Verordnungsdschungel am Beispiel EnEV

Ein Interview mit Dr. Wolfgang Thüne

Paragraphen photo

Im Februar 2002 trat die erste Fassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Sie löste seinerzeit die Wärmeschutzverordnung (WschV) und die Heizungsanlagenverordnung (HeizAnlV) ab und bildete sozusagen eine Überverordnung aus beiden – mit seitdem sukzessive modifizierten und erweiterten Regelungen und Richtlinien. Eines der Ziele dabei war, die Faktoren Anlagentechnik und baulicher Wärmeschutz rechnerisch besser miteinander vergleichen und somit optimieren zu können.

Die EnEV verweist auf über 800 Seiten DIN-Normen und VDI-Vorschriften. Entsprechend steigen die energetischen Anforderungen an Gebäude stetig, was selbstredend mit zunehmenden Kosten für Mieter, Immobilieneigentümer und auch – indirekt – für alle anderen Steuerzahlenden verbunden ist und immer mehr in Richtung Planwirtschaft tendiert. Das alles wirft mehr als eine Frage auf, mindestens aber diese: „Wer soll all diese Normen und Vorschriften noch befolgen und wem nutzt das alles?“ In erster Linie ist und bleibt der private Immobilienbesitz betroffen, egal ob als Vermietungsobjekt oder für die eigene Nutzung.

Wann ging das eigentlich alles los?

Die EnEV gab es schon vor dem Dokumentarfilm „Eine Unbequeme Wahrheit“, den David Guggenheim zusammen mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore 2006 gedreht hat. Doch durch den Film bekam die Debatte um den so genannten Klimawandel erst richtig Aufwind – und der Verordnungsdschungel verwildert seitdem in einem kaum noch zu überschaubaren Ausmaß.

Neue Berufsbilder entstanden, wie das des Energieberaters, für Haushaltsgeräte wurden neue Klassifizierungen entwickelt und des verordnenden Verwaltungsapparates liebstes Kind sind seitdem die Gebäude. Energieausweise wurden zur Pflicht, „Niedrigenergiehäuser“ zum angestrebten Ziel, Wärmedämmverbundmaßnahmen zum Zaubermittel und neue Verfahren, wie die Thermografie zur Identifizierung von Wärmebrücken, mutierten zum beinahe schon obligatorischen Gebäudecheck. Für die Bau- und Energiebranche ist das alles durchaus lukrativ. Dass es sich bei dem ganzen Klimawandel-Hype gar in erster Linie um ein konjunkturpolitisches und lobbyisten-freundliches Propagandainstrument handeln könne, CO2 eigentlich gar keine Bedrohung – und schon gar keine menschengemachte – sei, vermuten inzwischen schon immer mehr Menschen, darunter auch viele Wissenschaftler.

Kontroverse spaltet die Nation

Doch die Kontroverse zu diesem Thema hat zur Spaltung geführt. Da ist die eine Seite, die unisono den Klimaschutz samt „Energiewende“ zum kollektiven Credo erhoben hat und die andere, die das alles für mehr oder weniger großen Schwindel hält und sagt, dass unsere Luft eben naturgemäß aus 78% Stickstoff, 21% Sauerstoff, 1% Edelgasen und 0,038% CO2 bestehe, wovon die Natur selbst 96% produziere. Lediglich die restlichen 4% gingen auf das Konto des Menschen. Das seien 4% von 0,038%, also unter dem Strich 0,00152%. Der Anteil Deutschlands betrage daran 3,1%. Deutschland beeinflusse somit mit nur 0.0004712% CO2 die Umwelt, wolle aber in Sachen „Energiewende“ ganz weit vorne liegen. Angesichts dieser 0,0004712% sei die „Energiewende“ mit all den immensen Kosten und neuen Reglementierungen der blanke Hohn. Die so genannten „Klimaskeptiker“ kommen in den Medien allerdings mit ihrer Argumentation kaum zu Wort und wenn, dann maximal auf verunglimpfende Weise.

Der Bauphysiker Rainer Bolle ist sogar der Ansicht, dass „für Bau und Bauprodukte die gleichen mafiösen Zusammenhänge gelten, wie in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie“ – das erfahre der Baupraktiker in seiner Ausbildung aber nicht, so schreibt Rainer Bolle auf seiner Website. Heute sei es daher wichtiger denn je, sich nicht nur mit dem „Groben“ des Bauens, sondern mit den Feinheiten und tragischen Irrtümern auf der Ebene der Bauchemie, der Nanotechnik, der Elektronik, des Maschinenbaus, der Normen, des Glaubens an die Zahl, auseinanderzusetzen, um Schaden abzuwenden. Das Normenwesen mutiere zu einer fragwürdigen Mixtur politischer und wirtschaftlicher Interessen, die erkannt werden müssten.

Im Gespräch mit Dr. Wolfgang Thüne

(c) Dr. Wolfgang Thüne

Frieda befragte Dr. Wolfgang Thüne zu dem heiklen Thema. Der 1943 in Ostpreußen geborene Wissenschaftler studierte Meteorologie, Geophysik, Physik, Mathematik und Geographie. Er beendete sein Studium an der Freien Universität Berlin 1967 mit einem sehr guten Diplom in Meteorologie. Danach war er zunächst beim Wetteramt Frankfurt tätig, absolvierte ein Referendariat mit Staatsexamen und arbeitete danach in der Analysen- und Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Von 1971 bis 1986 war er nebenberuflich Wettermoderator beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF).

Weitere biografische Details finden Interessierte auf der Webseite „Der Wettermann“ von Dr. Thüne. Dort veröffentlicht er auch regelmäßig Beiträge zum Thema „Klimawandel“. Doch seine Kompetenz soll in diesem Beitrag nicht der inhaltliche Schwerpunkt sein, sondern das, was er zur Klimadebatte, zur EnEV, zu CO2-Emissionen und zu energetischen Sanierungsmaßnahmen zu sagen hat.

Frieda: Von Vaclav Klaus, Präsident der Tschechischen Republik, stammt das Zitat: „Die globale Erderwärmung ist ein Mythos und ich denke, dass jeder vernünftige Mensch und Wissenschaftler dies auch sagt. Es ist nicht in Ordnung, sich auf das UN-Gremium IPCC zu berufen. Das IPCC ist kein wissenschaftliches Gremium; es ist eine politische Institution mit grünem Charakter.” Sie sind einer von jenen Wissenschaftlern, die der gesamten Klimawandel- und Energiewende-Diskussion schon früh andere Fakten entgegenstellten. Haben wir einen Klimawandel und wenn ja, hat er etwas mit CO2 zu tun?

