Analthrombose: Hausmittel, Symptome und Ursachen

Das auch als Analvenenthrombose bezeichnete Phänomen bezeichnet eine krankhafte und mit Schmerzen verbundene Schwellung im Afterbereich. Ihre Entstehung liegt in einem Blutgerinnsel begründet, das den Verschluss einer direkt unter der Haut liegenden Vene verantwortet. Das außenstehende Knötchen ist deutlich spürbar und sichtbar. Aufgrund der ähnlichen Symptomatik ist in Fachkreisen auch häufig die Rede von einer unechten Hämorrhoide.

Analthrombose: Hausmittel zur Eigenbehandlung

Es gibt zahlreiche Hausmittel, die Linderung bei einer Analthrombose schaffen können. Zu ihnen zählen beispielsweise Sitzbäder oder diverse Fettcremes. Hausmittel lassen sich im Grunde bedenkenlos über einen längeren Zeitraum anwenden. Je nach Ausprägung der Symptome und der Schweregrad der Symptome ist die eigenständige Behandlung möglich. Bei größeren Schwellungen und starken Schmerzen ist die Konsultierung eines Arztes ratsam. Hausmittel nehmen in diesem Fall jedoch eine unterstützende Funktion in der Therapie ein.

  • Kamillenextrakt

Die Anwendung kann etwa lokal per Zäpfchen erfolgen. Die Symptome der Analthrombose lassen sich durch die natürlichen antientzündlichen Eigenschaften von Kamille lindern. Sinnvollerweise ist das Zäpfchen vor dem Stuhlgang zu nutzen.

  • Fettcreme

Fettcremen wie Melkfett oder Vaseline lassen sich drei- bis viermal pro Tag nach der gründlichen Reinigung der Stelle auftragen. Sie sorgt für eine Geschmeidigkeit und Elastizität des betroffenen Bereiches und lindert Schmerzen.

  • Rosskastanie

Sie ist in Form einer Salbe in Apotheken erhältlich und ist lokal auf betroffene Stellen aufzutragen. Die in der Rosskastanie enthaltene Wirkstoffe sorgen für ein Abschwellen des Knotens und wirken beruhigend auf die geschädigte Haut.

rosskastanie creme
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  • Sitzbäder

Bis zu drei Sitzbäder pro Tag können pro Tag eingenommen werden. Sie lindern die Schwellung sowie Entzündungssymptome und können so das Abheilen einer Analthrombose beschleunigen. Um eine verstärkte Durchblutung des Gewebes zu verhindern, ist die Temperatur unter 36°C zu halten.

  • Homöopathie

Zahlreiche Homöopathika lassen sich gegen eine Analthrombose anwenden. Die bewährte Heilpflanze Hamamelis beispielsweise enthält Gerbstoffe, die sich beruhigend auf die gereizte Haut des Afters auswirken. Sie besitzt eine gefäßkontrahierende Eigenschaft, weshalb das Homöopathikum auch bei Hämorrhoiden in Form von Zäpfchen zum Einsatz kommt.

Ursachen und Entstehung

Sowohl Thrombosen als auch Hämorrhoiden entstehen durch Blutgerinnsel in Blutgefäßen. Bei den im After liegenden Hämorrhoiden, die eine Schlüsselrolle im Verschlussmechanismus des Afters spielen, ist das feine Arteriengeflecht im Enddarmkanal betroffen. Bei der Analthrombose hingegen ist das Venengeflecht um den After betroffen. Aufgrund dieser Gegebenheit liegen die durch die Analthrombose entstehenden Knoten direkt am Ausgang. Sie lassen sich jederzeit ertasten und sind sichtbar. Im Falle vergrößerter Hämorrhoiden sind diese nur in gravierenderen Fällen von außen temporär oder permanent sichtbar.

Im Gegensatz zur Hämorrhoide, die vermehrt ein unangenehmes Drücken, Nässen oder Jucken verursachen, sind Analthrombosen mit großen Schmerzen verbunden, die ein Sitzen meist unmöglich machen. Als Ursache für die Blutgerinnsel in den Venen und die dadurch entstehenden Knoten rund um den After kommt unter anderem ein hoher Bauchdruck in Betracht. Zu den weiteren Risikofaktoren gehören unter anderem Übergewicht, Verstopfung oder exzessive Pressübungen, wie etwa beim Kraftsport. Zudem bestehen allgemeine Risikofaktoren für jede Art von Thrombosen wie langes Sitzen, Blutgerinnungsstörungen und Gefäßerkrankungen.

