Ansteckende Krankheiten: Infektionskrankheiten als Folge?

Krankheiten sind ein weitumfassendes Gebiet der Medizin, meistens verlaufen Krankheiten still und omnipräsent im Körper des Betroffenen ab, jedoch können die der Krankheit zur Grunde liegenden Erreger auch im hohe Maße ansteckend und weit über eine Person hinausgehend schädlich sein.

Ansteckende Krankheiten: Definition von Krankheitserregern

Krankheitserreger, welche im medizinischen Sprachgebrauch auch als Keime benannt werden, verursachen in anderen Organismen gesundheitsschädliche Abläufe. Diese Keime sind Mikroorganismen oder subzelluläre Erreger, diese sind biologische Systeme, welche ohne ein eigenes zelluläres System sich autonom vermehren. Eine Keim bzw. ein Krankheitserreger allein kann nicht benannt werden, stattdessen bilden die Summe aus Algen, Bakterien, Parasiten, Pilzen, Prionen, Viren oder Viroiden die Gesamtheit der Keime, die zu einer Ansteckung führen können; hierbei wird hinsichtlich der Nomenklatur zwischen einer Infektion und einer parasitären Infestation unterschieden.

Übertragungswege von Krankheitserregern

Analog der hohen Anzahl an potenziellen Erregern umfassten die Übertragungswege ebenfalls eine Anzahl an verschiedenen Möglichkeiten. Eine Übertragung zwischen mehreren Individuen ist mittels Tröpfcheninfektion, Schmierinfektion, Lebensmittelinfektion und Infektion über Wasser möglich.

Tröpfcheninfektion

Wie bereits dem Namen zu entnehmen sind die Erreger in Speichel-Tröpfchen im Rachenraum oder Atmungstrakt beheimatet und ebenjene Tröpfchen werden beim Niesen, Husten und/oder Sprechen in die Umgebungsluft abgesondert. Umstehe Personen nehmen sodann diese in der Luft befindlichen kleinsten Tröpfchen durch das Einatmen zu sich und diese werden dann direkt über die Schleimhäute in den Organismus der Person aufgenommen.


Eine weitere Differenzierung erfolgt hinsichtlich der Größe der Tröpfchen:

  • Tröpfchen, die einen Durchmessener größer 5 µm aufweisen, sind entsprechend schwer und sinken rasch in der Luft zu Boden ab, sodass sie nur eine Distanz von circa einem Meter zurücklegen können.
    Die zu Boden sackenden Tröpfchen können sich jedoch auf Flächen festsetzten und weiterhin kontagiös sein.
  • Tröpfchen, deren Durchmessener kleiner 5 µm sind hingegen, sinken nicht rasch zu Boden ab und können folglich eine lange Zeit in der Luft schweben und durchaus größere Distanzen zurücklegen.

Die häufigsten übertragenen Erreger durch Tröpfchen stellen die Viren da, ein prominentes Beispiel hierfür stellen der grippale Infekt und die echte Grippe dar. Eine bakterielle Infektion durch Tröpfchen stellen beispielsweise die Hirnhautentzündung auslösende Meningokokken-Infektion, aber auch der Scharlach dar.


Hände Schmierinfektion Infektion
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Schmierinfektion / Kontaktinfektion

Die Begrifflichkeiten Schmier- und Kontaktinfektion werden synonym verwendetet und beschreiben die Weitergabe der Erreger durch eine Kette von Berührungen. Eine Kontaktinfektion kann sowohl durch Kontakt zwischen Menschen als auch zwischen Gegenständen erfolgen. Bei einer Infektion von Mensch zu Menschen gibt eine infektiöse Person die Keimlast an eine weitere nicht infektiöse Person weiter. Klassischerweise erfolgt dies durch das Händeschütteln, da dies eine Kaskade zur Folge hat: Niest ein bspw. an Grippe Erkrankter in die Hand und schüttelt einem Anderen diese, dann werden die auf der Hand des Erkrankten befindliche Keime an die andere Person übertragen; diese trägt die Keime auf der Hand und eine Berührung des Mundes, der Nase oder aber der Augen ist zur Aufnahme der Keimlast durch die Schleimhäute ausreichend.