Dr. Thüne: Der Wandel der Gestirne, der Wandel der Jahreszeiten, der Wandel des Einstrahlungswinkels der Sonne, der Wandel der Beleuchtungsstärke der Sonnenstrahlung auf der kugelförmigen und sich drehenden Erde, war den Menschen bekannt. Das heliozentrische Weltbild findet sich in der Genesis, die im 6. Jahrhundert vor Christus geschrieben wurde. Die erste Naturwissenschaft war die Astronomie, die auch in Mitteleuropa betrieben wurde, wie die vor etwa 3600 Jahren gefertigte „Sonnenscheibe von Nebra“ in Sachsen-Anhalt bekundet. Sie diente als Kalender und ist die älteste bisher bekannte Darstellung des Kosmos. Die Sonne ist der Motor, der Energielieferant für das pflanzliche, tierische und menschliche Leben auf der Erde. Ihrem Rhythmus sich anzupassen, musste der frühe Mensch lernen, in der Kleidung, aber auch im Hausbau. Genügte in den feuchtwarmen Tropen ein grünes Blätterdach, so war ein Überleben in arktischen Breiten nur in einem Iglu, einer Hütte aus Eis, möglich.

Sprechen wir vom Klimawandel, so müssen wir wissen, dass die Vorsilbe Klima aus dem Griechischen kommt und wörtlich Neigung bedeutet. Auch die Griechen wussten um die Kugelgestalt der Erde und um den wechselnden Neigungswinkel der parallel auf die Erde auftreffenden Sonnenstrahlen. Sie berechneten den Neigungswinkel der Sonne beim Pendeln zwischen dem südlichen und nördlichen Wendekreis mit 23,5 Grad, die Schiefe der Ekliptik. Hieraus resultiert die Einteilung des Jahres in die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Die Zone zwischen Äquator und den beiden Wendekreisen nannten sie „tropische Zone“, ab 66,5 Grad Nord wie Süd begann die „arktische Zone“ und die Räume dazwischen waren die „gemäßigten Zonen“. Jede der drei Zonen hat einen anderen jahreszeitlichen Wetterablauf, einen anderen Wettercharakter.

Wetter und Klima kamen indirekt durch den Universalgelehrten Robert Hooke (1834-1703) in Verbindung. Am 2. September 1663 beauftragte die Royal Society Hooke, täglich Wetteraufzeichnungen vorzunehmen. Am 29. Mai 1679 stellte er eine automatische Wetterstation vor, die Druck, Temperatur, Feuchtigkeit, Richtung und Geschwindigkeit des Windes wie die Niederschlagsmenge auf Papierstreifen aufzeichnete. Hooke war auf der Isle of Wight geboren und hat sich früh für die in die Kalksteinfelsen eingelagerten Fossilien interessiert. 1667 begann Hooke eine Vortragsreihe über Geologie. Fossilien waren für ihn keine „Launen der Natur“, sondern versteinerte Lebewesen. Daraus entwickelte sich die Paläontologie wie die Paläoklimatologie. Er schloss anhand von Versteinerungen aus dem Jura, dass das südenglische Klima in erdgeschichtlicher Zeit erheblich wärmer gewesen sein musste. Er schlug vor, die Klimata urweltlicher Habitate mit Hilfe von Fossilien zu bestimmen. Die Begriffe Klima und Wetter vermischten sich, wurden austauschbar, so dass das Wetter mal Folge, mal Ursache des Klimas wurde. Hiermit verwirren die „Klimaexperten“ die Gemüter und spielen mit Ängsten vor dem Wetter wie dem Klima zugleich.

Daran änderte das Machtwort der Wetterdienste der Erde auch nichts. 1935 versammelten sich gut 100 Staaten in Warschau und definierten einvernehmlich „Klima“. Sie überlegten, wie lange man das Wetter beobachten muss, um alle möglichen Wetterereignisse zu erfassen, um daraus einen repräsentativen Durchschnitt zu berechnen. Sie kamen auf die Zahl 30 und legten die Zeitspanne 1901 bis1930 international gültig als „Klimanormalperiode“ fest. Man muss also 30 Jahre an einem Ort das Wetter in seinen Elementen erfassen, bevor man für diesen Ort Klimawerte berechnen kann. Von ihm leitet man das „mittlere Wettergeschehen“ ab. Ein Klimawert wird vom Wetter her bestimmt. Er bestimmt nicht das Wetter. Deswegen kann man Klima auch nicht schützen! Mittelwerte kann man nur über die Anfangswerte beeinflussen. Klimaschutz geht nur über vorherigen Wetterschutz und ist doppelt unsinnig. Ein Klimawert als Mittelwert kann nicht geschützt werden. Er braucht auch nicht geschützt zu werden, weil er nur für eine gewesene Wetterperiode gilt und Vergangenheit keines Schutzes bedarf, zumal das Wetter zu den irreversiblen Naturerscheinungen gehört. Geschehenes Wetter kann nachträglich nicht geändert werden. Die einzige Konstante in der Natur ist der Wandel. Heraklit (520-460 v. Chr.) fasste dies in zwei Worte: „Alles fließt!“

Das Wettergeschehen hatte und hat nirgends auf der Erde etwas mit dem CO2-Gehalt der Luft zu tun. Dies ist auch noch nie von den „Klimaexperten“ behauptet worden. Doch wenn es diesen Einfluss beim Wetter nicht gibt, dann kann es ihn beim Klima auch nicht geben. Die Behauptung, dass CO2 auf das Klima, und dabei auch nur auf die Temperatur, einwirke, wurde deswegen zum Dogma erhoben, weil sie nicht bewiesen werden kann.

Frieda: Wie kam eigentlich aus Ihrer Sicht der ganze Hype um den angeblich „CO2-verursachen Klimawandel“ zustande?

Dr. Thüne: Die Anfänge der CO2-Spekulation sind diffus und widersprüchlich, doch die Beweggründe und Ursachen liegen im Dunkeln. Erste Diskussionen über die CO2-Treibhaustheorie begannen nach 1945 in den USA, wurden aber bereits 1951 von der Amerikanischen Meteorologischen Gesellschaft verworfen. Ein neuer Anlauf wurde in Vorbereitung des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957/58 genommen. Das Scripps-Institut unter Roger Revelle bewarb sich mit dem Projekt CO2-Messung. 1958 startete die sägezahnförmig aufstrebende „Keeling-Kurve“, die 1972 den Club of Rome zu der Vermutung führte, dass bei weiterem Anstieg „klimatische Probleme“ auftreten könnten. Schon damals wurden als Auslöser des menschengemachten Klimawandels die Treibhausgase, vor allem das CO2, verdächtigt. Ein Beweis wurde nicht erbracht!

