6-fach-Impfung bei Babys: Wissenswertes & Tipps

Außer den üblichen Vorsorgeuntersuchungen für Säuglinge stehen die Impfungen an oberster Stelle, wenn es um den Gesundheitsschutz der Kinder geht. Daher müssen die Eltern schon recht früh entscheiden, ob die Kinder geimpft werden sollen oder nicht. Wenn die Säuglinge 2 Monate alt sind, dann wird normalerweise gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung, Hib und Hepatitis B eine Impfung verabreicht. Hierzu gibt es auf dem Markt besonders wirksame 6-fach-Impfstoffe, mit welchen die Kinder geimpft werden. Zudem bekommen diese die erste Pneumokokken-Impfung und die zweite Impfung gegen Rotaviren. 

Gegen welche Krankheiten werden Babys mit der 6-fach-Impfung geschützt?

Mit den Kombinationsimpfstoffen kann gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Kinderlähmung (Poliomyelitis), Pertussis (Keuchhusten), und Hepatitis B gleichzeitig UND Haemophilus influenzae Typ b geimpft werden. Auch wenn solche Infektionskrankheiten heutzutage durch den Erfolg dieser Impfungen abgeschwächt werden können, sind die Folgen im Infektionsfall auch heute noch schwerwiegend. Vor allem in der zeitigen Kindheit können die meisten dieser Krankheiten schwer verlaufen. Daher ist es sehr wichtig, dass der Säugling so früh wie möglich den notwendigen Immunschutz aufbauen kann.

Daher empfiehlt die Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Institutes eine erste Impfung gegen die Infektionskrankheiten für Säuglinge, die zwei Monate alt sind. Diese kann einfach in Form einer 6-fach-Impfung gegeben werden. Die Kosten für eine solche Immunisierung werden von den Krankenkassen gänzlich gezahlt. Auf diese Weise sind schon kleine Kinder gegen den Infektionsfall gerüstet. Um den kompletten Impfschutz gegen die sechs Krankheitserreger zu bekommen, befürwortet die STIKO diese Grundimmunisierung in vier einzelnen Impfdosen.

Sie können als 6-fach-Impfung in Kombination erfolgen. Als Alternative kann die Grundimmunisierung zugleich durch eine 5-fach-Impfung erfolgen. Für diese beiden Kombinationsimpfungen ist es bedeutend, dass die Injektionen nach dem vorhandenen Impfschema in bestimmten Abständen ausgeführt werden. Die ersten drei Termine sollten in einem Alter von 2, 3 sowie 4 Monaten verabreicht werden, während die letzte Dosis im Alter von 11 bis 14 Monaten verabreicht wird. Die einzelnen Impftermine können einzeln gelegt werden bzw. zu den U-Untersuchungen stattfinden. Außerdem kann die Impfung ohne Probleme zeitgleich – in das andere Bein des Babys – mit der Impfung gegen Pneumokokken gegeben werden. Auf diese Weise sparen sich die Eltern einen separaten Impftermin.

Geimpftes Baby
PhotobyTawat/shutterstock.com

Die Bedeutung der Kombinationsimpfstoffe in der 6-fach-Impfung

Kombinationsimpfstoffe, welche zugleich gegen verschiedene Infektionskrankheiten schützen, können als Erleichterung wirken. Wenn zum Beispiel für die empfohlenen Impfungen ein 6-fach-Impfstoff angewandt wird, bedeutet dies nu einen „Pieks“ für das Baby anstelle von sechs einzelnen Impfungen. Würden diese Kombinationsimpfstoffe nicht angewandt werden, wären für sämtliche empfohlenen Impfungen im Säuglingsalter mehr als 30 einzelne Impfungen nötig. Aus Studien ist bekannt, dass Kombinationsimpfstoffe keine oder nur sehr selten schwere Nebenwirkungen aufweisen. Außerdem enthalten die modernen Kombinationsimpfstoffe weniger Zusätze der Antigene bzw. Erreger als ältere Stoffe. Diese Impfstoffkombinationen sind generell besonders sicher und gleichzeitig gut verträglich.

Da diese Impfung ein abgeschwächtes Infektionsgeschehen nachahmt, kann das Kind danach ein wenig weinerlich oder müde werden. Die am häufigsten Nebenwirkungen nach der Impfung sind Schwellungen und Rötungen an der Einstichstelle oder andere Wirkungen wie Kopf- oder Gliederschmerzen, Fieber sowie Unwohlsein. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der kleine Körper auf die Gabe der Impfung reagiert und schon nach kurzer Zeit Antikörper produziert. Auch lautes Schreien, Appetitlosigkeit, Ruhelosigkeit, Reizbarkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten. Solche Reaktionen auf diese Impfung sind aber meistens kein Grund zur Sorge. Diese Symptome klingen nach einigen Tagen wieder gänzlich ab.

Es gibt zusätzlich die 3-fach-Impfung gegen Mumps, Masern, Röteln, welche als MMR-Impfung bezeichnet wird oder die 4-fach Impfung, welche zugleich gegen Windpocken schützt. Gegen Röteln und Mumps ist kein einzelner Impfstoff verfügbar. Daher ist diese Impfung lediglich als gleichzeitige Impfgabe gegen Röteln, Mumps und Masern ausführbar. Gegen Masern kann generell auch einzeln geimpft werden. Der einzelne Impfstoff muss jedoch importiert werden. Außerdem würde in diesem Fall der Schutz vor Mumps und Röteln fehlen. Wenn ein zweites Mal gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft wird, kann dies mit ebenfalls mit einem Kombinationsimpfstoff stattfinden, welcher zusätzlich gegen Windpocken bewahrt. Für einen sicheren und langanhaltenden Schutz sollten die Impfungen im Alter von 5 bis 6 Jahren aufgefrischt werden. Dazu zählen vor allem die Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis. Für die Auffrischungen stehen ebenfalls Kombinationsimpfstoffe auf dem Markt zur Verfügung.

Sinnvoll oder nicht?

Dass gegen die sechs Infektionskrankheiten gleich mit einem Mal geimpft wird, erscheint vielen Eltern auf einmal zu viel. Aber der moderne Kombinationsimpfstoff enthält insgesamt viel weniger Bestandteile der Antigene oder Erreger in Einzeldosen der einstigen Einfach-Impfstoffe. Daher ist diese in aller Regel besonders gut verträglich. Außerdem sind diese Impfstoffe heutzutage gereinigt und die Zusatz- und Inhaltsstoffe unterstützen die Immunreaktion noch besser.

Die 6-fach-Kombinationsimpfung gibt es ebenfalls als 5-fach-Impfung. Dies bedeutet, dass diese auf Wunsch entweder ohne Hepatitis B oder Haemophilus influenzae Typ b gegeben werden kann. Beide Möglichkeiten werden sehr gut vertragen. Der große Vorteil einer 6-fach-Impfung ist jedoch, dass keine Impfung wiederholt werden muss. Vor allem die Hepatitis B Impfung ist bereits für Säuglinge sinnvoll, denn der Virus ist auf der ganzen Welt stark verbreitet. Infektionskrankheiten dieser Art im Säuglingsalter sind generell sehr selten, werden meistens aber chronisch. Neue wissenschaftliche Studien zeigen auch, dass die Wirkung ein Leben lang hält, anders als wenn das Kind im Jugendalter geimpft wird.