Eine Weitergabe der Keime kann auch durch Gegenstände erfolgen, denn Erreger können auch an Gegenständen haften, ohne ihre Infektiosität zu verlieren. Die häufigste Schmierinfektion erfolgt hierbei durch Türkliniken und andere Objekte mit häufigem Berührungskontakt und allgemein durch Berührflächen. Auch hier haften nach erfolgter Berührung die Keime an der Hand des Betroffen, führt dieser nun die Hand Richtung Gesicht oder Mund, so übertragen sich die Keime auf die Schleimhaut und führen zum Befall des Organismus.

Einen besonders hohen Stellewert in Hinsicht auf diesen Übertragungsweg weisen die Durchfallerkrankungen auf, denn kleineste Spuren kontagiöser Stuhlreste gelangen hierbei durch die Hände zum Mund, daher wird dieser Übertragungsweg als fäkal-oral bezeichnet. Insbesondere werden auf diese Weise Noroviren oder Rotaviren in den Körper aufgenommen. Die Bindehautentzündung auslösenden Adenoviren werden oftmals ebenfalls durch das Heranführen einer zuvor befallenen Hand durch Kontaktinfektion dem Körper zugeführt.

Lebensmittelinfektion

Diverse Erreger wie Bakterien und Viren haften auf Lebensmitteln, insbesondere können Bakterien wie Salmonellen auf rohen Eier, Rohwurstsorten oder nicht vollständig durchgegartem Fleisch sich rasch vermehren; den betroffenen Lebensmitteln wird jedoch nicht häufig angesehen, dass diese mit Erregern befallen sind. Des Weiteren bilden einige Bakterien auch Giftstoffe in den befallenen Lebensmittel, die Aufnahme dieser Toxine führt zum Krankheitsausbruch welcher allgemeinhin als Lebensmittelvergiftung bezeichnet wird.

Ein Befall des Organismus äußert sich schnell, denn die Viren oder Bakterien sind in den Lebensmitteln in ausreichenden Menge vorhanden, sodass ein Vermehren im Körper nicht zuvor stattfinden muss.  Primär erfolgt die Übertragung von Brechdurfällen über Lebensmittel, denn die wichtigsten Auslöser für Lebensmittelinfektionen sind Salmonellen, auch E.coli, Campylobacter und Listerien; allesamt können und werden über Lebensmittel übertragen.

Infektion über Wasser

Eine Infektion kann durch mit Erregern verunreinigtem Trinkwasser und folglich der Aufnahme in den Körper geschehen. Nebst der oralen Aufnahme können entsprechende Erreger auch beim Baden oder Schwimmen in verunreinigten Gewässern übertragen werden. Auch hier werden oftmals Durchfallerkrankungen übertragen, insbesondere sind hierbei Salmonellen, Campylobacter oder EHEC vertreten, denn diese Erreger gelangen durch Fäkalien ins Wasser.

Ansteckende Krankheiten: Das Fazit

Hinsichtlich der übertragbaren Krankheiten ergibt sich eine facettenreiche Bandbreite, somit fallen sowohl leicht bekömmliche Erkrankungen ebenfalls in dieselbe Kategorie der Infektionskrankheiten wie auch hoch kontagiöse und mit einer hohen Letalität einhergehende schwere Krankheiten. Insbesondere stellen die Durchfallerkrankungen einen Großteil der Infektionskrankheiten dar, obschon diese omnipräsent sind, drängen sich oftmals eindrückliche Krankheiten wie z.B. Ebola und SARS in den Vordergrund, da hier auch ein gesteigertes Interesse auch vonseiten der Medien und der Öffentlichkeit vorliegt, trotz der global betrachtet relative geringen Anzahl an Erkrankten. Eine weitere große Gruppe der Infektionskrankheiten stellen diejenigen Krankheiten multiresistenter Keime dar, welche oftmals nur noch mit Reserveantibiotika therapiert werden können.