Man verwies damals auf Wissenschaftsautoritäten wie Jean Baptiste Fourier (1768-1830), John Tyndall (1820-1893) und Svante Arrhenius (1859-1927). Fourier bezog sich auf die „Glashauswirkung“ der Atmosphäre, Tyndall bemühte das Bild eines „Staudammes“ und Arrhenius nutzte das Bild einer „CO2-Schaukel“, um die Wechsel zwischen Eis- und Warmzeiten zu erklären. Alle deklarieren Erde samt Atmosphäre zu einem geschlossenen System, in das die Sonnenstrahlung weitgehend ungehindert eindringen, die „nicht leuchtende Strahlungswärme“ (Fourier) der Erde aber nicht mehr ins Weltall entweichen könne. Den dicksten Fehler machte Arrhenius, denn er gab sogar bei seiner Schaukeltheorie an, dass CO2 nur auf den Linien 4,2, 9,8 und 15 Mikrometer IR-Strahlung absorbieren könne. Im Jahre 1896, als er seine Theorie veröffentlichte, waren die Strahlungsgesetze von Kirchhoff, Stefan-Boltzmann und Wien bereits bekannt wie die Tatsache, dass ein flüssiger oder fester Körper wie die Erde Strahlung kontinuierlich über alle Wellenlängen abgibt, wobei das Maximum von den Temperaturen bestimmt wird.

Damals war schon die Existenz eines „stets offenen atmosphärischen Strahlungsfensters“ zwischen 7 und 13 Mikrometer bekannt, wo keinerlei Absorption stattfindet. Um im Bild von Tyndall zu bleiben: Man kann mit drei Baumstämmen an den Ufern den Rhein nicht aufstauen! Auf dieses „stets offene atmosphärische Strahlungsfenster“ wird auch im 1. Enquete-Bericht des Deutschen Bundestages Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre vom 2. November 1988 verwiesen und gesagt, dass durch dieses Fenster 70 bis 90 Prozent der Wärmestrahlung ungehindert entweichen. Dieser Feststellung wurde einstimmig vom Deutschen Bundestag zugestimmt. Doch kein Abgeordneter hat offensichtlich bis heute diesen Widerspruch zur Treibhaushypothese erkannt!

Frieda: Welche Rolle spielt Ihrer Ansicht nach der Weltklimarat in der ganzen Diskussion?

Dr. Thüne: Der „Weltklimarat“, das Intergovernmental Panel on Climate Change, wurde 1988 als „Schiedsgericht ins Leben gerufen, wohl nach dem Vorbild der Enquete-Kommission 1987. Nach welchen Kriterien dessen Mitglieder ausgesucht wurden, ist nicht bekannt. Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt sagte, dass von der Bundesregierung kein Wissenschaftler auserkoren wurde, um im Namen der Bundesregierung zu sprechen. Bei der Auswahl der Mitglieder zählte mehr die Gesinnung, denn das Fachwissen. Der Weltklimarat sollte ja nicht forschen, sondern alles, was publiziert wurde, auch von Greenpeace, auf politische Kompatibilität sichten. Der IPCC ist politischer Zuarbeiter, wie alle Berichte bestätigen. Waren zu Anfang kritische Fachwissenschaftler aus Australien oder den USA dabei, so wurden sie so lange gemobbt, bis sie resignierten.

Der Weltklimarat ist ein rein politisches Gremium, das nach dem Mehrheitsprinzip arbeitet und entscheidet! Mittlerweile ist er innerlich so sauber von Kritik, dass seine Beschlüsse einstimmig gefasst werden. Wissenschaft sieht anders aus. Wissenschaft lebt vom Zweifel. Wissenschaft lebt aber auch vom Geld der Staaten, von Steuergeldern und damit ist Wissenschaft nicht mehr unabhängig. Die Wissenschaftsfreiheit ist nicht grenzenlos. Sie unterliegt der 1969 von Willi Brandt geforderten Demokratisierung, Politisierung und Sozialisierung aller Lebensbereiche. Und davon ist fast keine Wissenschaft mehr ausgenommen. Politisches „Klimaziel“ ist die Reduktion der CO2-Emissionen, um das „mittlere Wetter“ möglichst konstant zu halten. Auch wenn die Emissionen auf Null reduziert werden, wird sich das Wetter ändern. So sehr auch die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf die Rolle des CO2 politisch hochspielt, aber glauben tut sie nicht an den Effekt; sonst hätte sie CO2 längst in den Rang eines Wetterelements erhoben.

Frieda: Wie erklären Sie sich, dass der Klimawandel ganze Bevölkerungsgruppen quasi wie von heute auf morgen in den Zustand versetzt hat, der Planet sei dem Untergang geweiht und all das läge am CO2?

Dr. Thüne: Das sehe ich nicht so pessimistisch. Der Mensch ist vor Natur aus ein ängstliches und Schutz bedürftiges Wesen. Herrscher haben schon zu allen Zeiten Ängste geschürt, um Untertanen gefügig zu machen. Waren früher die Ängste konkret auf „Feinde“ gerichtet, so sind heute die Ängste abstrakt und unbegründet wie bei der „Klimakatastrophe“. Ein vom Wetter abgeleiteter Mittelwert ist ein abstrakter Wert, der in der Natur nicht existiert. Er kann nicht geschützt werden. Der Klimaschutz müsste beim Wetterschutz ansetzen. Wenn das Wetter 30 Jahre alle Freiheiten besaß, das zu tun, was es wollte und wir alle möglichen Wetterkatastrophen über uns ergehen lassen mussten, dann kommt Klimaschutz zu spät und ist unsinnig. Die Menschen wissen dies instinktiv, sind aber machtlos gegen die ewige Propaganda der „Klimaexperten“, gegen die Politik, die den „Klimaschutz“ zur Staatsdoktrin erhoben, aber vor allem gegen die allgegenwärtigen Medien, die mit imaginären Gefahren ihr Geschäft machen. Was wurden da nicht schon für Gefahren konstruiert, die sich nach gewisser Zeit verbrauchten und durch neue ersetzt wurden. Solch eine Erfindung war auch das „Waldsterben“.

Die bisher dreistete und völlig an den Haaren herbeigezogene Gefahr ist die Warnung vor der drohenden „Klimakatastrophe“. Deren völlig überflüssige Erforschung spült seit vielen Jahrzehnten Milliarden ohne Ende in die Großforschung, ohne den geringsten Wissensfortschritt. Die Politik füttert die „Wissenschaft“, um diese ob ihres Geldhungers für ihre Zwecke abhängig und gefügig zu machen. Was bisher an „Erkenntnissen“ herauskommt, ist ein Rückschritt ohnegleichen. Wer das CO2 zum „Umweltgift“, zum „Klimakiller“ verurteilt, wissend, dass das CO2 für die Fotosynthese und damit das Wachsen der grünen Pflanzen unverzichtbar ist, der ist zur politischen Führung ungeeignet. Wenn die Bürger wüssten, wofür man ihre Steuergelder missbraucht, würden sie auf die Straße gehen und rebellieren.

