Clustermedizin – Was ist das?

Im Gespräch mit Irmhild Heinz-Schröder

(c) ClusterDiagnostik®

Auf die Forschungen des schwäbischen Heilpraktikers und habilitierten Philosophen Ulrich-Jürgen Heinz geht die Clustermedizin® zurück. Die ClusterDiagnostik® nach Heinz (Cluster: engl. „Anhäufung, Traube, Zusammensetzung“) ist ein Diagnose- und Therapiesystem, das sich auf traditionelles Wissen stützt. Ziel dabei ist eine „Mustererkennung“ – sowohl in Bezug auf die Diagnostik als auch auf die Behandlung. Die Wurzeln der ClusterDiagnostik® liegen in der Dunkelfeldmikroskopie und in der Kristallographie.

Die ClusterDiagnostik® beansprucht für sich eine ganzheitliche Krankheitssicht, also Körper, Geist und Seele beim Therapieprozess gleichermaßen zu berücksichtigen. Als Grundlage zur Herstellung der Therapeutika dienen die Befunde aus Körpersubstanzen, darunter Urin, Speichel, Blut oder Stuhl. Diese werden im Rahmen eines speziellen Verfahrens destilliert. Das dabei entstehende Kristallisationsmuster soll Auskunft über geist-seelische Ursachen einer Krankheit geben, die sich auf körperlicher Ebene manifestiert hat. Auf diese Weise lassen sich die geeigneten Spagyrika bestimmen.

Ulrich-Jürgen Heinz ist nicht mehr aktiv in der Medizin tätig. Seine Tochter, HP Irmhild Heinz-Schröder, leitet heute den in Rottweil ansässigen und vor mehr als dreißig Jahren gegründeten Familienbetrieb „ClusterDiagnostik“ GmbH & Co. KG.

FRIEDA im Gespräch mit Irmhild Heinz-Schröder

FRIEDA: Der Philosoph Peter Sloterdijk sagte: „In Wirklichkeit sind wir lebende Resultate unserer Geburtsdramen und tragen im Körpergedächtnis und in unseren Lebensstilen die Spuren dieses Urereignisses“. Ihr Vater ist ebenfalls Philosoph, doch er ist sogar der Ansicht, dass die Geschichte des Menschen bereits ab der Konzeption beginnt. Mit dem Erbgut, das ja aus Anteilen der Mutter und des Vaters besteht, fülle sich bereits ab der Konzeption eine Art von Erfahrungsspeicher, der sich wiederum im späteren Leben auf organischer Ebene sowie in Form von Einstellungen und Emotionen zeige. Welche Rolle spielt dieser Erfahrungsspeicher für die Vitalität und Lebenskompetenz eines Menschen?

(c) Irmhild Heinz-Schröder

Irmhild Heinz-Schröder: Der Speicher formt unsere Wahrnehmung und lässt uns das sehen, was auf Basis dieses Speichers fokussiert werden sollte. Die Wahrnehmung ihrerseits definiert unser Weltbild und bildet damit ein Milieu. Das heißt, dieser Speicher richtet unser Leben ein und sorgt für ständige Wiederholungen, so lange, bis ein Lerneffekt erfolgt oder eine Veränderung stattfindet. Es ist wie die unliebsame Matheaufgabe, die man immer und immer wieder rechnen soll, um Sie zu verstehen oder auch nur, um zu handeln. Handeln wir nicht, kommt es zu Krankheiten, weil der Stoffwechsel ständig dieselben Abläufe wiederholt und so träge und unaufmerksam wird.

FRIEDA: Aus der systemischen Familientherapie ist ja bekannt, dass „ungelöste Ahnenthemen“ auf Nachfolgegenerationen übertragen werden können, darunter auch traumatisierende Erlebnisse. Welche Relevanz haben diese Familienthemen auf ein Individuum aus Sicht der Cluster-Diagnostik?

I. H.-Sch.: Auch in der ClusterDiagnostik® gibt es Möglichkeiten, Themen zu wiederholen. Da wir keinen Unterschied zwischen Körper und Seele machen, ist es im Grunde aber kein Unterschied, ob sich ein Thema wiederholt oder eine Krankheit als sich wiederholendes Körperthema auftaucht.

FRIEDA: Gibt es noch andere Körpersubstanzen außer den eingangs erwähnten, die Sie als Grundlage für die Herstellung Ihrer Präparate verwenden?

