass das Wissen nicht im Kopf ist, sondern der Kopf im Wissen steckt, und die Tatsache, dass Informationen über alle gelesen werden können, eine Rolle. Das heißt, was sich zukünftig entwickelt, ist teilweise auch schon im Jetzt abbildbar. Deswegen hatten wir seinerzeit auch eine Aufstellung zur Bundestagswahl gemacht, also vor der Wahl, und das, was sich in dieser Aufstellung abbildete, bestätigte genau das, was schließlich bei der Wahl gelaufen ist: Unsicherheit, Unbestimmtheit, Durcheinander, Ratlosigkeit usw.

FRIEDA: Vorweg zur Erläuterung: Unter „verdeckter Aufstellung“ ist zu verstehen, dass zuvor auf Zettel die Bezeichnungen für die unterschiedlichen Parteien geschrieben wurden. Diese Zettel wurden in Couverts gesteckt und im Feld (Raum) entsprechend der gefühlten Synergie verteilt. Es stellten sich dann „Übersetzer“ (Stellvertreter) auf die Couverts, fühlten sich ein und berichteten über ihre Wahrnehmungen, Gefühle und Gedanken. Erst später wurden die Couverts geöffnet und es zeigte sich, wer für die CDU, die SPD, die FDP etc. (als „Übersetzer“ im Feld) gesprochen (und empfunden) hatte.

Von dieser verdeckten Aufstellung, die im Forum Synergie eine ganze Weile vor der Bundestageswahl stattfand, gibt es ein Transkript, auf das ich einen Blick werfen durfte. Ohne jetzt zu viele Details aus diesem Transkript zu verraten, lässt sich aus den geschilderten Eindrücken der „Stellvertreter“ eine weitgehende Abkopplung der Gefühle und Empathie für die Belange und Befindlichkeiten der Menschen in diesem Land entnehmen, teilweise verbunden mit einer Abkopplung der Gefühle zu sich selbst. So viel zum gegenwärtigen politischen Establishment! Fünf von sechs „Parteivertretern“ interessierten sich demnach eher gar nicht für die Belange des Volkes. „Man ist unter sich. Der Rest der Welt ist da eher nebensächlich“, war insgesamt der Eindruck. Erst kürzlich kam (durch die AfD übrigens…) ans Licht, dass die Abgeordneten sich wieder ihre „Diäten“ erhöht hätten. Da machen es sich also Leute auf Steuerzahlers Kosten bequem, die in den Medien ein Schauspiel inszenieren, das den Anschein erwecken soll, es gäbe irgendein Mitspracherecht für die Wähler. Insofern braucht man sich also nicht zu wundern, weshalb die unzähligen online-Petitionen (Glyphosat, Regenwaldrettung, Schutz bedrohter Völker etc.) und die vielen anderen Aktivitäten (Aufrufe zu mehr direkter Demokratie, zu Volksabstimmungen, zu einer ökologischeren Agrarwirtschaft etc.) bisher kaum auf fruchtbaren Boden fielen. Der Journalist Ernst Wolff findet in einem Interview mit acTVism Munich dazu klare Worte. Ich binde dieses Interview am Ende des Beitrages nochmal ein.

Die Deutung des Transkriptes lässt also einen Gesamteindruck der emotionalen und mentalen Situation des „relevanten Substrates“ unseres Bundestages zu, der sich am besten mit folgenden Zuständen beschreiben lässt: dement, emotionslos, vergreist, selbstbezogen, uninterressiert, Status quo-erhaltend, starr, karriereorientiert…