Gelängen die politischen Zielprojektionen, nicht nur die CO2-Emissionen auf Null zu reduzieren, sondern auch das CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen, um das „Pariser Abkommen“ mit seinem 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, dann würden als erste die grünen Pflanzen als Primärproduzenten absterben. Nur die Pflanzen sind in der Lage, Sonnenenergie zu binden und Nahrung für Tier und Mensch als Konsumenten zu produzieren. Ohne CO2 gäbe es keine kohlenhydrathaltige Nahrung, es gäbe auch keinen Sauerstoff, um die Nahrung im Körper zu verbrennen und die Sonnenenergie als Lebensenergie nutzbar zu machen. Wer die Menschheit ausrotten will, muss die Luft CO2-frei machen. Dies, der globale Genozid, wäre die Konsequenz einer konsequent durchgeführten „Klimapolitik“! Nur am Wetter bzw. dem „Klima“ würde dies nichts ändern, denn CO2 ist kein Wetterelement. Diese Gefahr hat sogar schon Hans Joachim Schellnhuber, die Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, erkannt und in seinem Buch „Selbstverbrennung“ angedeutet.

Frieda: Die Betreiberin dieser Seite beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema, anfangs sogar noch in dem Glauben, der Al Gore-Film entspreche einem realistischen Zukunftsszenario, dessen Ursachen tatsächlich auf CO2 zurückzuführen wären. Aus vielen Gesprächen mit Menschen im privaten und beruflichen Umfeld, darunter auch Ingenieure und Handwerker, ist inzwischen aber der Eindruck entstanden, dass eigentlich niemand mehr so richtig an „CO2 als Ursache für einen Klimawandel“ glaubt, sondern eher eine Art Resignation eingetreten ist gefolgt von der Haltung „Da kann man nichts machen!“ Unwillkürlich ist „man“ dann Rädchen im Getriebe und findet keinen Ausweg aus der Maschinerie. Sie hingegen resignierten nicht, blieben bei Ihrer Meinung und nahmen in Kauf, dass auch Sie teilweise denunziert werden, weil Sie etwas sagen, was dem so genannten Mainstream nicht gefällt. Was halten Sie von der EnEV und gibt es überhaupt noch Möglichkeiten, sich den Normen und Regulierungen zu entziehen, beispielsweise als Immobilienbesitzer und wenn ja, welche sind das?

Dr. Thüne: Seit über 50 Jahren befasse ich mich schon mit dem Wetter. Das ist so chaotisch, komplex, unberechenbar und veränderlich, so dass jeder „Wetterfrosch“ mit der Zeit demütig wird und schon zufrieden ist, wenn die Vorhersagen einigermaßen der Wirklichkeit entsprechen. Fazit: Der Mensch kann das Wetter nicht machen, er muss sich ihm anpassen. Da verlieren alle Träume von „Klimaschutz“ ihren Sinn, ist die Angst vor der „Klimakatastrophe“ nur lächerlich. Was für die Landbevölkerung lebensnotwendig war, der ständige Blick auf das Wetter, ist heute abhanden gekommen. Zu dem Blick gehört die denkende Beobachtung, also die Fragen: Wie entstehen Rau und Reif auf Blättern und Ästen? Warum vereisen Autos in klaren Winternächten? Wie und warum entstehen Bodeninversionen, kommt es zu Bodennebel?

Da existiert ein ehernes Naturgesetz, wie das Gravitationsgesetz. Jeder Körper hat eine Temperatur und sendet gemäß seiner Temperatur Strahlung aus. Er kühlt sich dabei ab. Diese Strahlung ist unsichtbar, kann aber mittels Wärmebild- oder Infrarotkameras sichtbar gemacht werden. Das bedeutet: Zum Erwärmen eines Körpers muss Energie aufgewendet werden, abkühlen tut er sich von alleine. Das ist das Geheimnis hinter dem Tagesgang der Temperatur. Wenn das so ist, – Isaac Newton hat dieses Abkühlungsgesetz erstmals quantitativ bestimmt -, dann ist es absolut unmöglich, dass ein Körper sich mit der von ihm ausgestrahlten Energie erwärmen kann. Dies gilt selbst dann nicht, wenn 100 % seiner Energie zu ihm zurückgestrahlt werden. Im Optimalfall könnte seine Temperatur konstant gehalten werden. Eine „Erderwärmung“ per „Gegenstrahlung“ ist also absolut unmöglich. Da ein Grashalm weniger Energie am Tage speichern kann wie der in den Rasen eingelassene Trittstein, so verliert er schneller seine Wärme, kühlt unter den Taupunkt ab, so dass sich an ihm Tauniederschlag bilden kann. Bei Frosttemperaturen ist es Raureif, der einen „Winterwald“ hervorzaubert, auch ohne Schnee. Temperatur und Wärme sind nicht identisch. Die Temperatur ist eine Qualitätsgröße, ein Maß für die mittlere Bewegungsenergie der Moleküle, die Wärme dagegen eine Quantitätsgröße. Eine große Masse kann mehr Wärme speichern als eine kleine Masse.

Auch wenn „Klimaexperten“ das Gegenteil behaupten, so kann das Gewissen eines Meteorologen nicht schweigen. Wenn der Himmel nachts klar ist, kann er den Bodenfrost nicht verschweigen oder ideologisch wegzaubern. Dies kann man bei Klimamodellen noch trickreich machen, aber das Wetter richtet sich nach der Natur, es spricht die Sprache der Natur. Ein Meteorologe muss den „Treibausschwindel“ ablehnen und gegen den Zeitgeist vorgehen. Er muss Nonkonformist sein, außer er will als „Klimaexperte“ auf der politischen Bühne mitspielen und sich Bei Klimakonferenzen feiern lassen. Mit dem Mainstream im Rücken kann man gut segeln und den Retter vor dem klimatischen Weltuntergang spielen.

