„Aufruf zum Leben“

Die Seele braucht Empathie und Kontakt

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Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe gehören depressive Störungen zu den größten Volkskrankheiten. Etwa 5% der Bevölkerung im Alter von 18-65 Jahren ist allein in Deutschland an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. Das entspricht mehr als 3 Millionen Menschen. Dazu kommen viele andere psychische sowie neurodegenerative Erkrankungen. Und: Alle 53 Sekunden nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben!

Allein 2011 wurden bundesweit 59,2 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage aufgrund psychischer Erkrankungen registriert. Das ist ein Anstieg um mehr als 80 Prozent in den letzten 15 Jahren. Bis zu – geschätzt – 13 Millionen Arbeitnehmer in Deutschland sind darüber hinaus von Burnout betroffen.

„Der Gebrauch von Antidepressiva ist in den letzten Jahren rasant gestiegen. Das belegt eine Statistik der OECD. Auch in Deutschland greifen immer mehr Menschen zu den Medikamenten gegen Depression“, berichtet focus-online am 19.11.2015. Doch können Pillen die Lösung sein für ein Dilemma, dem womöglich ganz anders zu begegnen ist?

„Aufruf zum Leben“

Im Jahr 2010 haben leitende Ärzte psychosomatischer Kliniken in einem Aufruf zur psychosozialen Lage in Deutschland ihre tiefe Erschütterung über das Ausmaß seelischer Erkrankungen und psychosozialer Probleme zum Ausdruck gebracht. Sie wollten damit auf eine besorgniserregende Entwicklung aufmerksam machen und einen offenen gesellschaftlichen Dialog über die möglichen Ursachen und Konsequenzen anstoßen.

„Über 4.000 Fachleute haben den Aufruf unterzeichnet. Es gab in der Folge eine Fülle von Interviews, Veröffentlichungen und Veranstaltungen zu diesem Thema. Insbesondere die Problematik zunehmender Burnout-Prozesse und seelischer Überforderungen in der Arbeitswelt wurden und werden seitdem öffentlich diskutiert. Neben allen Ansätzen zur Verringerung psychosozialer Belastungen benötigen wir jedoch tiefgreifendere Antworten, die zu mehr psychosozialer Kompetenz und Resilienz führen. Um zukunftsfähig zu werden, brauchen wir unsere gesamte Lebenskraft (…).

Warum haben wir in dem Text das Wort ‚Seele‘ verwendet und nicht etwa ‚Psyche‘? Es ging uns hauptsächlich darum, die Bedeutung des Erlebens, des Spürens, des Fühlens unserer Innenwelt und auch seiner Tiefe zu betonen, im Unterschied zur Orientierung an Materiellem, an Äußerlichem, an Oberflächlichem. Dafür erscheint uns das Wort Seele als das Beste und Geeignetste, denn es besitzt eine lange abendländische Tradition, sowohl in unseren Religionen, als auch in unseren Philosophien, in unserer Kunst und in unserer Dichtung. Es ist auch eine Metapher, die für die meisten Menschen intuitiv eine innerlich berührende Bedeutung hat. Dies gilt für andere Worte in geringerem Ausmaß, insbesondere ‚Psyche‘ ist ein eher wissenschaftlicher Begriff der Psychologie und der Psychotherapie, der eher auf unser inneres Funktionieren, statt auf unserer inneres Erleben und unsere innere Tiefe verweist. Wir sind auch der Meinung, dass im Zusammenhang mit der ‚Wertschätzung‘ des Lebens und seiner Potentiale eher weiche Wörter, wie unsere ‚Seele‘ oder unser ‚Herz‘, geeignete Assoziationen hervorrufen, ist auf der Website „Aufruf zum Leben“ zu lesen, eine sehr wichtige und unterstützenswerte Aktion, wie FRIEDA findet, denn Herz und Seele brauchen keine Apps, keine Smartphones und keine spinnenartigen Nanobots, sondern Kontakt und menschliche Nähe.

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