I. H.-Sch.: Alle Körpersubstanzen sind relevant für die Erstellung eines Befundes, da sie zur Definition des kranken Milieus dienen. Das heißt, wir analysen auch jede andere Absonderung des Körpers wie z. B. Zähne, Genitalsekrete, Ohrenschmalz etc.

FRIEDA: Woraus leiten Sie dann anhand der Körpersubstanzen Aussagen über den Patienten ab und welche Informationen liefert die ClusterDiagnostik® konkret?

I. H.-Sch.: Die ClusterDiagnostik® dient der Erkennung von inneren Zusammenhängen auf allen Ebenen des Seins. Wir analysieren im Grunde Zellverhalten und können aufgrund dessen feststellen, was nicht funktioniert und womit es in Verbindung steht. Mein Vater hatte eine sehr gute laufende Heilpraxis in Rottweil und begann mit der Dunkelfeld- und Irisdiagnostik die Analyse von Körpersubstanzen. Über die Jahre sammelten er und meine Mutter über 16.000 Patientendaten und stellten bestimmtes Zellverhalten bei bestimmten Erkrankungen fest. Daraus entwickelte sich dann ein sehr komplexes Analysesystem, das bis heute stetig wächst.

FRIEDA: Wie erfolgt der Herstellungsprozess?

I. H.-Sch.: Die Probe wird in zweifach destilliertem Wasser eingesandt. So wird sie bereits auf dem Postweg gespalten und verschüttelt. Dann kommt sie ins Labor. Dort wird Sie nochmals vermengt mit zweifach destilliertem Wasser und dann wieder geschüttelt. Dann werden zwei Tropfen aufpipettiert. Zu jedem Tropfen kommt ein Tropfen Salzlösung zur Kristallisation. Danach werden die Proben getrocknet. Wenn sie trocken sind, werden sie mikroskopiert und von Hand ausgelesen. Das ausgelesene Ergebnis wird in den Computer eingegeben, der dann den Vergleich mit der bestehenden Datenbank vornimmt. Ist dieser Vergleich beendet, wird eine PDF generiert, die dann der Praxis als Laboranalyse geliefert wird.

FRIEDA: Was sind das dann genau für Therapeutika und wie wirken sie?

I. H.-Sch.: Die Spagyrik ist die älteste Form der Arzneimittelherstellung. Sie entspringt der Alchemie und besteht zusammengefasst aus einer Destillation. Wir verarbeiten Pflanzen oder Körpersubstanzen, die dann als spagyrische Individualmischungen ausgeliefert werden. Die Herstellung geschieht in einem zugelassenen Labor zur Arzneimittelherstellung und unterliegt strengen Zertifikaten.

Das Deutsche Gesetz für spagyrische Arzneimittel gibt vor, dass diese keinerlei Wirkung haben dürfen, deshalb ist diese Frage nicht beantwortbar. In der Praxis haben wir aber festgestellt, dass die Erfahrung mit dieser Form der Pflanzenspagyrik die Selbstheilungskäfte reizt und eine körperliche Umstimmung einleitet.

FRIEDA: Ist es mit der Einnahme der Mittel dann getan oder sind damit auch Empfehlungen, beispielsweise für die Ernährung, verbunden?

I. H.-Sch.: Die ClusterDiagnostik® prüft nach geeigneten Arzneimitteln für den Patienten. Das können ClusterSpagyrika sein oder auch andere Mittel von anderen Anbietern. Darüber hinaus werden weitere naturheilkundliche Behandlungen vorgeschlagen, Tees, Nahrungsergänzung oder Anwendungen aus dem Bereich der Kunst- oder Musiktherapie. Außerdem bekommt jeder Patient eine individuelle Ernährungsliste, die ihm hilft, seinen Körper auch von innen zu reinigen, ohne Medizin zu nehmen.

FRIEDA: In welchen Fällen kommt die Clustermedizin zur Anwendung?

I. H.-Sch.: Die ClusterDiagnostik® ist meines Erachtens ein Werkzeug, mit dem man in jeder Lebenslage sinnvoll arbeiten kann. Da die Diagnostik jede Form von Vitalität unterstützt, ist sie als Gesunderhaltungswerkzeug unabdingbar. Sie kann also auch zur Prävention eingesetzt werden. Dafür gibt es eigene Stoffwechselprogramme und Coachingtools.