Alles, was an Verordnungen und Gesetzen in den letzten Jahrzehnten zum Schutze des Klimas inszeniert wurde, ist witzlos und ändert nichts am Wetter, folglich nichts am Klima! Dies gilt auch für die EnEV. Der Begriff „erneuerbare Energie“ ist bewusst irreführend, denn Energie kann weder verbraucht noch erneuert werden. Energie kann auch nicht gedreht und gewendet werden, wie der Begriff „Energiewende“ suggeriert. So wie es für unser Universum den Massenerhaltungssatz gibt, so auch den Energieerhaltungssatz. Es gibt verschiedene Formen an Energie. Dazu gehört auch der elektrische Strom, den man mit Wasser, Wind und Sonne erzeugen kann. Strom ist das zirkulierende Blut einer Kommunikationsgesellschaft. Strom muss immer je nach Bedarf zur Verfügung stehen. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn der Strom ausfällt. Doch Wasser fließt nur, wenn ein Gefälle da ist. Wind weht nur, wenn ein entsprechender Luftdruckgradient da ist. Strom fließt nur, wenn Spannung herrscht. Die Sonne scheint zwar immer, aber durch die Rotation der Erde wechseln Licht und Finsternis, erhält mal die Nordhalbkugel, mal die Südhalbkugel mehr Strahlungsenergie. Und dann gibt es noch die Wolken am Himmel und die länger anhaltenden Hochnebel, ausgerechnet in den Wintermonaten, wenn der Sonnenstrom dringend nötig wäre. Es gehört schon politischer Wagemut dazu, bei diesen natürlichen Randbedingungen eine kontinuierliche Stromversorgung zu versprechen und auf fossil befeuerte Kraftwerke zu verzichten.

Die gesamte EnEV mit all ihren Auflagen ist insofern überflüssig, weil es das Schutzobjekt Klima nicht gibt. Seit Urzeiten bekleiden sich Menschen und bauen Häuser, um sich vor den Unbilden des Wetters zu schützen. Die Kleidung schützt nicht die Eiseskälte und die Häuser ebenso wenig. Alle Maßnahmen dienen dem Schutz vor dem Wetter! Vom Schutz vor dem Wetter in die Aufforderung zum Schutz des Klimas – das ist schon ein dreister dialektischer Trick! Aber er funktioniert, leider!

Frieda: Schon Laien erscheint es paradox, wenn Immobilien beispielsweise mit Styropor oder Mineralfasern nahezu luftundurchlässig gedämmt werden, was u.U. wiederum durch Belüftungssysteme neue Kosten und Wartungsschienen mit sich bringt, zumal Erdöl, das ja als fossiler Brennstoff eingespart werden soll, Grundlage für die Styroporherstellung ist.

Die Tatsache, dass zur Herstellung vieler synthetischer Dämmstoffe genau das erforderlich ist, was die Dämmstoffe später reduzieren sollen, nämlich Energie, geht in der ganzen Diskussion oft unter, auch die so genannte »Graue Energie«. Sie bezeichnet die Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und die Entsorgung eines Produktes nötig ist. Berücksichtigt werden dabei auch Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung plus der Energieeinsatz aller Produktionsabläufe. Den höchsten Energieverbrauch bedingt die Herstellung von Styropor, da bereits die Ausgangsmaterialien einen hohen Grauenergiegehalt aufweisen. Deutlich niedriger als die Graue Energie der Kunststoffschäume auf Erdölbasis liegen die Werte für Dämmmaterialien auf Basis nachwachsender Rohstoffe oder aus Recyclingmaterial – sofern sie nicht über weite Entfernungen transportiert werden. Alles in allem scheint das so zu sein, dass es hier sehr viel einfachere Lösungen geben müsste als die, die uns die Energiebranche präsentiert, wenn man denn schon Häuser dämmen will. Angesichts all dieser und weiterer Fakten wird ja eigentlich schon selbst Laien klar, dass viele gedämmte Häuser mit CO2- Einsparung nichts zu tun haben – unabhängig davon, ob CO2 nun ein Klimakiller sein soll oder nicht. Ihre Meinung dazu lautet wie?

Dr. Thüne: Sie haben das Wesentliche schon auf den Punkt gebracht, die Frage nach den Kosten und nach dem Nutzen. Auch hier verspricht die Politik und die von ihr begünstigte Wirtschaft, die ob dieses staatlichen Geschenks fortan beim Klimaschutz schweigen muss, etwas, was sie prinzipiell nicht halten kann. Mit der Dämmung wird ja die Illusion geweckt, als ob so etwas wie ein „Nullenergiehaus“ realisierbar wäre, das, macht man alles nach Vorschrift, keiner Heizung mehr bedarf. Dabei sollte der Traum vom perpetuum mobile längst ausgeträumt sein. Da werden Milchmädchenrechnungen aufgestellt, und wird stillschweigend unterstellt, dass Strom zu jeder Zeit in beliebiger Menge verfügbar wäre, wenn man ihn erst vom Wind abhängig gemacht hat. Ob ein Müller sein Korn über die Windmühle mahlt oder indirekt von Strom, der über den Wind gewonnen wird, wenn kein Wind weht, kann kein Korn gemahlen werden. Hier werden wir in neue Abhängigkeiten gelenkt und gelockt, die uns steuerbar machen, z. B. über „intelligente Zähler“, die extern gesteuert werden. Je „energieautarker“ ein Haus angeboten wird, umso mehr Strom „frisst“ es, auch zur künstlichen Belüftung luftdicht abgeschlossener Häuser.

Da die Menschen sich schon früh ärgerten, dass erwärmte Speisen rasch abkühlen, haben Techniker sich Gedanken gemacht, wie sie den Wärmeverlust minimieren könnten. Sie ersannen das „Dewar-Gefäß“, was in etwa der modernen Thermoskanne entspricht. Sie wussten, dass es drei Arten von Wärmetransport gibt: 1. den durch Strahlung, 2. den durch Leitung und 3. den durch Konvektion oder Turbulenz. Unsere Vorfahren wussten auch durch genaue Beobachtung des Gefieders der Vögel, des Haarkleides der Tiere im Wechsel der Jahreszeiten, dass Luft der schlechteste Wärmeleiter in der Natur ist. Dies nutzen wir aus, indem wir Daunengefieder in unsere Bettdecken stecken. Nur eine Bedingung musste erfüllt sein. Die Luft muss stillgestellt werden, damit keine Wärme von der Körperoberfläche direkt „elektromagnetisch“, also mit Lichtgeschwindigkeit ins Weltall entweichen kann, wie es bei der Erde in wolkenlosen klaren Strahlungsnächten geschieht. Deswegen hat man auch die Doppelverglasung erfunden. Die Isolation bewirkt die Luft, nicht das Glas, das ein guter Wärmeleiter ist. Also könnten wir doch nur unsere Häuser in Luft einpacken oder gleich aus Glas bauen, das zwar keine IR-Strahlung durchlässt, aber Wärme so gut leitet, dass sich an der Innenseite Eisblumen bilden können.