Wünschenswert wäre sicherlich ein innovatives, geistig offenes, handlungsbereites, mutiges Team von Politikern, ein Team (!), das in der Lage wäre, die Probleme und Anliegen der Bevölkerung gemeinschaftlich anzugehen. Innovation, Teamgeist, Loyalität usw. sind schließlich Eigenschaften, die von jedem Arbeitnehmer gewünscht werden! Bedenkt man, dass das Volk eigentlich der Arbeitgeber der Berufspolitik ist, sollten wir als Volk auch entsprechende Anforderungen an „unser Personal“ stellen. Welcher Arbeitgeber würde Angestellte beschäftigen, die gegenüber dem Arbeitgeber nicht loyal sind? So viel dazu. Meine Leserschaft möge mir nachsehen, dass ich aus verschiedenen Gründen nicht näher auf die Interpretation des Transkriptes eingehe; allerdings möchte ich sehr dazu anregen, sich selbst mit diesen Themen zu beschäftigen, möglichst auch mit Systemaufstellungen. Meine Idee, dem Bundestag mal Musik und Körpertherapie zu verordnen, wie ich bereits in dem Interview mit Magnus Schlichtig zum Kammerton A anregte, könnte tatsächlich nicht die schlechteste Maßnahme sein, um Leben in die Bude (Bundestag) zu bringen (…).

Angela Merkel ist Quantenphysikerin und findet, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Wie ist diese Meinung aus Sicht der Memetik zu betrachten?

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Dr. Hans Hein: Alle Weltreligionen basieren auf Ideologien. Sie sind deswegen wirksam, weil seit Jahrtausenden diese Meme trainiert werden, wobei die Grundintelligenz oder die Intelligenz, aus der die Meme gestaltet werden, selbst keine Wertung oder moralische Etiketten verteilt, sondern es ist einfach alles möglich. Weil gerade die Meme der Religionen schon seit so langer Zeit bestehen, haben sie eine hohe Penetranz. Einzelne haben in solch einem Kollektiv kaum die Chance, um auszusteigen. Sie verhalten sich wie Marionetten in einem System und kopieren die Rituale und Vorgaben bis hin zu körperlichen Merkmalen. Bestimmte Meme, die aus meiner Sicht einfach lästig sind, wie das Missionarstum, Erlöserfantasien, Fanatismus, besonders in Verbindung mit Testosteronträgern, also Männern, deren Hirne sehr einfach auf bestimmte Meme festzunageln sind, stellen ein großes Problem dar. Hier braucht es ein ganz anderes Denken und das Überdenken unserer traditionellen Werte. Im Christentum ist ja besonders das Retten, Helfen und Hoffen auf Erlösung als Mem trainiert. All das halte ich mit Blick auf die weitere globale Entwicklung für untauglich, wenn diese Entwicklung keine Endlosschleife von Wiederholungen bisheriger Konflikte sein soll.

Einschub FRIEDA: Wobei ich, was die Testosteronträger angeht, hier eine Lanze für jene Männer brechen will, die ausreichend geerdet sind, ein gesundes Verhältnis zu ihren Eltern haben und, oft daraus resultierend, auch ein wertschätzendes Verhältnis zu Frauen. Problematisch sind eher die Männer ohne ausreichende Erdung (emotionale Verwurzelung). Ohne Erdung sind Männer m.E. eher ihren testosterongesteuerten Hirnen ausgeliefert als mit. Oft suchen sie dann die „Erdung“ in häufigen sexuellen Affairen, solange die Potenz es noch hergibt, oder, wenn das nicht klappt, suchen sie ihr Heil in geistigen Welten, entwickeln Guru-Allüren und hoffen auf Entrückung. Wer verlässliche Eltern oder andere stabile Beziehungen erlebte, Fürsorge durch die Mutter und Strukturgebung durch den Vater, ist nach meiner Erfahrung nicht so anfällig für esoterische Erlöserfantasien oder narzisstisches Peter-Pan-Verhalten. Zu dem Thema binde ich am Ende des Beitrages noch zwei Vorträge ein, einen von Prof. Dr. Hüther über „Jungs und Mädchen“ sowie (zum wiederholten Mal…) einen von Dr. Joachim Maaz, in dem es um die Frage geht, wie der Mensch zum Mitläufer wird.