Aber auch bei chronischen Erkrankungen des Stoffwechsels, Allergien, neurologischen Erkrankungen etc. ist die Methode erfolgreich. Im körperlichen Bereich gibt es da keine Grenzen. Da alle körperlichen Probleme über das zentrale Nervensystem mit dem limbischen System gekoppelt sind, gibt es auch viele Einsatzmöglichkeiten im Bereich emotional-mentaler Störungen, wie. z. B. Burn-Out, Depression etc. Sie ist zudem einsetzbar für Mensch und Tier.

Die ClusterDiagnostik® steht und fällt mit dem Behandler, der sie ausübt. Seine Schwerpunkte müssen zu den Erkrankungen des Patienten passen. Die Diagnostik bereichert dann die Arbeit, indem sie viel schneller zum Ziel führt.

FRIEDA: Auch andere Verfahren, darunter die Homöopathie, die Phytotherapie etc. beanspruchen für sich, ganzheitlich zu wirken. Worin liegt der entscheidende Unterschied bei der Cluster-Medizin im Vergleich zu den genannten Verfahren – abgesehen von der Herstellung der Heilmittel?

I. H.-Sch.: Ein ganzheitlicher Ansatz ist für mich nur dann ganzheitlich, wenn er jedes Individuum für sich betrachtet und auf dessen Geschichte eingeht. Damit ist nicht die Methode der Schlüssel zu dieser Frage, sondern der Therapeut. Wir erheben keine Monopolstellung und es geht uns auch nicht um unseren Sieg. Wir möchten Menschen helfen, zu sich selbst zu finden und in innerer Freiheit eigene Entscheidungen treffen zu können, unabhängig von Prägung etc., auch wenn diese Mut erfordern. Das macht die ClusterDiagnostik® mit der Zelle. Sie hilft ihr, neue Stoffwechselmodelle zu entwickeln, in dem Wissen, dass sich eine innerliche Änderung äußerlich abbildet.

Da wir auch offen sind für ganz viele Richtungen, ist es nicht wichtig, welche die beste ist, sondern welche am besten funktioniert für die Person, die Hilfe braucht. Das ist nicht immer Spagyrik von uns, das kann auch mal Homöopathie sein. Dazu machen wir die Befunde.

FRIEDA: Hatte Ihr Vater, oder haben Sie, wegen der Methode mit Anfeindungen zu tun und wenn ja, welcher Art waren bzw. sind die?

I. H.-Sch.: Nein, mein Vater hat die Methode aufgebaut und viel Pionierarbeit geleistet und ich weiß, wie er stets zu mir sagte, dass man sich unter dem Radar der Pharmalobby bewegen muss. Ich habe dieses Gefühl nicht. Ich behaupte auch nicht, dass wir Wunder vollbringen können. Es geht bei uns um bodenständige Erfahrungsmedizin, die für den Menschen da sein soll. Nebenkriegsschauplätze wie Konkurrenzkämpfe oder Pharmaindustrie interessieren mich nicht. Allerdings muss ich sagen, dass das Internet voller falscher Aussagen steckt und hier Propaganda gegen Methoden wie unsere gemacht wird. Das sollte man nicht alles glauben.

FRIEDA: An wen kann man sich wenden, wenn man an solch einer Therapie interessiert ist?

I. H.-Sch.: Interessierte können auf unserer Homepage auf Therapeuten klicken und die Wunschregion eingeben. Sie erhalten dann in 1-2 Tagen Antwort via Email mit einer geeigneten Adresse.

FRIEDA: Wie sieht es bei der Clustermedizin mit der wissenschaftlichen Nachprüfbarkeit aus?

I. H.-Sch.: Das ist in der Tat eine Frage, die mir am häufigsten gestellt wird, ob ClusterDiagnostik® eine wissenschaftlich anerkannte Methode ist. Meine Antwort dazu lautet: Bevor wir das erörtern können, müssten wir darüber sprechen, was eine wissenschaftliche Methode ist und was nicht. Hierzu gibt es nämlich unterschiedliche Ansätze. ClusterDiagnostik® ist in sich plausibel und nachvollziehbar und erfüllt damit die Kriterien für Wissenschaftlichkeit nach Helmholtz und Humboldt. Ob sie die Kriterien der Schulmedizin erfüllt, glaube ich kaum. Aber ist denn die Schulmedizin plausibel und in sich nachvollziehbar? Worin liegt die Plausibilität, etwas einzunehmen, das neue Probleme erzeugt wegen der chemischen Wechselwirkungen? Ich halte beide Systeme für absolut sinnvoll und notwendig, und hoffe stetig auf ein Miteinander und nicht Gegeneinander.

FRIEDA: Vielen Dank für die Informationen und das Gespräch!

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