Schaut man sich den Aufbau einer Thermoskanne an, so sind alle drei Aspekte technisch berücksichtigt. Da sind zwei Spiegelflächen zur Strahlungsreflektion. Dazwischen ist ein von Luft befreiter Raum, um die Leitung zu unterbinden und dann ist die Kanne nach außen bestens isoliert und ummantelt. Etwas Perfekteres kann man nicht konstruieren. Füllt man kochenden Kaffee hinein, verschließt die Thermoskanne und will man nach zehn Stunden den heißen Kaffee genießen, dann ist er nur noch lauwarm. Es besteht keine Chance, die Natur zu überlisten und einen Wärmeverlust zu vermeiden. Genauso wenig kann man im Zimmer Eis in der Thermoskanne als Eis konservieren. Es schmilzt.

Frieda: Bei der energetischen Einschätzung von Gebäuden berufen sich Fachleute gern auf den Wärmedurchgangskoeffizienten, auch U-Wert genannt (früher k-Wert). Er gilt als ein Maß für den Wärmedurchgang durch einen festen Körper (etwa eine Wand) von einem Fluid (Gas oder Flüssigkeit) in ein anderes Fluid aufgrund eines Temperaturunterschiedes zwischen den Fluiden. Mittels des U-Wertes werden Bauteile in Bezug auf Wärmedämmung sowie Feuchte- und Hitzeschutz kategorisiert. Was ist eigentlich von diesem U-Wert zu halten?

Dr. Thüne: Der k- oder U-Wert ist nicht zu beanstanden. Im Labor unter konstanten Bedingungen kann dieser Wert berechnet werden. Aber was ist konstant in der Natur unter freiem Himmel? Da ändern sich permanent innen wie außen die Temperaturen, so dass ein U-Wert nur in einem nicht gegebenen Idealfall gilt. In einem Haus wohnen Menschen, die atmen. Sie benötigen Sauerstoff, sie atmen CO2 aus und auch Feuchtigkeit. Wie schnell Luft „verdirbt“, wissen wir aus unserer Schulzeit. Nach einer Unterrichtsstunde musste die Luft durch Lüften erneuert werden. Luftdicht abgeschlossene Räume sind Todeszellen. Der Sauerstoff wird immer weniger um etwa 4 % bei jedem Atemzug, der CO2-Gehalt steigt um 4 %, so dass man ausrechnen kann, wann der Mangel eintritt und Übelkeit aufkommt. Weder der Mensch noch die Pflanze kann unter einer luftdichten Käseglocke leben. Wir sterben an Sauerstoffmangel, die Pflanze an CO2 Mangel. Wenn Fenster nicht 100prozentig schließen, ist das kein Mangel, sondern ein Segen, der uns sorglos schlafen lässt.

Frieda: Denkt man allein an Bremer Häuser, so wurden in den letzten Jahrzehnten bei der Sanierung jede Menge Fehler gemacht. So ersetzte man beispielsweise ältere Sprossenfenster durch neue glatte Kunststoff-und Metallfenster, wodurch der ursprüngliche optische Charakter ruiniert wurde. Vergleichbares passierte auch, indem man ansprechende profilierte Fassadenflächen mit Kunststoffputz begradigte oder dem so genannten WDVS-System. Auch die lange Zeit aufgebrachten Anstrichsysteme, die meistens dickschichtig und plastoelastisch waren, haben sich auf Dauer nicht bewährt, denn das hatte wiederum zur Folge, dass die Dampfdiffusionfähigkeit eingeschränkt wurde oder teilweise gar nicht mehr vorhanden war mit der Konsequenz vermehrter Schimmelbildung und Feuchtigkeitsschäden.

In den 1970er Jahren kam es dann langsam zu einem Umdenkprozess. Man baute wieder Sprossenfenster aus Holz ein und reparierte die Profile der Fassadenflächen. Die alten dickschichtigen Anstriche wurden entfernt und mit mineralischen Anstrichsystemen ausgeführt. Durch Berechnung des erwähnten U-Wertes des vorhandenen Wandquerschnitts und eventuell sinnvoller optischer Möglichkeiten einer Dämmmaßnahme wurde ausgelotet, den Charakter eines – beispielsweise Altbremer Hauses – zu erhalten. Dass Bausubstanz erhalten und bei Bedarf saniert werden sollte, dürfte ja außer Frage stehen. „Sanierung“ bedeutet heute jedoch gleichzeitig „energetische Sanierung“ und die scheint angesichts der vielen Normen und Regelungen inzwischen ein Fass ohne Boden, wenngleich fallweise aber vielleicht auch sinnvoll zu sein, zumindest insofern, als man über frühere Fehler reflektiert und wirklich nachhaltige Lösungen sucht. Wie sehen Sie das?

Dr. Thüne: Das sehe ich genauso wie Sie. Wer kann schon gegen sinnvolle Lösungen sein? Aber was wird heute noch mit Sinn und Verstand gemacht? Wer die „Klimakatastrophe“ erfindet, den „Klimaschutz“ als Lösung empfiehlt und nun gar den „Klimawandel“ stoppen und die „Erderwärmung“ begrenzen will, ist der noch bei Sinnen oder ist er nicht Opfer ideologischer Wahnvorstellungen? Wir leben seit Marx und Engels in einem „Zeitalter konkurrierender Ideologien“. Es gehört zur Evolution, dass wir immer neue Ideen haben. Aber aus einer Idee wird eine Ideologie, wenn man sie verabsolutiert, wenn man den Komplexitätsgrad soweit reduziert, dass die Idee, wenn sie digitalisiert in numerische Modelle gehüllt wird, schließlich nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Eine Ideologie erkennt man an der Endsilbe „ismus“. Ideologien sind zutiefst intolerant. Dies sehen wir an der Klimaideologie, die quasireligiöse Züge angenommen hat und Zweifler oder Nichtgläubige mit Strafe bedroht. In einigen Ländern wird schon an die Todesstrafe gedacht.