Welche Rolle spielen im Global-Brain eigentlich Geheimdienste?

Dr. Hans Hein: Geheimdienste und auch Diplomaten versuchen aus systemischer Sicht vielleicht, die Diskrepanz zwischen einer Ideologie und den Erscheinungen der Realität so zu manipulieren, dass das bisherige System stabil bleibt. Systemisch gesehen ist das eine mögliche „intelligente Lösung“ für das Kollektiv. Regierungen und Politiker können derzeit nicht denken, dass Geheimdienste oder Armeen nicht notwendig sind. Ein anderes Denken geht eigentlich nur über eine globale Veränderung, die ja möglicherweise gerade auch im Gange ist, also im Sinne eines globalen Bewusstseinswandels. Dazu ist es schon hilfreich, ein Bewusstsein für die Meme zu haben und über die Funktionsweise unserer Organismen als biologisch-intelligente Systeme, sowie über die Wechselwirkungen in den Feldern. Mit diesem Bewusstsein können neue Absichten definiert, neue Gedanken gedacht, Gefühle zugelassen und somit neue Meme (und Felder) generiert werden. Damit lässt sich meiner Ansicht nach mehr bewirken als durch Proteste, harte Arbeit und Schwielen an den Händen oder mit Kampf und Revolution. Ob wir uns für Transhumanismus (Metropolis) oder eine mystische, menschliche Wertegemeinschaft entscheiden, liegt in unserer Hand.

FRIEDA: Mit anderen Worten: Frieden denken, Frieden leben, eigene Traumalast aufarbeiten etc. dürfte zielführender sein als Widerstand gegen das, was ist. Nun unterliegen Systeme ja anscheinend in gewisser Weise der „Trägheit der Masse“. So erinnere ich mich noch gut an Musik, die wir in meiner Generation in den 1980er Jahren hörten, darunter auch „School“ von Supertramp und „The Wall“ von Pink Floyd. In diesen Stücken wurde das damalige Schulsystem kritisiert. Das ist nun mehrere Jahrzehnte her. Viele haben diese Musik damals gehört und doch hat sich die Situation aus meiner Sicht im Bildungssystem noch nicht großartig verbessert. In einem Newsletter des Blogs „Bildungsklick“ schreibt die Journalistin Silvia Schuhmacher in einem Beitrag mit dem Titel „Sechs Zahlen haben die Macht“: „Wochenpläne anstelle Frontalunterricht, Kompetenzen statt Wissen: Schule ist nicht mehr so wie vor fünfzig Jahren. Unser Bewertungssystem allerdings schon.“ Wie kommt es Ihrer Meinung nach, dass sich nur so schwerfällig neue Gedanken und Konzepte durchsetzen, gerade auch mit Blick auf das Bildungs-System?

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Dr. Hans Hein: Was in der Schule gelehrt werden sollte, ist der Zugang zu unseren natürlichen Begabungen. Wir sind verschränkte Wesen, was vielen Menschen immer bewusster wird. Allerdings wird dieses Wissen in der Schule bisher nicht oder fast nicht genutzt. Dabei ist die Fähigkeit von Kindern, sich selbst als „Lesegeräte“ für Meme zu nutzen, also das Wissen intelligenter Felder für sich verfügbar zu machen, sehr leicht zu verstehen. Diese Fähigkeit kann trainiert werden und sobald das bewusst ist, kann es auch eine andere Art von Schule und Bildung geben als es jetzt überwiegend noch der Fall ist, eben auch eine andere Art von Unterrichtsformen.

Einschub FRIEDA: In der Tat gibt es ja schon wunderbare Ansätze, wie etwa die Schetinin-Schulen oder die Teko-Schulen…

Dr. Hans Hein: Gründe dafür, dass sich Reformen dieser Art so schwer durchsetzen, sind sicherlich auch in der Bürokratisierung des Schulsystems zu suchen und den damit einhergehenden Reglementierungen sowie in der Arbeitsrealität der dort tätigen Menschen, die diese Jobs eben nicht aufgrund besonderer Kreativität oder Innovationsfähigkeit ausüben, sondern weil sie sich gut dazu eignen, vorhandene Meme zu bedienen und Anweisungen zu folgen.