Vorwiegend in der Schwangerschaft besteht aufgrund des erhöhten Bauchdrucks und dem auf dem empfindlichen Venengeflecht lastenden ungeborenen Kind ein größeres Risiko. Eine zusätzliche Belastung stellt das starke Pressen während des Geburtsvorgangs dar. Analthrombosen stellen ein während der Schwangerschaft häufiges Problem dar.

Symptome einer Analthrombose

Eine Analthrombose entsteht binnen weniger Minuten bis Stunden und verursacht neben einer plötzlich auftretenden Schwellung und einem Brennen starke Schmerzen. Die Größe der Thrombosen beläuft sich auf wenige Millimeter un erreicht in schweren Fällen die Größe einer Pflaume. Große Analthrombosen sind prall, elastisch und schimmern violett-bläulich. Im Fall von größeren Analthrombosen kann die gespannte Haut platzen, wodurch sich der Inhalt der Knoten nach außen entleert. In den meisten Fällen verheilt eine aufgeplatzte Analthrombose komplikationslos von selbst. Nur selten kommt es durch in die Wunde eintretende Krankheitskeime zu einer Infektion. Ein operativer Eingriff ist in der Regel nicht notwendig.

Analthrombose
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Diagnose im Detail

Für Laien ist die Differenzierung von Hämorrhoiden und Analthrombosen wegen der ähnlichen Symptomatik nicht immer ohne Weiteres möglich. Ein Arzt kann die Analthrombose durch das Betrachten und Betasten erkennen und eine sichere Diagnose stellen. Im Bereich des Anus gibt es zahlreiche Erkrankungen, die zu ähnlichen Symptomen führen und von der Analthrombose abgegrenzt werden müssen. Zu ihnen gehören beispielsweise:

  • Tumore
  • Hautfalten am After
  • Hämorrhoiden
  • Analabszesse (Eiterhöhlen)
  • Analekzeme (Hautausschlag)
  • Analfissuren (Risse in der Afterschleimhaut)

Wenn Hausmittel bei einer Analthrombose nicht helfen: Therapie und Behandlungsmöglichkeiten

Auftretende Analthrombosen kündigen sich durch starke Schmerzen in der Analregion an. Bei leichten bis moderaten Schmerzen bietet sich die eigenständige Behandlung an. Es gibt zahlreiche Hausmittel, die in Kombination mit körperlicher Schonung zu einer schnellen Genesung beitragen können. Stellt sich keine Besserung ein oder sind die Schmerzen nicht tolerabel, ist der Gang zum Arzt unvermeidlich, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Die gewählte Therapieform richtet sich ganz nach dem individuellen Krankheitsbild. In den meisten Fällen gilt eine Analthrombose als harmlos, da sie in wenigen Tagen selbstständig abheilt. Als unterstützende Maßnahme kann die Behandlung mit speziellen Cremes und Salben erfolgen. Zum Einsatz kommen Salben mit diversen Wirkstoffen wie Diclofenac, ein nichtsteroidales Antirheumatika. Lokale Schmerzmittel versprechen eine temporäre Schmerzfreiheit, während eine Heparin-Salbe das Blutgerinnsel aufgrund ihrer gerinnungshemmenden Eigenschaften reduzieren kann.

behandlung beim arzt
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Operative Therapie

In schweren Fällen ist mitunter die chirurgische Behandlung einer Analthrombose vonnöten. Die Behandlung wird von einem sogenannten Proktologen durchgeführt, der den Knoten entweder als Ganzes entfernt oder den Knoten lediglich aufsticht. Je nach Ausprägung kann es nach dem Aufstechen im Falle einer gestörten Wundheilung zu einer wiederkehrenden Thrombose kommen. Bei kleinen Schnitten kann sich die Analthrombose durch den schnellen Verschluss der Schleimhäute erneut mit Blut füllen.

Um dies zu verhindern, konstruiert der Chirurg ein Wundfenster, durch welches Wundsekret und Blut ablaufen kann. Die Operation findet unter Vollnarkose statt, weshalb die Maßnahme für den Patienten weitgehend schmerzfrei bleibt. Der Eingriff selbst ist recht ungefährlich und führt nur in selten Fällen zu Komplikationen, beispielsweise der Infektion des Gewebes.

Vorbeugende Maßnahmen neben Analthrombose Hausmitteln

Als fundamentales Kernelement steht ein gesunder Lebensstil bei der Prophylaxe an erster Stelle. Häufig mangelt es an Ballaststoffen in der Ernährung, wodurch sich der Stuhl verhärtet und der Druck im Darm steigt, was das Risiko für eine auftretende Analthrombose erhöht. Ratsam ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen. Zudem ist auf ausreichend körperliche Aktivität zu achten, da Sport eine gleichmäßige Durchblutung im Körper fördert. Nicht zuletzt ist der Verzicht auf Nikotin und Alkohol empfehlenswert.