Kein so genannter Klimaleugner hat jemals den Klimawandel geleugnet, weil der Wetterwandel so evident ist, dass man schon „blind“ sein muss, um ihn zu leugnen. Was ich leugne, ist jederzeit nachprüfbar, ja messbar und experimentell verifizierbar. Ich leugne bewusst den „Treibhauseffekt“! Es geht vor allem um das Märchen, die Erde sei ein Treibhaus, das sich selbst durch die Emission von Treibhausgasen aufheize. Um dieses Märchen glaubhaft zu machen, wurde der „natürliche Treibhauseffekt“ von 33 Grad erfunden. Die Erde ist ein offenes Ökosystem, mit einem „stets offenen atmosphärischen Strahlungsfenster“, das nicht vom Menschen geschlossen werden kann, weil es von Natur aus nicht schließbar ist. Dies zeigt die Erdgeschichte. In der Abkühlungsphase der Erde bestand die Atmosphäre fast ausschließlich aus Stickstoff, Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid. Trotzdem kühlte die Erde ab und bei Unterschreiten des Siedepunktes kondensierte der Wasserdampf und es soll 40.000 Jahre ohne Unterbrechung geregnet haben. Dies weiß man seit etwa 1860, als Kirchhoff und Bunsen die Spektralanalyse entwickelten. Danach kann man jedes Molekül in der Gasphase anhand seiner stoffspezifischen Absorptionslinien identifizieren, so wie man Menschen anhand des Fingerabdrucks identifizieren kann. CO2 mit seinen Absorptionslinien bei 4,2 und 15 Mikrometer kann das offene Strahlungsfenster zwischen 7 und 13 Mikrometer nicht schließen und damit nicht verhindern, dass die Wärmestrahlung ungehindert ins Weltall entweiche kann. Wer dies bezweifelt, lese den 1. Enquete-Bericht Vorsorge zum Schutz der Erdatmosphäre vom 2. November 1988. Dem Bericht haben die Abgeordneten aller Parteien einhellig zugestimmt, ohne zu merken, dass sie damit den „Treibhauseffekt“ ad absurdum führen. Die Berichte sind deswegen so voluminös, weil die Verfasser wissen, dass sie kein Politiker liest. Für die „Politikmacher“ werden extra frisierte Berichte erstellt.

Frieda: Unabhängig von der Diskussion um CO2 und den Klimawandel: Die Energiekosten steigen und schon deshalb gibt es ein Bestreben, die Kosten zu senken – durch entsprechendes Verbrauchsverhalten und ggf. durch eine entsprechende Sanierung von Gebäuden. Auch wenn konkrete Gebäudeschäden vorliegen, wie etwa Feuchtigkeitseinträge, Schimmel oder andere Probleme mit bauphysikalischer Relevanz, dürften Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sein. Es sei hier beispielsweise auch die Kellerdeckendämmung erwähnt, die ja durchaus zu Energieeinsparungen und zu mehr Wohnkomfort gerade in Erdgeschosswohnungen führen kann. Welche Sanierungsmaßnahmen halten Sie überhaupt für sinnvoll?

Dr. Thüne: Natürlich gibt es sinnvolle Maßnahmen und die Kellerdeckendämmung gehört bedingt dazu. Wichtiger scheint mir die Dämmung unter dem Dach aufgrund der Tatsache, dass erwärmte Luft aufsteigt und nicht absinkt. Jeder kennt den Kamineffekt im Haus, wenn die Haustür aufgeht und sofort durch das Treppenhaus ein Aufwind einsetzt. Von einem nachträglichen Einpacken der Häuser durch Styropor halte ich nichts, da der Aufwand sehr kostspielig ist, Styropor inzwischen als Sondermüll gilt, dessen Entsorgung sehr teuer geworden ist, und sehr leicht brennt.

Wer außen dämmt, „verschleudert“ Energie, indem der Sonnenenergie die Chance genommen wird, mit ihren Strahlen die Außenwand zu erwärmen und die Wärme nach innen zu leiten. Dies ist vor allem im Winter bei tiefstehender Sonne von Bedeutung. Da von außen keine Wärme in das Mauerwerk vordringt, muss dieses von innen beheizt werden. Ein Vergleich von wärmetechnisch gedämmten und nicht gedämmten Häusern hat keine signifikanten Unterschiede im Heizenergieverbrauch gezeigt. Das Problem ist nur, dass die Medien alles berichten, nur nicht das, was irgendwie der Treibhausideologie abträglich sein könnte. Die „freien“ Medien spielen die Rolle unkritischer Erfüllungsgehilfen für die Politik. Sie sind Zeitgeistverstärker, obgleich sie die Interessen des „Demos“ vertreten und die Tricks der Politik aufdecken sollten. Journalisten sollten objektiv informieren und aufklären und nicht, nach Lenin, die Rolle „nützlicher Idioten“ für die Politik spielen. Aber Hörigkeit kann man auch als Freiheit definieren.

Frieda: Sicherlich aber sind wir uns alle einig, dass grundsätzlich der Aufruf zum Energiesparen kein schlechter ist und dass Alternativen zur Kernenergie, schon wegen des Gefahrenpotenzials des radioaktiven Abfalls, möglicher Kontamination des Trinkwassers und der Luft sowie möglicher Unfälle wünschenswert ist. Das Stromnetz kommt allein mit regenerativer Energie nicht aus, da sich nur durch Windenergieanlagen oder Sonnenkollektoren keine Netzstabilität erreichen lässt. Die Kosten für die Erzeugung so genannter erneuerbarer Energien, zu denen auch versteckte Subventionen gehören, werden oft auch nicht berücksichtigt. Das lässt sich auf die Kernfrage herunterbrechen: Warum will man regenerative Energien und sind die Gründe dafür plausibel oder handelt es sich dabei sowieso um eine Milchmädchenrechnung? Mit anderen Worten: Egal, wie viel gedämmt und saniert wird – die Strompreise steigen sowieso und auf Kernkraft können wir vorerst ohnehin nicht verzichten. Kohlekraftwerke als „CO2-Schleudern“ sind im Zuge der ganzen Diskussion in Verruf geraten. Von irgendwoher muss die Energie ja kommen. Wie bewerten Sie persönlich Kohlekraftwerke?

Dr. Thüne: Ich sehe in Kohlekraftwerken weder „CO2-Schleudern“ noch „Klimakiller“. CO2 ist weder Schadstoff noch ein Umweltgift, es ist ein lebensnotwendiges Molekül. Man werfe nur einen Blick auf die Fotosynthesegleichung. Sie funktioniert nur, wenn in der Luft CO2 ist, wenn der Boden feucht ist und wenn es Tag ist. In der Wüste, wo es jahrelang nicht regnet, bedienen sich die wenigen Pflanzen des Tauniederschlages, den es nicht gäbe, wenn es eine wärmende „Gegenstrahlung“ gäbe. Der am Tage auf +70 °C aufgeheizte Wüstensand kühlt nachts so stark ab, dass in Bodennähe der Taupunkt unterschritten wird und der geringe Anteil an Wasserdampf an Kakteen kondensieren und den Pflanzen zum Überleben helfen kann.

Es ist absolut unseriös, die Wasserdampfschwaden über Kühltürmen oder den Rauch von Schornsteinen zur Visualisierung der „Treibhausgefahr“ zu missbrauchen. Das ist schlicht Manipulation, nicht Information. CO2 ist unsichtbar. Man riecht es nicht, sieht es nicht, wenn man im Herbst in der Gärungsphase in einen Weinkeller hinabsteigt und keine brennende Kerze vor sich herträgt. CO2 ist eineinhalb Mal so schwer wie die Luft und sammelt sich am Boden nicht durchlüfteter Keller. Ab Konzentrationen von 70 000 ppm kann es zu Erstickungen führen.