FRIEDA: Ich möchte noch auf die Bereitschaft vieler Menschen eingehen, sich zu sehr mit düsteren Prophezeiungen zu beschäftigen. Es ist die eine Sache, über reale Tendenzen aufzuklären, die uns drohen, wenn wir nicht umdenken, aber die andere, immer wieder Weltuntergangsszenarien zu beschreiben. Einige Betreiber von youtube-Kanälen haben sich genau das anscheinend zur Aufgabe gemacht. In dem Interview „Fraktale – Was haben sie mit uns zu tun?“ wurde schon darüber gesprochen, welche Wirkung es hat, wenn viele Menschen einen Weltuntergang befürchten. Die bei einigen oft große Affinität zu diesen Weltuntergangsszenarien hat vermutlich etwas mit historischen Ereignissen zu tun, die im „Weltengehirn“ gespeichert sind und sich in bestimmten Zeitqualitäten wieder mehr zeigen. Doch dass diese gespeicherten Erlebnisse (Kataklysmen = Katastrophentheorien) sich nicht wiederholen müssen, versuche ich mit Interviews wie diesem zu erklären.

Wie an dem Vortrag von Dr. Daniele Ganser und Gabriel Palacius über die Medienmanipulation deutlich wird, arbeiten gewisse Kreise offenbar ganz gezielt und manipulativ damit, dass Menschen sich eben leicht durch Bilder und Nachrichten beeinflussen lassen. Bei genauerem Hinsehen stellt man dann fest, dass es immer dieselben Seilschaften sind, die über die Medien und die Politik Einfluss nehmen. Das funktioniert aber nur, weil eben auch viele Menschen bereit sind, Befehle zu befolgen – bewusst oder unbewusst. Wie wir nun aus den anderen Interviews mit Ihnen schon wissen, hängt diese Bereitschaft, den Schwindel nicht zu erkennen, auch mit so genannten Wahrnehmungsfallen zusammen. Wenngleich wir das Thema schon in früheren Interviews behandelten, greife ich es nochmal auf, weil ich es immens wichtig finde, über diese Mechanismen aufzuklären. Wahrnehmungsfallen können ursächlich etwas mit traumatischen Erfahrungen zu tun haben, aber auch mit Ideologien, Religionen, also mit Memen, die von kleinauf auf uns einwirkten, ohne dass sie großartig hinterfragt wurden. Können Sie, um das Wissen über diese Fallen zu vertiefen, nochmal mit einigen Sätzen wiederholen, was es damit auf sich hat?

Dr. Hans Hein: Das Bewusstsein über unsere Muster, die sich wiederholen, die also fraktal sind, hilft dabei, diese Automatismen der biologisch-neuronalen Intelligenz und der daraus entstandenen NAM zu verstehen. Hier gilt wirklich ganz konkret der Satz: Wie im Kleinen, so im Großen, wie oben, so unten. Diese Muster können zu Wahrnehmungsfallen führen. Schuldzuschreibungen sind dabei ein gängiges Instrument, um Menschen in einer Wahrnehmungsfalle zu fixieren. Aber auch Bedürftigkeit, Helfer-Syndrom etc. können die Wahrnehmung trüben, auch Süchte natürlich. Wer ein Interesse daran hat, Menschen zu täuschen und zu manipulieren, wird also auch ein Interesse daran haben, den Status quo der Wahrnehmungsfallen aufrechtzuerhalten. Das geschieht in der Regel aus Eigeninteressen, bei denen es meistens um Macht, Geld und Kontrolle geht.

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Bei den Aufstellungen, die in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden, haben wir einen riesigen Veränderungsimpuls ins Feld gegeben. Alles, was zu Bewusstsein führt und bewusst wird, sorgt für Veränderungen. Günstig ist, Menschen darauf aufmerksam zu machen, welche hochbegabten Wesen sie eigentlich sind, Wesen, die in einer Fülle von Informationen schwimmen und die selbst die Möglichkeit haben, etwas zu bewirken. Damit die Menschen das aber nicht tun, versuchen gewissen Kreise, die Gehirne so zu verwirren und vollzublasen mit Ängsten, Sorgen, Quälereien, Traumata, „Brot und Spielen“, Seifenopern usw., damit die Beschäftigung auf einer dreidimensionalen Quälebene den Zugang zu den Räumen der Möglichkeiten verhindert.

Ansonsten ist ja klar: Wer die Welt verändern will, fängt am besten bei sich selbst an und macht genau das, was er bei anderen erleben will. Wer herzlich empfangen werden will, beginnt am besten damit, sich selbst zunächst einmal herzlich zu empfangen. Entscheidend ist natürlich unter dem Gesichtspunkt des neuronalen Lernens, also der Nutzung der biologisch-neuronalen Intelligenz, dass man die Muster trainiert, die einem gefallen und nicht die wiederholt, die einem nicht gefallen. Also die Ursachenforschung bis hin zur Identifizierung von Traumata ist bis zu einem gewissen Maß sinnvoll, doch entscheidend dabei ist, dass der Fokus bei der Veränderung liegt und nicht bei der Vergangenheit, damit die neuronalen Netze neu trainiert werden. Denn das, was die Meme in einem Menschen repräsentieren und was deren Inhalt ist, reproduziert sich mit einer Intensität und mit einer Intelligenz so subtil, dass man sonst immer wieder in die eigenen Felder rennt und Mitspieler findet, die einem das Muster entsprechend übersetzen.

FRIEDA: Im Zusammenhang mit Ihrer Arbeit mit dem Synergie-Modell und den Globalbrain-Veranstaltungen bieten Sie auch das so genannte „MEM-Hacking“ an. Was ist darunter zu verstehen und wieso ist diese Methode gerade so besonders wichtig, wenn wir gesellschaftliche Veränderungen im Feld bewirken wollen?

Dr. Hans Hein: Für das, was jetzt ansteht, nämlich ein Bewusstseinswandel durch Veränderung von Memen, habe ich den Ausdruck MEM-Hacking geprägt. Dabei geht es darum, Meme aufzudröseln und neu zu gestalten und zwar vor den Hintergründen von Identität, Individualität und Souveränität. Das gilt nicht nur für den einzelnen Menschen, sondern auch für kollektive Systeme. Eines ist mir als Mediziner ja auch klar geworden, dass nämlich ein Körper nur dann funktioniert, wenn die vorhandenen Systeme und Organe als Individuum (Niere, Leber, Herz usw.) souverän funktionieren. Und jeder Mischmasch bedeutet den Untergang eines an sich genial funktionierenden komplexen Systems. Wer mag, kann hier eine Analogie zur derzeitigen politischen und globalen Manipulation erkennen.

Einschub FRIEDA: Das bestätigt in etwa auch die Aussage meines Interviewpartners Wolfgang Aurose in dem Interview „Identität und Evolution“, wo er sagte: „Wer sich selbst nicht anerkennen kann, kann auch nichts integrieren. Selbstliebe hat auch etwas mit Würde zu tun und damit, Grenzen zu setzen, Übergriffe nicht zu dulden. Das gilt für die Deutschen ebenso wie für andere. Sonst wird Multikulti beliebig und geht schief. Integration kann gelingen, wenn die Deutschen ihren seelischen Kern wiederfinden. Dann gibt es auch bei den Zuwanderern, die bleiben, und die die Identität der Wertegemeinschaft respektieren, eine Chance auf Integration“. Letzteres würde aber auch voraussetzen, dass Deutschland die Wertegemeinschaften in anderen Nationen entsprechend wertschätzt und das hätte aus meiner Sicht nicht nur einen sukzessiven, aber letztendlich konsequenten Ausstieg aus der NATO zur Folge, sondern auch das Einstampfen der Rüstungsindustrie generell, das Ende der Spekulation mit Nahrungsmitteln und eine Menge mehr.