Eine irreführende Illusion wird mit dem Begriff „regenerativer“ oder „erneuerbarer“ Energie geweckt. Ist der Wind vom Menschen „erneuerbar“? Ist die Sonne „regenerierbar“? Wir Menschen erneuern gar nichts, nicht einmal uns selbst! Die Wahrheit ist, die Sonne verzehrt sich für uns und der Wind weht nur dann, wenn der Luftdruckgradient stimmt. Die Luftdruckverteilung bestimmt, woher der Wind und wie stark er weht. Haben wir ein Hoch mit fast Windstille über Deutschland und dann noch tagelang Hochnebel, dann gibt es keinen Windstrom und keinen Sonnenstrom. Kein politischer Wunsch kann daran etwas ändern. Für solche „Dürrezeiten“ müssen wir vorsorgen und das geht nur über fossile Kraftwerke, die einspringen, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint.

Frieda: „Klimaphantasien und ihr Einfluss auf die Bio-Geowissenschaften“ ist der Titel eines Beitrages von Ihnen datiert vom 5.10.2016, mit dem Sie Bezug auf ein Interview nehmen, das der Spiegel in der Ausgabe vom 24.9.2016 mit dem Geologen Reinhold Leinfelder führte. Seit einem Vierteljahrhundert wisse die Welt, was mit dem Klima geschehe. Seither gebe es eine Verantwortung der gesamten Menschheit, so Leinfelder. Als Lösung empfiehlt er „die unterirdische Speicherung von Kohlendioxid“, eine aus Friedas Sicht sehr fragwürdige Angelegenheit, zumal die unterirdische CO2-Speicherung als sehr umstritten gilt. Fällt Ihnen dazu noch etwas ein oder können Sie da nur noch mit dem Kopf schütteln?

Dr. Thüne: Der Vorschlag ist nicht nur „fragwürdig“, er ist selbstmörderisch. Könnten die grünen Pflanzen über solche Vorschläge abstimmen, sie würden alle Klimapolitiker und Klimaexperten und die gefügigen Medienvertreter in den Kerker werfen, um Schaden von sich und den Tieren abzuwenden. Ohne Menschen könnten sie vorzüglich leben und gedeihen. Doch ohne Pflanzen und Tiere kann der Mensch nicht leben. Es spricht nicht für den Spiegel, wenn er solch unsinnigen Forderungen noch eine publizistische Basis bietet und zur Verfestigung der „Treibhaushypothese“ in der Masse beiträgt. Was soll diese glauben, wenn sie nicht einmal der wissenschaftlichen „Elite“ glauben kann?

Wer das Grundnahrungsmittel der grünen Pflanzen unter der Erde verbuddeln will, dem sollte man den Brotkorb höher hängen, bis an die „Treibhausdecke“. Die soll ja in 6 km Höhe liegen. So lang dürfte sein Arm nicht sein! Doch dort sammelt sich kein CO2, um von oben die Erde zu erwärmen. Das CO2 sammelt sich in Bodennähe, wo es als Rohstoff für das Pflanzenwachstum benötigt wird, wenn die Sonne aufgeht und die Assimilation einsetzt. Man sollte den Brötchenkorb für den Geologen Reinhold Leinfelder so lange in eine Höhe von 6 km vor der Haustür hängen, bis er die Lebensnotwendigkeit des CO2 einsieht.

Frieda: In einem Artikel von Ihnen vom 18.11.2016 mit dem Titel „Unheimliche Sprachlosigkeit umbraust den Klimagipfel in Marrakesch“ schreiben sie, beim Klimagipfel habe in diesem Jahr „beredte Stille“ herrscht. Gehen den Klimawandelbefürwortern so langsam die Argumente aus und wenn ja, worauf führen Sie das zurück?

Dr. Thüne: Die Argumente sind schon längst erschöpft und an Drohungen hören wir seit 30 Jahren immer dieselbe Litanei, dieselben unbewiesenen und unbeweisbaren Drohungen -mehr Hitze, mehr Kälte, mehr Regen, mehr Dürren-, die nichts anderes bewirken sollen um uns zu ängstigen. Mich wundert, dass die Warnung vor dem „Wolf“ immer noch zieht, obgleich es den Wolf in Wirklichkeit nicht gibt. Er ist ein eingebildetes Hirngespinst. Doch diese Art Bildung hat mit wahrer Bildung nichts zu tun.

Glaubte ich mit meinem ersten Buch „Der Treibhaus-Schwindel“ (1998) noch – es wurde mit einem Preis für ideologiefreie Wissenschaft ausgezeichnet -, argumentativ den Klimakatastrophisten den Wind aus den Segeln genommen zu haben, so bin ich jetzt ernüchterter. Der Mensch ist in hohem Grade kein rationales Wesen, sondern ein emotionales Wesen. Der Mensch ist verführbar und konditionierbar. Die Medien sind global omnipräsent und wer sie steuert, bringt seine Ideologie unter das Volk. Deswegen kommt es darauf an, dass es Politiker gibt, die sich dem Zeitgeist entziehen, die rational handeln und den aussichtslosen Kampf gegen das „Klimagespenst“ aufgeben. Was sich hier abspielt, ist kein Experiment mit der Natur, es ist ein Experiment mit uns Menschen. Wir alle haben zumindest den Satz von Immanuel Kant gehört: „Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen, um dich aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien.“ Haben wir diesen Mut oder ziehen wir den bequemen Weg der Anpassung vor, solange die Fesseln noch nicht schmerzen?

Frieda: Na, wenn das kein aussagekräftiges Schlusswort ist! Herr Dr. Thüne, 1000 Dank für Ihre Bereitschaft zu diesem umfangreichen Interview und die wirklich aufschlussreichen und informativen Antworten!

Literaturtipps:

„Propheten im Kampf um den Klimathron – Wie mit Urängsten um Geld und Macht gekämpft wird“, Dr. Wolfgang Thüne, 544 Seiten, Verlag: GRIN, 19,99 Euro, Kindle-Edition

„Klimasozialismus: Massenarmut – Millionen Tote – Niedergang der Kulturen. Was bezweckt der weltweite CO2-Schwindel wirklich?“, Gerhard Breunig, Dieter Ber, Vorwort: Dr. Wolfgang Thüne, 235 Seiten, Verlag: JUWELEN, gebundene Ausgabe 19,90 Euro, Kindle-Edition: 9,90 Euro.

Weitersagen auf

Monetäres für FRIEDAs Kaffeekasse