(c) Dr. Hans Hein

Dr. Hans Hein: Dem stimme ich zu. Entscheidend für Veränderungen im System ist ansonsten auch noch der Wandlungspunkt. Ausgehend vom Konzept des Tetraeders mit den vier Dreiecken lassen sich die Dreiecke sehr gut illustrieren anhand dieser Handkreisel mit den drei rotierenden Punkten, die auch Fidget Spinner genannt werden. So ähnlich läuft das wahrscheinlich auch in unserem Nervensystem ab, wo es rotierende Schwingkreise gibt. Das ist die Wiederholung dessen, was schon existiert, und das ist nur dadurch zu verändern, dass es einen anderen Attraktor, einen anderen Zielpunkt, eine andere Ausrichtung gibt. Es geht also darum, nicht das Problem zu trainieren, sondern neue Ideen und Programme für Veränderungen, also mit anderen Worten, die biologisch-neuronale Intelligenz zu nutzen, um selbst gewählte NAM zu trainieren. Wir sprachen ja schon in dem Interview Souveränität: Von Karpfen und Delfinen darüber, dass jene, die die Gunst der Stunde nun nicht erkennen und stereotyp weiter Probleme wälzen oder den Status quo beklagen, dafür sorgen, dass sich nichts verändert und sich die alten Muster wiederholen.

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Derzeit bin ich übrigens dabei, eine Postkarte zu gestalten, die ich 2018 verteilen will. Dabei geht der Fokus beim Handeln (Punkt 1) in Richtung „geschmeidige Effizienz“, beim Fühlen (Punkt 2) in Richtung „ausstrahlendes Wohlfühlen“, bei struktureller Intelligenz (Punkt 3) in Richtung Klarheit und bei Punkt 4 liegt der Fokus für das Kommende beim MEM-Hacking.

Um es nochmal zusammenzufassen: Das, was wir jetzt global erleben, drückt die Überzeugungen aus, die wir seit Jahrtausenden benutzen. Oder anders ausgedrückt: Was wir erleben, was sich uns zeigt, nicht nur zwischenmenschlich, sondern auch als Ausdruck in der Materie, ist die Übersetzung dessen, was wir seit Jahrtausenden denken, fühlen, wahrnehmen, glauben und somit zum Ausdruck brachten oder reproduzierten. Wollen wir etwas anderes in der Zukunft, sollten wir auch andere Meme benutzen. Und ein effizienter Weg dazu, um andere Meme zu etablieren, ist, sich das aktuelle Wissen über Meme, NAM usw. anzueignen, beispielsweise über Synergieaufstellungen. Je mehr Menschen sich, möglichst gleichzeitig, mit einem neuen Mem beschäftigen, desto größer ist die Feldwirkung.

Wer also einen Wandel forcieren will, tut gut daran, sich möglichst wenig oder gar nicht mehr mit dem zu beschäftigen, was er nicht mehr will, sondern mit dem, was er will. Angesichts der Situation unseres Planeten tragen wir alle da sicherlich eine große Verantwortung, die Meme nun zu wandeln. Veränderungen in der Weltpolitik brauchen den Wandel der globalen Meme. Um die Weltpolitik, also die Meme des Weltengehirns, zu verändern, habe ich die Vision, mit möglichst vielen Menschen an verschiedenen Orten, idealerweise synchron, Synergieaufstellungen zu entsprechenden Themen zu initiieren.

FRIEDA: Herzlichen Dank für dieses erneute Interview.

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Danke.

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